Berühmte Mediziner im Juliusspital

Die Wurzeln der Würzburger Universität reichen bis ins Jahr 1402 zurück. Sie war damals nach den Universitäten Prag, Wien, Heidelberg, Köln und Erfurt die sechste Hochschulgründung im deutschsprachigen Raum. Auch wenn die Erstgründung nur bis 1427 Bestand hatte, erwuchs nach der Wiederbelebung des Lehrbetriebes durch Julius Echter eine „Hohe Schule“, die hinsichtlich ihrer Medizinischen Fakultät eine Führungsstellung in Deutschland und später auch in Europa einnahm.

Am 1. Dezember 1573 vom Würzburger Domkapitel zum Fürstbischof und damit zum weltlichen und kirchlichen Oberhaupt des Hochstiftes Würzburg gewählt, setzte sich der damals 28-jährige Julius Echter von Mespelbrunn zwei große Ziele: Ein Spital zu bauen für „allerhand Sorten Arme, Kranke, unvermugliche, auch schadhafte Leut“ und die Universität in Würzburg wieder zu aktivieren.

Nur wenige Jahre danach legte er am 12. März 1576 – damals noch vor den Toren der Stadt – den Grundstein für die Stiftung Juliusspital. Weitere sechs Jahre später verkündete er am 2. Januar 1582 die Wiederbegründung der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. 
 

Medizinische Fakultät mit großem Ansehen

Berühmte Mediziner und Wissenschaftler wie Carl Caspar von Siebold, Johann Lucas Schönlein, Albert von Koelliker und Rudolf Virchow arbeiteten, lehrten und forschten im Juliusspital, dem damaligen Krankenhaus der Medizinischen Fakultät. Erst im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts errichtete der Freistaat Bayern im Würzburger Stadtteil Grombühl das Universitätsklinikum „Luitpoldkrankenhaus“, in dem ab 1921 Patienten behandelt wurden. Das Krankenhaus der Stiftung Juliusspital entwickelte sich ab diesem Zeitpunkt zum eigenständigen Schwerpunktkrankenhaus und ist heute akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg.
 

Sie prägten die Geschichte des Juliusspitals

Die unvergessenen Mediziner, Forscher und Wissenschaftler verhalfen der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg im 18. und 19. Jahrhundert zu beträchtlichem Ansehen und machten das Juliusspital zur Keimzelle des Würzburger Universitätsklinikums. Im achtsamen Umgang mit der Geschichte widmet die Stiftung Juliusspital Würzburg diesen Persönlichkeiten die Galerie

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Um 1850 unterrichteten in Würzburg Gelehrte von Weltrang: (von links stehend) Rudolf Virchow (1821-1902) und Rudolf Albert von Koelliker (1817-1905), (sitzend von links) Johann Joseph von Scherer (1814-1869), Franz Kiwisch von Rotterau (1814-1852) und Franz von Rinecker (1811-1883).

Berühmte Mediziner im Überblick
Carl Caspar von Siebold (1736 -1807)

Carl Caspar von Siebold gilt als einer der Begründer der modernen Chirurgie. Er war juliusspitälischer Obergehilfe, ab 1776 Oberwundarzt im Juliusspital und verhalf der wenig attraktiven Medizinischen Fakultät in Würzburg im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zu ihrer ersten Blütezeit.

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Doktor der Philosophie und wundärztlicher Gehilfe im Juliusspital

Der Aufschwung der Würzburger Medizinischen Fakultät im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts war vor allem von einem Namen geprägt: Carl Caspar von Siebold.  Er begründete die Tradition, die dazu führen sollte, dass die Würzburger Medizinische Fakultät mit dem Beinamen „Academia Sieboldiana“ versehen wurde.

Siebold hatte in Köln zum Doktor der Philosophie promoviert und war in der Eifel, seiner Heimat, vom Vater Johann zum Chirurgen ausgebildet worden. Im Siebenjährigen Krieg als Feldscher in französischen Diensten, wurde er 1760 nach Würzburg versetzt. Siebold schied aus dem Militärdienst aus, wurde wundärztlicher Gehilfe am Juliusspital, studierte Medizin und wurde 1763 aufgrund seiner Leistungen durch Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim auf eine Bildungsreise nach Paris, London und Leiden geschickt.

Leibwundarzt von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim

1766 kehrte Siebold nach Würzburg zurück, wurde Leibchirurg des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim und wundärztlicher Obergehilfe. Er promovierte 1769 in Medizin und bekam in der Folge mehrere verantwortungsvolle Posten übertragen: Zum einen übernahm er den Lehrstuhl für Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe, zum anderen wurde Siebold Oberwundarzt am Juliusspital. Diese Position ermöglichte es von Siebold, in der ärztlichen Ausbildung, Theorie und Praxis verbinden zu können, eine Fähigkeit, die ihn in ganz Deutschland bekannt machte.

