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Julius-Blog

08.12.2019

„Geborgen unter dem Schutzmantel Mariens“

Madonnenbildnis in der Kirche „Mariä Schutz“ auf der Vogelsburg geweiht.

Volkach/Vogelsburg - Einen ganz besonderen Tag hatte sich Pfarrer Bernhard Stühler ausgesucht, um die Schutzmantel-Madonna in der Kirche „Mariä Schutz“ auf der Vogelsburg zu weihen. Am Sonntag, 8. Dezember, dem „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ wurde die aus Eichenholz geschnitzte Madonnenfigur im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Marienbildnis hält Einzug in die Kirche hoch über der Mainschleife

Im Jahr 2011 hatte die Gemeinschaft der Augustinusschwestern die Vogelsburg an die Stiftung Juliusspital übertragen. Das Juliusspital ließ die gesamte Anlage hoch oben über der Mainschleife in den Jahren 2013 bis 2016 - und in diesem Rahmen auch die Kirche „Mariä Schutz“ - generalsanieren. Jedoch „eine Kirche, die der Mutter des Herrn geweiht ist, aber keine bildliche Darstellung Mariens aufweist, ist nicht vollendet“, erklärte Pfarrer Stühler, der Geistliche der Stiftung Juliusspital. Daher sei es nach der Neugestaltung der Kirche allen Verantwortlichen auch ein großes Anliegen gewesen, dass ein Bildnis Mariens Einzug hält in der Kirche hoch über der Mainschleife, in der regelmäßig Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und besondere Anlässe gefeiert werden.

Zusammen mit dem Augustinerpater Christoph Weberbauer OSA hielt Pfarrer Stühler am zweiten Adventssonntag das Hochamt und segnete die neue Marienfigur, die nun die Kirche mit dem Namen „Mariä Schutz“ vollendet. Damit war das Thema vorgegeben, unter welchem Aspekt eine Mariendarstellung in dieser Kirche einen Platz finden soll, sagte Stühler. „Eine Schutzmantel-Madonna, die einlädt in Stille zu verweilen und an diesem spirituellen Ort neue Impulse für das persönliche Leben finden zu können.“

Blick auf Altar, Tabernakel und Kreuz

Die Figur ist 1.40 Meter hoch und wiegt rund 70 Kilogramm. Gefertigt wurde sie vom Künstler Kurt Grimm aus Kleinrinderfeld, der im Rahmen der Kirchensanierung bereits Altar und Sedilien gestaltet hatte. „Die abstrakt und schlicht gehaltene Figur aus Eichenholz rundet den Kirchenraum ab“, beschrieb Walter Herberth, der Leiter der Stiftung Juliusspital, die Intention, die der Marienfigur zugrunde lag. „Sie nimmt mit den Bögen am Gewand Gestaltungselemente der Kirchenrückwand und im Fußbereich die Form des Altars auf und gibt sich deutlich als Schutzmantel-Madonna zu erkennen.“ Beim Betreten der Kirche zieht die Madonna den Blick des Betrachters auf sich und weist ihn, mit leicht zum Altar geneigtem Kopf auf das Wesentliche in diesem Raum hin: „Auf Altar, Tabernakel und Kreuz im künstlerisch gestalteten Augustinusfenster.“

„Die Madonna wurde extra für diesen Platz geschnitzt“

Der Schutzmantel, das Beschützende, das war Kurt Grimm das Wichtigste bei seiner Arbeit an der Figur, das galt es für ihn herauszuarbeiten. „Sie hat keine Arme, kein Gesicht, ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Schutzmantel“, beschreibt der Künstler, was ihn bei seiner Arbeit mit der Madonna bewegt hat. Zwei Monate hat er – mit Pausen - an der Madonna gearbeitet, die aus einem halben Kubikmeter Eichenholz gefertigt wurde, das zuvor von einem Schreiner geleimt worden war. Zwar hat sie kein Gesicht als solches, doch hat der Künstler dieses so geschnitzt, dass dort, wo die Nase ist, eine feine Kante entstand und so der Betrachter sehr wohl ein Gesicht erkennen kann. Die Madonna weißt zum Altar hin, dessen Schwung Grimm aufgefangen und in ihrem Gewand abgebildet hat. „Die Madonna wurde extra für diesen Platz geschnitzt“, sagt Grimm, gegenüber des Kircheneingangs zwischen zwei großen Fenstern.

Wer den "Mons Dei" besteigt, muss verweilen

Wer die Kirche „Mariä Schutz“ betritt, der habe schon einen Weg hinauf aus dem Maintal hinter sich, machte Pfarrer Stühler deutlich, einen Weg hinauf zum „Mons Dei“, dem heiligen Berg. „Die Vogelsburg ist ein spiritueller Ort, zu dessen Herzstück der Augustinusweg mit seinen Hinweisen führt. Wer den „Mons Dei“ besteigt, kann nicht als eilender Gast vorbeilaufen, sondern muss verweilen und schauen, betroffen sein von der Heiligkeit dieses Ortes“, so Stühler.  Nun begrüße die Schutzmantel-Madonna die Besucher in der Kirche „Mariä Schutz“. Mit seinem Bildnis stelle Grimm ein Marienbild vor, das einlädt zu verweilen, zu betrachten und zur Ruhe zu finden.
„Seien Sie geborgen unter dem Schutzmantel Mariens, die uns alle zu ihrem Sohn führt.“

Den feierlichen Gottesdienst am zweiten Advent in der Kirche „Mariä Schutz“, umrahmte der Chor des Juliusspitals, die „Spitalgeister“ unter Leitung von Helgrid Obermeier musikalisch, begleitet an der Orgel von Diözesanmusikdirektor Gregor Frede an der Orgel.

Pfarrer Stühlers Predigt können Sie hier lesen