Presse

04.04.2017

Biologische "Killerkarpfen" als Ökopolizei

Den Teich des Seniorenstifts säubern Fische jetzt selbst

Würzburg – Den Algen im Teich im Park des Seniorenstifts Juliusspital geht es seit einiger Zeit an den Kragen. Wolfgang Neubauer, der Pflegedienstleiter des Stifts hatte – zusammen mit einigen Mitarbeitern - die Idee, mal Fische die Arbeit erledigen zu lassen, für die man sonst in regelmäßigen Abständen eine Fachfirma kommen lassen muss.

Das Thema Algen im rund 200 Quadratmeter großen Teich beschäftigt die Verantwortlichen des Seniorenstifts  schon seit längerem. „Der Teich muss immer wieder entalgt werden“, berichtet Neubauer. Zwar hat das Gewässer eine ausreichend dimensionierte Filteranlage aber auch sie schafft es nicht, die Algen im Zaum zu halten. Wärme, Sonne, alles fördert das Algenwachstum.

Und auch der Regen ist nicht ohne. Durch ihn gelangen nämlich die Schadstoffe, die in der Stadt herumschwirren, ins Wasser mit dem Resultat, dass das Gewässer auf Dauer übersäuert. Das Resultat: Die Algen verbreiten sich ungehemmt und zerstören so das ökologische Gleichgewicht.

Daher bekam der Teich im vergangenen Sommer einige neue „Bewohner“. Aus der Fischerei Gerstner in Obervolkach holte sich Philipp Schmitt zusammen mit vier Bewohnern einige Fische, deren Lieblingsspeise Algen sind.

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Zwei große und gefräßige Graskarpfen wurden eingesetzt. Sie fressen Algen und auch die langen Fadenalgen. Fadenalgen sind normalerweise ein positives Zeichen, denn sie sprechen für die biologische Qualität und Stabilität eines Teichs.

Dennoch müssen auch Fadenalgen regelmäßig aus dem Teich entfernt werden, weil sie beim Absterben Stickstoff-Verbindungen wieder an den Teich zurückgeben. Nun also sind die Graskarpfen im Seniorenstift-Teich zugange und fressen und fressen und fressen.

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Außerdem haben 20 Nasen (sie werden auch Näsling oder Schnabel genannt und gehören zur Familie der Karpfenfische) ihre Heimat im Teich im Park des Seniorenstifts gefunden. Auch zu ihrer Lieblingsspeise gehören die Algen, aber sie lassen alles andere Grün drumherum in Ruhe. „Wenn wir hier 20 Graskarpfen eingesetzt hätten, dann wäre unser Teich in kürzester Zeit leer gefressen“, sagt Neubauer. Daher die Nasen.

Um wiederum dann den Teich nicht weiter zu verschmutzen kamen noch 15 Silberkarpfen dazu, die die Hinterlassenschaften der anderen Fische auffressen. Also, ein durchaus nachvollziehbarer Kreislauf. Die Fische haben einen reichlich gedeckten Tisch und können sich nach Lust und Laune satt fressen.

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