Geschichte der Stiftung Juliusspital Würzburg

1573

Als das Würzburger Domkapitel Julius Echter von Mespelbrunn am 1. Dezember 1573 zum Fürstbischof und damit zum weltlichen und kirchlichen Oberhaupt des Hochstiftes Würzburg wählte, setzte sich der damals 28-Jährige gleich zwei große Ziele. Eines war, ein Spital zu bauen für „allerhand Sorten Arme, Kranke, unvermugliche, auch schadhafte Leut“, das andere, die Universität in Würzburg wieder zu aktivieren.

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Schon während seiner Zeit als Domdechant hatte sich Echter beim Domkapitel über den schlechten Zustand der Krankenhäuser bitter beklagt, und über die Tatsache, dass man sich um ärmere Kranke überhaupt nicht kümmerte, so dass sie auf der Straße sterben mussten.

Das Domkapitel hatte sich - übrigens genau wie bei der Universität - gegen den Bau eines solchen Spitals ausgesprochen. Als Gründe wurden außer den Finanzen z.B. angeführt, dass ein solch großes Gebäude außerhalb der Stadt bei einer Belagerung den Feinden als Stützpunkt dienen könne. Außerdem sei wohl die halbe Stadt nicht groß genug, um alle "gemeinen Bettler" aufzunehmen.

Doch der junge Fürstbischof ließ sich nicht beirren. Er hat seine Idee konsequent verfolgt und in die Tat umgesetzt, denn er sah diese Aufgabe als Auftrag der christlichen Nächstenliebe. Er war davon überzeugt, dass dem, der sich der Armen und Kranken annimmt, himmlischer Lohn zuteilwerde.

1576

Am 12. März 1576 ließ er den Grundstein legen für ein großes Armenspital mit Waisenheim, unser Juliuspital - gestiftet am 12.März 1579. Das Spital (der Begriff steht für Hospital bzw. Krankenhaus) entstand unter anderem auf einem seit der Vertreibung der Juden verwilderten jüdischen Friedhof. Dennoch wurde weitergebaut. Im Juli 1580 konnte die Hospitalskirche St. Kilian eingeweiht werden

Stiftungsurkunde_groß

1579

Nach Fertigstellung des ersten Spitalbaus bestimmte Julius Echter am 12. März in der Fundationsurkunde für seine Stiftung, daß hier "allerhand Sorten Arme, Kranke, unvermugliche, auch schadhafte Leut, die Wund- und anderer Arznei notdürftig sein, desgleichen verlassen Waysen und dann füruberziehende Pilgram und dörftige Personen"  behandelt und betreut werden sollten.

Bereits zu seinen Lebzeiten übereignete der Fürstbischof seiner Stiftung zur Deckung ihrer Aufgaben ausreichende Einkünfte und umfangreichen Grundbesitz, wozu neben Weinbergen – unter anderem in der weltberühmten Lage Würzburger Stein – auch Land- und forstwirtschaftliche Besitzungen gehörten. Durch diese dauerhafte Vermögensausstattung konnte die Stiftung auch schwierige Epochen in den vergangenen Jahrhunderten bisher ohne bleibenden Schaden überstehen.   

Meißener Urkunde

 

1699

zerstörte eine verheerende Feuersbrunst den Mittelteil des Nordtrakts. Fürstbischof Johann Philipp von Greifenclau ließ anstelle des baufälligen Hinterbaus in strengem Barock einen großen Neubau, den heutigen Fürstenbau, von Antonio Petrini errichten. In diese Zeit fiel auch der Bau des Gartenpavillons, das spätere "Theatrum anatomicum". Josef Greising errichtete ihn in den Jahren 1705 bis 1715. 

 

1745

brannte der Mittelbau nieder. Der Wiederaufbau erfolgte durch Balthasar Neumann nach den Plänen Antonio Petrinis. Die Fertigstellung zog sich bis ins Jahr 1749 hin.
 

1789

begann, unter Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal, die Umgestaltung des Vorderbaues an der Juliuspromenade durch die Baumeister Ickelsheimer und Geigel. Nachdem die bisherigen Gemächer der Landesherren durch die Residenz entbehrlich geworden waren, kam die Pfarrkirche des Spitals in den Fürstenbau.
 

1945

am 16. März wurde das Juliusspital durch einen Bombenangriff der Alliierten völlig zerstört.

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Im folgenden Jahrzehnt bis 1956 erfolgte der Wiederaufbau im alten Gewand.

 

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