„Academia Sieboldiana“ - erst Spottname, dann Ehrentitel

Neben Ärzten und Studenten aus anderen Städten, gehörten auch seine vier Söhne zur Hörerschaft von Carl Caspar von Siebold. Das brachte der Würzburger Medizinischen Fakultät anfangs den Spottnamen „Academia Sieboldiana“ ein, eine Bezeichnung, die jedoch bald zum Ehrentitel wurde, da sich auch die Söhne Carl Caspar von Siebolds als hervorragende Mediziner erwiesen.

Siebold, der zu den führenden Chirurgen seiner Zeit gehörte, vermochte die Würzburger Medizinische Fakultät aus ihrem Dämmerschlaf herauszuführen. Dies gelang ihm einerseits durch seinen hervorragenden Ruf als Chirurg, andererseits aber ganz besonders durch seine Fähigkeit, die ärztliche Ausbildung und den medizinischen Unterricht neu zu organisieren.

Neue Operationsmethoden entwickelt und Ausbildung verbessert

In von Siebolds Ägide fällt auch die Umgestaltung des Theatrum Anatomicum im Jahr 1788 sowie 1799 die Erweiterung der Kapazität des Juliusspitals, in dem 1805 der erste moderne Operationssaal der Welt eingerichtet und bis 1890 genutzt wurde. Der Würzburger Mediziner entwickelte neue Operationsmethoden, verbesserte die Ausbildung der Hebammen und Wundärzte und erließ Hygienebestimmungen für die Krankenpflege im Juliusspital.

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Operationssaal, eingerichtet 1805 von Carl Kaspar Siebold

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Klinikum der Universität Würzburg
Quelle Textnachweis: Auszug aus Vollmuth R., Keil G.: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ärztliches Journal 2002.

Johann Georg von Siebold (1767 - 1798)

Johann Georg Christoph von Siebold, der älteste Sohn Carl Caspar von Siebolds (1736-1807), hat sich in seinem kurzen Leben als Geburtshelfer und Internist große Verdienste um Würzburgs Medizinischer Fakultät erworben.

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Er führte 1792 die erste Kaiserschnittoperation durch

Im provisorischen Gebärhaus im alten „Freihaus“ am Inneren Graben in Würzburg stand den Medizinstudenten erstmals eine klinisch-geburtshilfliche Ausbildungsstätte zur Verfügung. Dort führte von Siebold 1792 die erste Kaiserschnittentbindung durch.

Professor und Leiter der Medizinischen Klinik im Juliusspital

1795 leitete der gerade 28-Jährige als ordentlicher Professor der Universität die Medizinische Klinik des Juliusspitals. In dieser Position unterrichtete er im Spital und sorgte auch für die Betreuung der sogenannten Irrenabteilung des Spitals.

Fundierte Ausbildung in Theorie und Praxis

Von Siebold forderte eine fundierte „theoretische Unterweisung“ der Medizinstudenten. Die künftigen Ärzte hatten als „Auscultanten“ ein halbes Jahr lang ein klinisches Tagebuch über die Patienten zu führen, bevor sie als fortgeschrittenere „Praktikanten“ zu den Konsultationen am Krankenbett zugelassen wurden.

Erkrankt an „Lungenschwindsucht“

1796 rückte Georg Christoph von Siebold zum Primararzt auf. Den Lehrauftrag für „medizinische Praxis“ tauschte er mit seiner Ernennung zum Leitenden Spitalarzt gegen den für Physiologie ein.

Seine erste Bewährungsprobe brachte 1796 die Schlacht um Würzburg, nach der von Siebold zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern die zahlreichen Verwundeten versorgen musste.

Im Herbst 1797 erkrankte Georg Christoph von Siebold selbst an „Lungenschwindsucht“ (Tuberkulose) und starb bereits einige Monate später am 15. Januar 1798 in Würzburg. Er wurde nur 30 Jahre alt.

Johann Barthel von Siebold (1774 - 1814)

Johann Barthel (Bartholomäus) von Siebold war der dritte, und wie es scheint, der Lieblingssohn Carl Caspar von Siebolds (1736-1807). Nach Studium und Promotion trat er 1797 in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Professor für Anatomie und Chirurgie und 1803 Oberwundarzt im Juliusspital.

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Chirurgenhandwerk von der Pike auf gelernt

Bei seinem Vater Carl Caspar lernte er das Chirurgenhandwerk von der Pike auf und konnte diesen zunehmend in Hörsaal und Operationszimmer ersetzen. Nach dem Tod Carl Caspar von Siebolds übernahm Johann Barthel dessen Stelle.

