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19.10.2026

Jubiläum: 25 Jahre Palliativakademie und Palliativstation am Juliusspital

Knapp 230 Teilnehmende besuchten das Symposium „Von der Vision zur gelebten Praxis“.

Würzburg, 10. Oktober 2026. Ein voller Saal, herzliche Begegnungen und ein spürbares Gefühl der Zusammengehörigkeit: Mit knapp 230 Teilnehmenden feierte die Stiftung Juliusspital und das Klinikum Würzburg Mitte am Samstag, 10. Oktober, das 25-jährige Bestehen ihrer Palliativakademie und Palliativstationen. Das Symposium „Von der Vision zur gelebten Praxis“ im Matthias-Ehrenfried-Haus zeigte eindrucksvoll, wie groß die Verbundenheit innerhalb der Palliativ- und Hospizgemeinschaft ist. Trotz des Wochenendtermins waren zahlreiche Fachleute, Ehrenamtliche und langjährige Wegbegleiter aus nah und fern gekommen. Für viele fühlte sich der Tag fast wie ein großes Familientreffen an.

Dank und Würdigung für die Wegbereiter der Palliativversorgung

Den Auftakt bildete ein Filmporträt der Stiftung Juliusspital, die in diesem Jahr ihr 450-jähriges Bestehen feiert. Es schlug den Bogen vom historischen Stiftungsauftrag „Helfen & Heilen“ zur heutigen Palliativversorgung. Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck würdigte in seiner Begrüßung insbesondere die Menschen, die diese Entwicklung ermöglicht und geprägt haben. Allen voran Dr. Rainer Schäfer, Pionier der Palliativmedizin am Juliusspital, langjähriger Chefarzt am Klinikum Würzburg Mitte und Oberpflegamtsrat der Stiftung Juliusspital, dessen jahrzehntelanges Wirken mit langanhaltendem Applaus gewürdigt wurde. Auch der frühere Akademieleiter und Mitbegründer Günter Schuhmann, seine Nachfolgerin Birgit Müller-Kolbert, die ehemaligen und heutigen Verantwortlichen der Palliativstationen sowie die früheren Oberpflegamtsdirektoren Dr. Georg Schorn und Walter Herberth fanden besondere Anerkennung. Ein ausdrücklicher Dank galt ebenso allen Mitarbeitenden der Palliativakademie, der Palliativstationen, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), des Hospizes sowie des Brückenteams des Hospizvereins, die alle gemeinsam das umfassende Versorgungsangebot Tag für Tag mit Leben füllen.

„Was vor 25 Jahren mit einer Vision begann, ist heute ein umfassendes Versorgungsangebot, auf das wir als Stiftung stolz sein dürfen“, betonte Stiftungsleiter Karsten Eck. „Es zeigt, wie wir unseren Stiftungsauftrag ‚Helfen & Heilen‘ über die Jahrhunderte hinweg immer wieder neu denken und weiterentwickeln, um den jeweiligen Nöten und Bedürfnissen unserer Zeit gerecht zu werden. Vor 25 Jahren fehlten spezialisierte Angebote für die würdevolle Begleitung schwerstkranker Menschen am Lebensende.“

Von den Anfängen zur vernetzten Versorgung

Wie aus der damaligen Pionierarbeit das heutige Palliativzentrum entstand, zeichnete Dr. Rainer Schäfer anschließend in seinem Vortrag über die palliativen Meilensteine der Stiftung Juliusspital nach. Seine persönlichen Einblicke in die Aufbauarbeit machten deutlich, wie viel Überzeugungskraft, Beharrlichkeit und Zusammenarbeit damals notwendig waren, um neue Wege in der Begleitung schwerstkranker Menschen zu eröffnen.

Einen wissenschaftlichen und zugleich nachdenklichen Impuls setzte Prof. Dr. Helen Kohlen mit ihrem Vortrag „Die Banalität des Guten – Warum es sich lohnt, immer wieder neu anzufangen und am Gelingen festzuhalten“.

