Staatsministerin Michaela Kaniber zu Gast in der Stiftung Juliusspital
Würzburg, 2. September 2026. – Wie lassen sich ein 450 Jahre altes Erbe, wirtschaftliche Verantwortung und soziale Aufgaben auch unter veränderten Rahmenbedingungen miteinander verbinden? Darüber informierte sich Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, bei ihrem Besuch in der Stiftung Juliusspital Würzburg. Gemeinsam mit Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck besuchte sie die steinerne Stiftungsurkunde, das Weingut, die Baustelle des neuen Pflegebildungszentrums mit Service Wohnen sowie das Seniorenstift.
An der steinernen Stiftungsurkunde wird der seit 450 Jahren bestehende soziale Auftrag des Juliusspitals sichtbar. Seit ihrer Gründung verbindet die Stiftung ihre sozialen Aufgaben mit eigenen wirtschaftlichen Grundlagen. Weinbau, Land- und Forstwirtschaft tragen bis heute dazu bei, diesen Auftrag langfristig zu sichern.
Blick auf Herausforderungen in Weinbau, Landwirtschaft und Forst
Im Gespräch richtete Kaniber den Blick insbesondere auf die aktuellen Herausforderungen dieser Bereiche und die Frage, wie gewachsene Strukturen und Kulturgüter unter veränderten wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen erhalten und weiterentwickelt werden können. Dabei machte sie deutlich, dass es gerade in schwierigen Zeiten darauf ankomme, Zuversicht zu vermitteln und die richtigen Prioritäten zu setzen.
„Was ich hier im Juliusspital sehen und erleben durfte, hat mich tief beeindruckt und auch bewegt. Seit 450 Jahren zeigt diese besondere Stiftung, wie wirtschaftliche Verantwortung und der Dienst am Menschen zusammengehören. Weinbau, Land- und Forstwirtschaft schaffen die Grundlage dafür, dass das Juliusspital seinen sozialen Auftrag erfüllen und zugleich in die Zukunft investieren kann. Dabei wissen wir leider nur zu gut, unter welchem Druck gerade diese Bereiche stehen: Klimawandel, steigende Kosten und schwierige Märkte stellen sie vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, gewachsene Strukturen zu erhalten und gleichzeitig den Mut für Neues zu haben. Vor allem aber sind es die Menschen, die das Juliusspital mit Leben erfüllen. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank: all jenen, die sich hier mit Leidenschaft, Herzblut und ganzer Kraft für andere und damit für unsere Gesellschaft einsetzen. Genau dieses Miteinander macht das Juliusspital seit Generationen zu einem ganz besonderen Ort“, betonte Staatsministerin Michaela Kaniber.
Feierliche Enthüllung des Jubiläumsweinfasses
Im historischen Holzfasskeller des Juliusspital Weinguts enthüllte die Ministerin das eigens zum 450-jährigen Jubiläum der Stiftung gestaltete Jubiläumsweinfass. Die kunstvolle Schnitzerei des Bildhauers Kurt Grimm auf dem Fassboden des 2.600-Liter-Fasses zeigt Motive der historischen Stiftungsurkunde.
„Unser Jubiläumsfass steht nicht nur für 450 Jahre Weinbau im Juliusspital. Es steht auch für unsere Verantwortung, dieses besondere Erbe weiterzuentwickeln und für kommende Generationen zu erhalten. Gerade angesichts der klimatischen und wirtschaftlichen Veränderungen bedeutet Tradition für uns deshalb nicht Stillstand, sondern den Mut, neue Wege zu gehen“, betonte Weingutsleiterin Tanja Strätz.
Feierliche Enthüllung des Jubiläumsweinfasses durch Staatsministerin Kaniber im 250 Meter langen Holzfasskeller des Juliusspital Weinguts (Foto: Katharina Otto)
Investitionen in die Zukunft der Pflege
Wie die Stiftung zugleich in ihre soziale Zukunft investiert, zeigte sich beim Besuch der Baustelle des Julius-Care Pflegebildungszentrums und der neuen Service-Wohnanlage auf dem Gelände der Klinikstraße 8. Dort informierte sich Kaniber über die geplanten Angebote für Pflegeausbildung und altersgerechtes Wohnen. Bei einer Führung durch das Seniorenstift erhielt sie zudem Einblicke in die tägliche Arbeit und das vielfältige Angebot für die Bewohnerinnen und Bewohner.
„Seit 450 Jahren steht im Mittelpunkt unseres Handelns der Mensch. Diesen Auftrag können wir aber nur erfüllen, wenn wir nicht allein auf das Heute schauen. Mit Investitionen in Pflege, Bildung und zeitgemäße Wohn- und Versorgungsangebote schaffen wir Strukturen, die auch kommenden Generationen zugutekommen. Darin liegt für uns die Verbindung zwischen dem Auftrag unseres Stifters und unserer Verantwortung für die Zukunft“, erklärte Oberpflegamtsdirektor Karsten Eck.
Ausklang in der Vinothek und Erinnerung an Barbara Stamm
Zum Abschluss kamen Kaniber und Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung in der Vinothek zu einem ausführlichen persönlichen Austausch zusammen. Dabei erinnerte die Ministerin auch an die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die dem Juliusspital eng verbunden war. Sie sei sich sicher, dass Barbara Stamm sehr stolz auf das wäre, was sie heute im Juliusspital sehen könnte.
Der offene Austausch über die Herausforderungen traditionsreicher Betriebe und sozialer Einrichtungen sowie das große Interesse der Ministerin an den unterschiedlichen Aufgabenbereichen und ihren Zusammenhängen machten den Besuch für die Stiftung besonders wertvoll.
Titelbild: Staatsministerin Michaela Kaniber (M.) besuchte die Stiftung Juliusspital Würzburg, v.l.: Pfarrer Bernhard Stühler, Abgeordnete Dr. Andrea Behr, MdL, Oberpflegamtsrat und Chefarzt am KWM, Prof. Dr. Ulrich Steger, Staatsministerin Michaela Kaniber, Oberpflegamtsdirektor der Stiftung, Karsten Eck, Weingutsleiterin Tanja Strätz und Abgeordneter Björn Jungbauer, MdL (Foto: Judith Schmidhuber, StMELF)