Seine 1814 erschienene „Geschichte und gegenwärtige Einrichtung des Chirurgischen Clinicums im Julius-Spitale zu Würzburg“ ist eine Fundgrube im Hinblick auf die organisatorischen Strukturen einer Klinik in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts.

Seiner Auffassung nach hatte die Chirurgische Klinik Heilanstalt, Lehranstalt und Forschungseinrichtung gleichzeitig zu sein. Einblicke in den Klinikalltag gab er durch die Veröffentlichung von Rechenschaftsberichten und Fallbeschreibungen im von ihm publizierten Fachjournal „Chiron“.

Im Militärlazarett Himmelspforten infiziert und an „Lazarettfieber“ gestorben

Kriegerische Auseinandersetzungen bei Würzburg brachten nicht nur zahlreiche Kranke und Verwundete, sondern auch Seuchen in die Stadt. Im Januar 1814 fiel, neben 18 weiteren Ärzten des Hochstifts Würzburg, auch Barthel von Siebold dem „Lazarettfieber“ zum Opfer. Er hatte sich mit dem „Flecktyphus“ (Fleckfieber) im Militärlazarett Himmelspforten infiziert.

„… der Unternehmungsgeist seines Vaters ruhet auf ihm, er lebt ganz für den klinischen Unterricht …“
    Zitat aus dem Intelligenzblatt der medizinisch-chirurgischen Literaturzeitung, 1803

 

Cajetan von Textor (1782 - 1860)

Cajetan von Textor, an den noch heute die Textorstraße in der Würzburger Innenstadt erinnert, war der letzte der juliusspitälischen „Chirurgen der alten Schule“. Fast ein halbes Jahrhundert prägte er die Chirurgische Klinik im Juliusspital.

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Cajetan von Textor wurde als 14. Kind am 28. Dezember 1782 im Marktflecken Schwaben (Landgericht Ebersberg in Oberbayern) in ärmlichen Verhältnissen geboren. Da er ein sehr guter Schüler war, schickte ihn sein Vater im Alter von 11 Jahren zur weiteren Ausbildung in das Benediktinerkloster Seon. Ab 1796 besuchte er das Gymnasium in München und studierte nach dem Abitur im Jahre 1804 an der Ludwig-Maximilians-Universität in Landshut. Hier widmete er sich besonders unter Philipp Franz von Walther der Chirurgie und erlangte unter dessen Vorsitz mit einer Abhandlung über die Lungenschwindsucht (Tuberkulose) 1808 die medizinische Doktorwürde.

Auf Reisen nach Paris

Nachdem er das „Biennium Practicum“ am Militärhospital in München unter dem königlichen Leibarzt Dr. Bernhard Joseph von Hartz absolviert hatte, erhielt er von der Staatsregierung ein Reisestipendium und begab sich 1809 zu seiner weiteren Ausbildung in der operativen Chirurgie nach Paris. 1811 machte er eine Fußreise durch das südliche Frankreich und die Schweiz. Bei einem längeren Aufenthalt in Pavia unternahm er hier unter Antonio Scarpa weitere Studien, speziell in der Anatomie und Chirurgie. Nachdem er noch Neapel und die dortigen Hospitäler besichtigt hatte, kehrte er über Wien, wo er sich unter der Leitung von Dr. Georg Joseph Beer [2] in den Augenoperationen übte, 1813 nach München zurück. Er bestand zunächst die sogenannte Proberelation, 1814 den Staatskonkurs und ließ sich als praktischer Arzt in München nieder. Daneben war er als Sekundararzt im neuen Allgemeinen Krankenhaus in der chirurgischen Station (unter Koch) tätig.

Hier erwarb er sich bald durch einige geglückte Steinschnitte und andere Operationen den Ruf eines tüchtigen Chirurgen und erhielt sehr bald eine Berufung als Professor der Chirurgie und Oberwundarzt an das Juliusspital in Würzburg. In diesem Amt war er 16 Jahre lang bis zum Jahre 1832 sowohl als Operateur wie als akademischer Lehrer tätig. Aufgrund seiner besonderen Leistungen, die auch außerordentlich zur Hebung der Würzburger medizinischen Fakultät (im Verein mit Schönlein und d’Outrepont) beitrugen, fand er große Anerkennung.

Trotzdem wurde Textor infolge der hereinbrechenden politischen Reaktion, obwohl er selbst sich jeder aktiven Teilnahme an politischen Bestrebungen fern gehalten hatte, gleichzeitig mit Schönlein und einigen anderen Lehrern der medizinischen und juristischen Fakultät seiner Ämter in Würzburg enthoben und als Direktor an die chirurgische Schule nach Landshut versetzt, jedoch bereits 1834 in seine erstere Stellung nach Würzburg zurückberufen, wo er noch weitere 18 Jahre als Lehrer und Kliniker unermüdlich tätig war.