Besonders anschaulich wurde die tägliche Praxis anschließend anhand einer Fallvignette: Der langjährige leitende Oberarzt der Palliativstationen, Dr. Heribert Joha, und Vertreterinnen des Brückenteams, der SAPV und des Juliusspital Hospizes zeigten, wie eng die unterschiedlichen Bereiche zusammenarbeiten. Ob auf der Palliativstation, zu Hause oder im Hospiz – entscheidend ist, dass Menschen und ihre Angehörigen auch beim Wechsel zwischen den Versorgungsformen verlässlich begleitet werden.

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Dr. Rainer Schäfer führte als langjähriger Chefarzt und Pionier der Palliativmedizin am Juliusspital durch die Entstehungsgeschichte bis zum heutigen vielfältigen und einzigartigen Versorgungsangebot (Foto: Maria Sippel)

Fachlicher Austausch und ein starkes Gemeinschaftsgefühl

In der Mittagspause ging es zur Zehntscheune auf dem Stiftungsgelände. Bei heißer Suppe und guten Gesprächen wurde deutlich, was diesen Jubiläumstag besonders machte: Neben dem fachlichen Programm stand das persönliche Wiedersehen, Kennenlernen und Netzwerken im Mittelpunkt.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden in zwei Workshop-Runden aus einem vielfältigen Angebot wählen. Die Themen reichten von palliativer Sedierung, Therapiezieländerungen in der Intensivmedizin und dem Umgang mit Todeswünschen über spirituelle Begleitung und Musiktherapie bis hin zu Aromapflege, naturheilkundlichen Anwendungen und Entspannungstechniken. Auch eine medizinhistorische Entdeckungsreise über das Stiftungsgelände gehörte dazu.

Die Workshops fanden im Matthias-Ehrenfried-Haus, in der Palliativakademie und auf dem Gelände der Stiftung statt. Dass die Wege zwischen den Veranstaltungsorten und der gesamte Tagesablauf so reibungslos funktionierten, war der sorgfältigen Vorbereitung und dem großen Einsatz des Akademieteams zu verdanken.

Birgit Müller-Kolbert, Leiterin der Juliusspital Palliativakademie, führte sicherem Gespür für die Menschen durch das Programm. „Dieser Tag hat gezeigt, wie lebendig und eng verbunden unsere Palliativgemeinschaft ist. Fachliches Wissen, gegenseitiges Lernen und menschliche Haltung gehören für uns untrennbar zusammen. Dass so viele Menschen an einem Samstag gekommen sind, ist ein wunderbares Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit“, so Müller-Kolbert.

Erkenntnisperlen und ein zuversichtlicher Blick nach vorne

Zum Abschluss kamen alle Teilnehmenden wieder im Matthias-Ehrenfried-Haus zusammen. Unter dem Titel „Erkenntnisperlen“ wurden die wichtigsten Gedanken und Impulse aus den Workshops zusammengetragen. So konnten alle auch an den Themen teilhaben, die sie selbst nicht besucht hatten.

Ein besonderer Moment war der gemeinsame Dank an alle Mitwirkenden: Referierende, Workshopleitende und die Teams der Palliativversorgung und Palliativakademie wurden auf die Bühne gebeten und erhielten als Zeichen der Anerkennung jeweils einen Juliusspital Jubiläumswein. Für die großartige Organisation und ihre souveräne Moderation wurde Birgit Müller-Kolbert zusätzlich mit einem Blumenstrauß überrascht.

Den Blick in die Zukunft richtete abschließend PD Dr. Jan Stumpner, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Palliativmedizin am Klinikum Würzburg Mitte: „Die vergangenen 25 Jahre haben gezeigt, wie wichtig die Palliativversorgung ist und wie viel wir gemeinsam erreicht haben. Heute ist sie als unverzichtbarer Bestandteil einer menschlichen und ganzheitlichen medizinischen Versorgung anerkannt. Deshalb blicke ich mit Zuversicht in die Zukunft und freue mich darauf, unser Angebot gemeinsam mit allen Beteiligten weiterzuentwickeln – auf hohem fachlichem Niveau und immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.“

Titelbild: Ein voller Saal und viel Applaus für das Team der Palliativversorgung der Stiftung Juliusspital und des Klinikum Würzburg Mitte beim Jubiläumssymposium im Matthias-Ehrenfried-Haus Würzburg (Foto: Maria Sippel)

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