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04.11.2026

Klaus Holetschek zu Besuch in der Stiftung Juliusspital Würzburg

Gesundheitsversorgung und Pflege im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs

Die Zukunft der medizinischen und pflegerischen Versorgung stand im Mittelpunkt des Besuchs von Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, am 19. Oktober in der Stiftung Juliusspital Würzburg. Gemeinsam mit Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck und den Verantwortlichen aus Klinikum und Seniorenstift tauschte er sich über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven im Gesundheits- und Pflegebereich aus.

Der Besuch knüpfte an den langjährigen Kontakt mit Klaus Holetschek an, der sich bereits als Bayerischer Gesundheits- und Pflegeminister mit den Anliegen der Stiftung und des Klinikums Würzburg Mitte befasst hatte. Im Jahr des 450. Stiftungsjubiläums bot der Rundgang zugleich Gelegenheit, Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Stiftung zu geben, die seit 1576 ihrem Auftrag „Helfen & Heilen“ verpflichtet ist.

Klinikum Würzburg Mitte: Gesundheitsversorgung im Wandel

Gemeinsam mit Dominik Landeck, Geschäftsführer des Klinikums Würzburg Mitte (KWM), besichtigte Holetschek unter anderem die Zentrale Notaufnahme des Klinikums. Im Austausch mit Chefärztin Dr. med. Elisabeth Bösl sowie dem Pflegerischen Leiter Tobias Niederhammer informierte er sich über aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin und die Auswirkungen der geplanten Reform der Notfallversorgung, die die Vernetzung ambulanter und stationärer Notfalleinrichtungen fördern, die Patientensteuerung verbessern und dadurch Notaufnahmen entlasten soll. Am KWM-Standort Juliusspital steht mit der Zentralen Notaufnahme, den direkt angebundenen Fachabteilungen, dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sowie der unmittelbar im Klinikgebäude angesiedelten Ärztlichen Bereitschaftspraxis bereits jetzt ein umfangreiches Versorgungangebot für Patientinnen und Patienten mit akuten Erkrankungen zur Verfügung.

Der weitere Rundgang über ausgewählte Stationen der Klinik bot Gelegenheit für einen vertieften Austausch über Perspektiven der medizinischen Versorgung angesichts der geplanten Krankenhausreform. Dabei standen insbesondere die finanziellen Herausforderungen, die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung sowie die zukünftigen Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Krankenhauslandschaft im Mittelpunkt.

„Seitens KWM sehen wir uns für die anstehenden Reformen gut gerüstet“, erklärt KWM-Geschäftsführer Dominik Landeck. „Wir haben frühzeitig alle für unser Haus relevanten Leistungsgruppen im Rahmen der Krankenhausreform beantragt und damit eine wichtige Grundlage für die zukünftige Ausrichtung unseres Klinikums geschaffen. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen blicken wir zuversichtlich nach vorne mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung in unserer Region langfristig auf hohem Niveau sicherzustellen.“ 

Anschließend führte der Rundgang durch den historischen Holzfasskeller des Juliusspital Weinguts, wo Weingutsleiterin Tanja Strätz u.a. das eigens zum 450. Jubiläum gestaltete Weinfass vorstellte.

Pflege: Gute Versorgung langfristig sichern

Im Juliusspital Seniorenstift informierte Geschäftsbereichsleiterin und Einrichtungsleiterin, Jana Nolte über die möglichen Auswirkungen der geplanten gesetzlichen Neuregelungen in der Pflege, dem sogenannten Pflegeneuordnungsgesetz. Im Mittelpunkt standen insbesondere die vorgesehenen Änderungen bei der Kurzzeitpflege und den Entlastungsleistungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.

So sieht der aktuelle Referentenentwurf vor, den bisherigen gemeinsamen Jahresbetrag für Kurzzeit- und Verhinderungspflege durch ein sogenanntes Überbrückungsbudget zu ersetzen. Damit wären sowohl eine Reduzierung der finanziellen Mittel als auch Einschränkungen bei deren Verwendung verbunden. „Gerade für ältere Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend auf Kurzzeitpflege angewiesen sind, könnte diese Budgetreduzierung die Organisation einer bedarfsgerechten Anschlussversorgung erschweren“, befürchtet Nolte. Auch die geplante Einführung eines Sozialraumbudgets anstelle des bisherigen Entlastungsbetrags wurde kritisch diskutiert. Durch die vorgesehene Einschränkung der Verwendungsmöglichkeiten könnten bewährte Angebote wie die Kurzzeitpflege, die Tagespflege oder die ambulante hauswirtschaftliche Versorgung künftig schwerer zugänglich werden. Die Verantwortlichen der Stiftung sehen darin das Risiko, dass pflegebedürftige Menschen weniger Unterstützung erhalten und pflegende Angehörige zusätzlich belastet werden.

Holetschek zeigte großes Interesse an den praktischen Auswirkungen der geplanten Regelungen und bat um weiterführende Informationen, um die angesprochenen Anliegen auf politischer Ebene aufgreifen zu können.

„Unser Ziel ist es, auch in Zukunft eine hochwertige und würdevolle Versorgung pflegebedürftiger Menschen sicherzustellen und ihre Angehörigen bestmöglich zu entlasten. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen“, betonte Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck.

Investitionen in die Zukunft der Pflege

Wie die Stiftung Juliusspital selbst zur Sicherung der Pflege beiträgt, zeigte der anschließende Blick auf die Baustelle des neuen Julius Care Pflegebildungszentrums in der Klinikstraße 8. Mit modernen Ausbildungsbedingungen und der Qualifizierung auch internationaler Pflegekräfte investiert die Stiftung hier in die Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte für die Region.

Den Abschluss des Besuchs bildete ein gemeinsamer Austausch in der Vinothek bei einem Glas alkoholfreien Weins. Als Erinnerung überreichte Karsten Eck dem Fraktionsvorsitzenden die Jubiläumspublikation der Stiftung sowie einen Jubiläumswein aus dem Juliusspital Weingut.

Titelbild v.l.: Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck, Weingutsleiterin Tanja Strätz, Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek, Abgeordnete Dr. Andrea Behr, MdL, Abgeordneter Björn Jungbauer, MdL, Klinik-Geschäftsführer Dominik Landeck