1853 wurden seine Arzt- und Lehrtätigkeit durch eine Maßregel der Regierung vorzeitig beendet. Er hielt aber weiterhin noch die theoretischen Vorlesungen über Chirurgie und leitete auch mit seinem Sohn Karl, der neben ihm als außerordentlicher Professor lehrte, die Operationsübungen der Studierenden.

Am 21. Juni 1858 feierte er sein 50jähriges Doktorjubiläum, zu dem er zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Im Würzburger Juliusspital führte Cajetan von Textor Eingriffe auf dem Gebiet der Knochen- und Gelenkchirurgie durch und erwarb sich so große Verdienste um die Unfallchirurgie.  Außerdem entwickelte er exakte Indikationen zur Trepanation bei Schädelbrüchen. Für seine Knocheneingriffe verwendete er das von Bernhard Heine erfundene Osteotom, in dessen Gebrauch er eine große Meisterschaft erlangte. Heine hatte nach Resektionen die Regeneration von Knochengewebe beobachtet und in Tierversuchen Kallusbildung und Knochenneubildung untersucht. Textor ergänzte diese Versuche und hielt 1842 seine Rektoratsrede „Über die Wiedererzeugung der Knochen nach Resektionen beim Menschen.“Mit Erfolg setzte sich er sich 1821 für einen partiellen Umbau des Operationssaales im Portalbau des Juliusspitals ein.

Von Textor war sowohl Operateur als auch akademischer Lehrer und trug in den 16 Jahren seines Arbeitens und Wirkens im Juliusspital wesentlich zum Ansehen der Würzburger Medizinischen Fakultät bei.

Erste Operation mit Äthernarkose

Im Jahr 1847 bewies von Textor medizinischen Weitblick, als er die Bedeutung des Äthers für die operative Medizin erkannte. Er regte seinen Schüler Robert Ritter von Welz (1814–1878) an, die gerade aus Amerika bekannt gewordene Äthernarkose zu untersuchen.

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Am 3. Februar 1847 führte Cajetan von Textor erstmals eine Operation in Narkose durch, für die von Welz einen eigenen Inhalator entwickelt hatte.

Zitat aus Textors Rede aus dem Jahre 1847: „Die wohlthätigste und größte Entdeckung, welche seit Jahrhunderten in der praktischen Medizin gemacht wurde, ist ohne Widerrede die Anwendung des Schwefeläthers bei chirurgischen Operationen. Mit Blitzesschnelle hat dieses Mittel allgemeine Anerkennung gefunden, obwohl bei seinem ersten Auftreten v.a. die Ärzte, und unter diesen wieder ganz vorzüglich die Operirenden ungläubig die Köpfe schüttelten…..Die alte unzerstörbare Volkssage von dem Schlaftrunke ist den Weisen zum Trotze in Erfüllung gegangen, und wie durch ein Wunder, einem göttlichen Geschenke gleich, vom Himmel gefallen. Man operirt in den gelungsten Fällen der Aethernarkose wie an einem Phantome“.

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Klinikum der Universität Würzburg
Quelle Textnachweis: Würzburger Wiki.

Johann Lucas Schönlein (1793 - 1864)

Johann Lucas Schönlein, einer der bedeutendsten Ärzte seiner Zeit, etablierte die Medizinische Klinik des Juliusspitals innerhalb kürzester Zeit zur fortschrittlichsten Klinik Deutschlands und machte Würzburg zu einem „Wallfahrtsort für deutsche Ärzte“.

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Wegbereiter für die Innere Medizin

Einer der renommiertesten in Würzburg tätigen Ärzte des 19. Jahrhunderts war Johann Lukas Schönlein, geb. 1793 in Bamberg. Nach dem Studium in Landshut ging er 1813 nach Würzburg und promovierte dort 1816 mit einer Disertationsschrift über die Hirnmetamorphose. Bereits im Jahre 1817 wurde Schönlein mit 24 Jahren zum Privatdozenten für pathologische Anatomie ernannt; schon 2 Jahre später wurde ihm die provisorische Leitung der Medizinischen Klinik im Würzburger Julius Hospital übertragen. Im Jahre 1824 erhielt er das Lehrfach der Therapie und die Leitung der Inneren Klinik. Schönlein führte am Juliusspital ein strenges Regime ein: zweimal täglich Krankenvisite (abends zwischen 18 und 19 Uhr), Anfertigung eines Aufnahmebefundes und von Verlaufsberichten, Übergabe an den Chefarzt, der die monatlichen Krankenstatistik führte. Schönlein gilt als Wegbereiter des Faches Innere Medizin und reformierte und modernisierte die deutsche Medizin durch die Einführung naturwissenschaftlicher Methoden in der Diagnostik. Schönleins Credo: „Krankheit ist ein organgebundener Prozess und Fieber Zeichen der allgemeinen Reaktion des Körpers“.

Schönleins Bedeutung bestand u. a. darin, dass er als erster in Deutschland die Untersuchungstechniken der Auskultation und Perkussion einführte. Daneben beschrieb er ein Krankheitsbild, welches mit Hautblutungen, Durchfällen, Bauchschmerzen und Teerstuhl einherging; wir kennen dieses heute als Purpura Schönlein-Henoch.

Auf Grund seiner demokratisch-republikanischen Gesinnung musste Schönlein im Jahre 1833 Würzburg verlassen und wurde Direktor der neu gegründeten Medizinischen Poliklinik und Klinik in Zürich. Im Jahre 1838 erhielt er den ehrenvollen Ruf als ordentlicher Professor der Pathologie und Therapie sowie Direktor der Medizinischen Klinik der Charité Berlin, an der er bis 1859 tätig war. Schönlein zog sich in seine Heimatstadt Bamberg zurück und verstarb dort im Jahre 1864.

Johann Lukas Schönlein erwarb sich in der Würzburger, Züricher und Berliner Zeit einen legendären Ruf als Internist und wurde von vielen hochgestellten Persönlichkeiten seiner Epoche, darunter den preußischen Königen, konsultiert. Zu seinen Schülern zählten Rudolf Virchow, Theodor Billroth, Ernst von Leyden und Eduard Henoch.

Streng und schreibfaul

Im Juliusspital führte Schönlein ein strenges Regiment. Seine Devise war, dass nicht allein die praktische Ausbildung der Studenten und die Behandlung der Kranken Zweck der Klinik sei, sondern auch die „Beförderung der Wissenschaft“.

Seine Verdienste für die Nachwelt sind schwer zu erfassen, da er als einer der „schreibfaulsten großen Ärzte der Geschichte“ kaum etwas publizierte. Das taten für ihn – und gegen seinen Willen - die Studenten, die seine Vorlesungen besuchten und deren Aufzeichnungen darüber reißenden Absatz fanden.

Ehrung posthum

Johann Lucas Schönlein ist gegenwärtig geblieben mit seinen Studien über die Purpura Schönlein-Henoch, der er selbst den Namen gab. Darüber hinaus hat er sich intensiv mit Infektionskrankheiten und ihren Auswirkungen beschäftigt. In Berlin, Essen, Zürich, Stuttgart und in der Würzburger Altstadt wurden Straßen nach ihm benannt.

 

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach (05/09)  & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Deutsche mykologische Gesellschaft
Quelle Textnachweis: Keitel W.: Johann Lukas Schönlein (1793-1864). Zeitschrift für Rheumatologie 2007; 66: 716-724

Philipp Franz von Siebold (1796 - 1866)

Philipp Franz von Siebold, der Enkel Carl Caspar von Siebolds (1736-1807) und berühmtester Vertreter der Würzburger Familiendynastie, gilt als großer Japanforscher und hat wesentlich zum hohen Ansehen der deutschen Medizin in Fernost beigetragen.

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Naturwissenschaft und Völkerkunde

Er studierte ab 1815 an der Universität Würzburg, wo er sich neben Medizin auch mit Naturwissenschaften, Länder- und Völkerkunde beschäftigte und 1820 die medizinische Doktorwürde erlangte.

Im Jahre 1822 zog es ihn in die Ferne: Er trat in die niederländisch-indische Armee ein und gelangte über Batavia nach Nagasaki, wo er die holländische Faktorei auf der künstlich angelegten Insel Deshima ärztlich versorgte. Schon bald erwarb er sich großes Ansehen bei den vielfach hochgestellten japanischen Patienten, die er während seines ersten Aufenthalts von 1823-1829 unentgeltlich medizinisch betreute. Schon bald durfte er regelmäßig die Insel Deshima verlassen und auf dem japanischen Festland eine Schule einrichten, in der er in niederländischer Sprache westliche Natur- und Heilkunde lehrte.

Philipp Franz von Siebold lebte auf Deshima zusammen mit seiner japanischen Lebensgefährtin Kusumoto Taki, im Jahre 1827 wurde ihre Tochter Ine geboren. Ine wurde später Ärztin für Geburts- und Frauenheilkunde und erhielt den ehrenvollen Ruf als kaiserliche Leibärztin.

Philipp Franz von Siebold nutzte die ihm von den japanischen Gastgebern entgegen gebrachte Freundschaft, um eine umfangreiche Sammlung der japanischen Flora und Fauna anzulegen. Hofreisen des Faktoreileiters waren für ihn eine Gelegenheit, das Landesinnere Japans kennen zu lernen. Sein Forscherdrang brachte ihn jedoch in Konflikt mit den damaligen japanischen Gesetzen, die eine „Auskundschaftung des Landes“ bei strenger Strafe untersagten. So kam es im Jahr 1828 zur sog. „Siebold-Affäre“, als offenkundig wurde, dass der in niederländischen Diensten stehende Arzt Landkarten außer Landes bringen wollte. Siebold musste Japan unter Trennung von Lebensgefährtin und Tochter verlassen und konnte erst 30 Jahre später zurückkehren. Inzwischen hatte eine US-amerikanische Flotte die Öffnung der japanischen Häfen erzwungen. Während seiner zweiten Japanreise (1859-1862) konnte von Siebold an seine große Popularität anknüpfen, vorübergehend war er sogar als Berater der japanischen Regierung tätig.

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Samen für Ginkgobäume im Juliusspital-Park stammen aus Japan

In Würzburg erinnern zahlreiche Denkmäler, das Siebold-Museum, das Siebold-Gymnasium und die Sieboldstraße an den Würzburger Gelehrten. So auch die beiden Ginkgobäume im Park der Stiftung Juliusspital, denn ihre Samen hatte Philipp Franz von Siebold aus Japan mitgebracht.

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Philipp Franz von Siebold ist als großer Japanforscher in die Geschichte eingegangen; sein wissenschaftlicher Beitrag lässt sich mit demjenigen anderer Forschungsreisender (z.B. Alexander von Humboldt) vergleichen. Ferner hat von Siebold wesentlich zum anhaltend hohen Ansehen der deutschen Medizin in Japan beigetragen. Sein Erbe wird heute vom deutschen und japanischen Zweig der Siebold-Gesellschaft gepflegt, das Siebold-Museum in der ehemaligen Direktionsvilla der Bürgerbräu AG (Würzburg-Zellerau) wurde 1995 als deutsch-japanische Begegnungsstätte gegründet.

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach (08/09) & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Philipp Franz von Siebold (1796-1866)
Bildnachweis: Botanischer Garten der Universität Würzburg

Hortensie aus Japan, gezeichnet von Philipp Franz von Siebold
Bildnachweis: Kyoto University Library

Franz von Rinecker (1811 - 1883)

Franz von Rinecker war maßgeblich beteiligt am Aufstieg Würzburgs zur medizinischen Hochburg Deutschlands. 1833 kam er als Assistenzarzt ins Juliusspital, wurde 1836 Privatdozent und übernahm 1838, im Alter von 27 Jahren, als Ordentlicher Professor für Arzneimittellehre die Leitung der Medizinischen Poliklinik.

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Leiter der Psychiatrie im Juliusspital

Wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts Ignaz Döllinger die inzwischen sehr selbständige und selbstbewusste Würzburger Medizinische Fakultät geprägt hatte, so wirkte Franz von Rinecker (1811 bis 1883) seit den 1830er Jahren ganz wesentlich an der Enfaltung der Würzburger Hochschulmedizin des 19. Jahrhunderts mit. Seit 1833 Assistenzart am Würzburger Juliusspital, erfolgte 1836 die Ernennung zum Privatdozenten, 1837 wurde er zum außerordentlichen, ein Jahr später – im Alter von 27 Jahren – zum ordentlichen Professor der Arzneimittellehre und Poliklinik ernannt. Rineckers ärztliche Arbeit und seine Lehre erstreckten sich auf fast alle medizinischen Teilbereiche: Innere Medizin und Chirurgie, Dermatologie und Venerologie, Kinderheilkunde und Psychatrie, um nur die wesentlichen Betätigungsgebiete aufzuzählen. 

Ab 1863 leitete er die Psychiatrische Klinik im Juliusspital, ab 1872 zudem die Abteilung für Syphilis und Hauterkrankungen, für die er eine eigene Klinik einrichtete. Seine Arbeit und Lehre erstreckten sich auf die Innere Medizin und Chirurgie, Dermatologie und Venerologie, Kinderheilkunde und Psychiatrie.

Pionier der Pädiatrie

Die ambulante Behandlung kranker Kinder lag von Rinecker besonders am Herzen. 1844 wurde er „Professor für Pädiatrik“. 1850 erfolgte in Würzburg die Gründung der ersten Universitäts-Kinderklinik der Welt und von Rinecker wurde „Öffentlich-ordentlicher Professor der Kinderkrankheiten“.
Naturwissenschaft statt Naturphilosophie

Von Rinecker bemühte sich nach Kräften, die damals in der Medizin herrschende Naturphilosophie durch eine naturwissenschaftliche Grundlage zu ersetzen. Er galt als Stratege, war ein angesehener akademischer Lehrer verschiedener Fächer und ein gesuchter Konsiliararzt.

Vor allem aber galt und gilt Rinecker als Verwaltungsgenie und als Mentor der Medizinischen Fakultät. Mehrmals deren Dekan und zweimal Rektor der Universität sowie abwechselnd Vorstand verschiedener Kliniken – darunter der ersten, durch ihn begründeten Universitätskinderklinik der Welt – ist er vor allem durch seine Berufungspolitik, der unter anderem die Berufungen von Franz Kiwisch von Rotterau, Albert Koelliker und Rudolf Virchow zu verdanken sind, zu einem Garant der Führungsstellung der Würzburger Medizinischen Fakultät in Deutschland geworden.

Ehrung posthum

Seit 1890 vergibt die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg die nach ihm benannte Rinecker-Medaille an Mediziner und Naturwissenschaftler mit besonderen Beziehungen zu Würzburg. Zu seinen Ehren wurde die ehemalige „Franz-Lehar-Straße“ in der Würzburger Altstadt in „Franz-von-Rinecker-Weg“ umbenannt.

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Universitätsarchiv der Universität Würzburg
Quelle Textnachweis: Auszug aus Vollmuth R., Keil G.: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ärztliches Journal 2002

Rudolf Virchow (1821 - 1902)

Rudolf Ludwig Karl Virchow, einer der größten deutschen Mediziner, gilt als Mitbegründer der modernen Pathologie. Er engagierte sich auf dem Gebiet der Seuchenbekämpfung und Hygiene und setzte sich als Politiker im Deutschen Reichstag für eine medizinische Grundversorgung der Bevölkerung ein.
 

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Engagiert an der Charité und im Juliusspital

Rudolf Ludwig Karl Virchow (1821-1902) war einer der größten deutschen Mediziner aller Zeiten. Infolge seines Konzeptes der Zellularpathologie gilt er als Mitbegründer der modernen Pathologie. Daneben leistete er Bedeutendes auf dem Gebiet der Seuchenbekämpfung und Hygiene und setzte sich als Politiker im Reichstag für eine medizinische Grundversorgung der Bevölkerung ein.

Virchows wesentliche Wirkungsstätte war die Berliner Charité. Sein politisches Engagement bei der Märzrevolution 1848 zwang ihn jedoch, Berlin zu verlassen. Von 1849 bis 1956 lehrte er an der Würzburger Universität. Parallel zu Würzburg hatte Virchow auch mit den Universitäten in Gießen und Zürich verhandelt. Für Würzburg sprachen die Attraktivität der verjüngten Medizinischen Fakultät sowie das Juliusspital, ein großes Krankenhaus mit hoher Sektionsfrequenz. In Würzburg leitete Virchow als zweiter Amtsinhaber das Pathologische Institut, das räumlich im Gartenpavillon des Juliusspitals untergebracht war. Virchows bahnbrechende Erkenntnis, dass "omnis cellula e cellula" hervorgeht, leitete sich aus seiner Würzburger Schaffenperiode ab.

Naturwissenschaftliche Krankheitslehre

Nach seiner Ankunft führte Virchow in Würzburg zunächst seine Berliner Forschungen weiter (z.B. zur Embolie). In der Folgezeit widmete er sich immer stärker der mikroskopischen Anatomie und Pathologie und erforschte eine Vielzahl von Themen, für die er in der Zellularpathologie einen gemeinsamen Nenner fand.

Zu den zahlreichen publizierten Forschungsthemen seiner Würzburger Jahre gehören u.a. Embolie, Hämatoidin, Amyloid, Myelin, Entzündung, Bindegewebe, Schädelwachstum, Rachitis und Osteomalacie, Knochen- und Knorpelkörperchen, Echinococcus, Papillome und Cancroid.
Virchow begründete eine neue naturwissenschaftliche Krankheitslehre, wonach alle Krankheitszustände des Organismus auf krankhafte Veränderungen der Körperzellen zurückgeführt werden (Zellularpathologie). Sie löste die jahrhundertealte „Humoralpathologie“ ab, die Krankheit als eine Störung des Säftesystems (Blut, Schleim, Galle) verstand.

Im Jahr 1856 kehrte Rudolf Virchow wieder an seine alte Wirkungsstätte an der Berliner Charité zurück. Er war mittlerweile so berühmt, dass er die Konkurrenz um den vakanten Lehrstuhl für Pathologie für sich entscheiden konnte. Mit der Konzeption der Zellularpathologie hatte er seine pathologische Forschung zum krönenden Abschluss gebracht. Was er jetzt brauchte, war eine große Bühne zu ihrer Verkündung. Dafür eignete sich die kommende Weltstadt Berlin besser als die Würzburger Provinz. Am 6. Oktober 1856 reiste Virchow mit der Bahn von Würzburg nach Berlin, wo er in den folgenden 46 Jahren eine herausragende Rolle in Medizin, Anthropologie und Politik spielen sollte.

Gegner Bismarcks im Deutschen Reichstag

Virchow war Mediziner, Anthropologe, Ethnologe und Archäologe. Als liberaler Politiker war er ein entschiedener Gegner Otto von Bismarcks und wurde von diesem – nach einer besonders stürmischen Debatte im Preußischen Landtag - sogar zu einem Duell gefordert. Dieses lehnte Virchow allerdings mit der Begründung ab, es sei keine zeitgemäße Art der Diskussion.



Rudolf Virchow (1821-1902) in seiner Würzburger Zeit
Bildnachweis: Pathologisches Institut der Universität Würzburg

Auszüge aus Textpassagen des Pathologischen Instituts der Universität Würzburg
http://www.pathologie.uni-wuerzburg.de/externer Link

Albert von Koelliker (1817 - 1905)

Albert von Koelliker war ein bedeutender Anatom und Physiologe des 19. Jahrhunderts. 1849 zeigte er, dass Nervenfasern Fortsätze von Nervenzellen sind. Er gilt heute als der Begründer der modernen, mikroskopischen Morphologie (Lehre von der Struktur und Form der Organismen).

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Rudolf Albert Koelliker (1817-1905) war ein bedeutender Anatom und Physiologe des 19. Jahrhunderts. Er studierte Medizin in seiner Geburtsstadt Zürich, dann in Bonn, Berlin und Heidelberg. Als Schüler von Jakob Henle promovierte er in Philosophie und Medizin und wurde im Jahr 1844 Professor an der Universität Zürich. Im Jahr 1847 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für für Experimentalphysiologie, Mikroskopie und vergleichende Anatomie an der Universität Würzburg, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1903 blieb. Als „Studentenmagnet“ machte Albert von Koelliker die Würzburger Medizinische Fakultät zu einer der größten im Deutschen Reich.


Anatomische Arbeit im Gartenpavillon

Von Koelliker arbeitete zeitweise neben Rudolf Virchow im Theatrum Anatomicum, dem heutigen Gartenpavillon des Juliusspitals, der von 1726 bis 1853 der Anatomie diente.Nach der Rückkehr Virchows nach Berlin war es vor allem Koellikers Verdienst, dass das hohe Niveau der Würzburger Medizinischen Fakultät aufrechterhalten werden konnte.

„Kölliker – ebenso wie Virchow – revolutionierte die Ausbildung in seinem Fach durch praktische Mikroskopierkurse und vollzog in seiner Forschung ebenfalls den Übergang von der Makroskopie zur Mikroskopie. Insbesondere seine histologischen Arbeiten machten Kölliker berühmt. So entdeckte er neben der glatten Muskelzelle zahlreiche weitere feingewebliche Strukturen und systematisierte seine Arbeiten als Autor des ersten Handbuches der Histologie. Kölliker entdeckte, dass das Ei eine Zelle ist, und dass alle Zellen in einem Organismus sich durch Teilung aus der Eizelle entwickeln. 1849 zeigt er, dass Nervenfasern Fortsätze von Nervenzellen sind. Zu Recht gilt er als der Begründer der modernen, mikroskopischen Morphologie“ (Textpassage aus der Homepage des Pathologischen Instituts der Universität Würzburg).

„Physikalisch-Medizinische Gesellschaft“ gegründet

1849 gründete er in Würzburg die „Physikalisch-Medizinische Gesellschaft“. Diese Institution erlebte ihre Sternstunde am 23. Januar 1896, als der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen über die von ihm entdeckten „X-Strahlen“ berichtete und eine Aufnahme von Koellikers Hand anfertigte. Auf Albert von Koellikers Vorschlag hin heißen sie heute Röntgenstrahlen.

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Ehrung zu Lebzeiten und posthum

In Würdigung seiner großen Verdienste wurde Koelliker im Jahr 1897 durch den bayerischen Prinzregenten Luitpold der Adelstitel verliehen. Die Stadt Würzburg erinnert an Albert von Koelliker, indem sie 1897 die ehemalige Stelzengasse in Koellikerstraße umbenannte. Auch der 1995 eingeweihte Neubau des Krankenhauses der Stiftung Juliusspital Würzburg in der Koellikerstraße trägt seinen Namen.

Texte: Prof. Dr. W. Scheppach (08/09), P. Benkert & Martina Schneider - Stiftung Juliusspital

Quelle Bildnachweis: Anatomisches Institut der Universität Würzburg
Demonstration der X-Strahlen an der Hand Koellikers (1896) - Bildnachweis: Pennsylvania State University, Radiology Centennial
Quelle Textnachweis: Auszug aus Vollmuth R., Keil G.: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ärztliches Journal 2002.

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