Presse

17.01.2019

Neujahrsempfang der Stiftung Juliusspital

„Wir stehen am Beginn eines Jahres, in dem in vielfältiger Weise die Weichen für die Zukunft der Stiftung gestellt werden können.“

Beim Neujahrsempfang der Stiftung Juliusspital zählte Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth die Projekte auf, die in diesem Jahr begonnen und in den darauffolgenden Jahren ihren Abschluss finden werden. Darunter sind große und für eine gesunde Weiterentwicklung der Stiftung wichtige Projekte, die zum Teil in den Startlöchern stehen aber auch schon auf den Weg gebracht wurden.  

Eines davon ist die Poliklinik, deren alte Gebäude nun endlich rückgebaut werden können. Auf dem Gelände wird die Stiftung dann eine Kombination von Wohn- und kliniknaher Nutzung anbieten. Die Pläne dafür sollen in einem Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht werden, so Herberth.

Zukünftige Baumaßnahmen auf gutem Weg

Ein solcher Wettbewerb läuft aktuell bereits für das Wohn- und Ärztehaus am Hubland, für das die Stiftung im vergangenen Jahr das Grundstück im neuen Würzburger Stadtteil erworben hatte. Am 13. März wird das Preisgericht den Siegerentwurf küren.

Für die Umgestaltung des Anbaus des Müller-Thurgau-Hauses in der Klinikstraße 3 seien die Planungen des Weingutes zur künftigen Nutzung schon weitgehend gediehen bedürfen jedoch noch der Verfeinerung und Freigabe, erklärte Herberth. Auch im Seniorenstift wird sich etwas tun. Das Seniorenstift plane – mit einem verträglichen Anbau in Richtung Garten - seinen Anteil an Einbettzimmern zu erweitern.

Das KWM plant die Erweiterung des Koellikerbaus in Richtung Notaufnahmerampe um den künftigen Erfordernissen der Klinik Rechnung zu tragen. „Die Erweiterung wird das Erscheinungsbild des inneren Bereiches unseres Stiftungsareals deutlich verändern“, kündigte Herberth an. Im KWM gibt Wolfgang Popp den Geschäftsführerstab weiter an Dominik Landeck, der ab dem 1. Mai – neben Wolfgang Sauer – Geschäftsführer des KWM wird und – in Personalunion – auch weiterhin den Posten des Kaufmännischen Direktors innehat.

Zähe Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern

Nach wie vor ungewiss, so Herberth, sei der Fortgang der Verhandlungen der Stiftung mit dem Freistaat Bayern über den Kaufpreis für die große Ankaufsfläche am Rotkreuzhof, die die Uniklinik für die Erweiterung von Kopfklinik sowie Frauen-Mutter-Kind-Zentrum benötigt. Dem Ansinnen des Juliusspitals nach einem fairen Kaufpreis in der Qualitätsstufe von Bauerwartungsland habe sich der Freistaat bisher verweigert.

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Herberth gab zu Bedenken, dass sich bei einer „Nicht-Einigung“ ein langwieriger Prozess zur gerichtlichen Klärung des Kaufpreises anschließen könne, der notwendig sei, wenn das bisherige Angebot eines noch unbestimmten Ackerlandpreises aufrechterhalten werde. Er bittet die Spitäler um Verständnis und Loyalität zu ihrem Juliusspital. „Meine Pflicht und die Pflicht des Oberpflegamtes ist es, einen sachgerechten Umgang mit dem Stiftungsvermögen zu gewährleisten.“

Der juliusspitälische Geist ist wichtiger denn je

Vielleicht unterstützt ja auch der juliusspitälische Geist die Verhandlungen und hilft, sie zu einem guten Ende zu bringen. „In Zeiten der Veränderung ist er wichtiger denn je“, sagte Herberth, zutiefst davon überzeugt, dass dieser Geist großen Anteil an der Entwicklung der Stiftung in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hatte.

Mit den Worten des Politikers und Feldherrn Perikles gab Herberth seinen Spitälern noch mit auf den Weg: „Wisset, dass das Geheimnis des Glückes die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber der Mut ist“ und wünschte ihnen, dass sie die Freiheit ihres Aufgabenbereichs nutzen können, sich hierbei stets der Verantwortung für das Detail und für das Ganze bewusst sind und auch immer den Mut für neue Überlegungen haben.

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Glück, was ist Glück, warum sind wir glücklich? Pfarrer Bernhard Stühler hatte dazu seine ganz eigene Sichtweise mitgebracht. „Vielleicht ist es eine Frage der Sichtweise, ob wir wirklich glücklich und zufrieden sind oder nicht.“ Dabei kann ein Perspektivwechsel ganz nützlich sein. „Es kommt auf die Sichtweise an, wie ich mein Leben wahrnehme, ist das Glas halbvoll oder halbleer? Hängen nur graue Wolken am Himmel oder bin ich froh über Regen, der so notwendig ist für die Natur?“

Gibt Dir das Leben Zitronen, mach' Limonade daraus

Stühler regte an, sich ab und zu einmal bewusst zu machen, wie gut es uns geht, welche Möglichkeiten uns offenstehen und wie wenig alles selbstverständlich ist. „Dann verspüren wir sicher das Gefühl von Glück und Dankbarkeit.“ Und wenn uns das Leben mal wieder „Zitronen“ gibt, halten wir es mit dem Spruch des amerikanischen Kommunikations- und Motivationstrainer Dale Carnegie: „Wenn das Schicksal Dir nur Zitronen gibt, dann mache Zitronenlimonade daraus.“

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Für die musikalische Umrahmung des Empfangs sorgten (von links) Florian Winkelhöfer, Nic Frauer und Leo Breuer.

Die Geschichte von den drei Zitronen

Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn war der Letzte seines Stammes und sehr reich. Da er als Bischof unvermählt und kinderlos blieb, machte er ein Testament, in dem er seinen Paten, den Sohn seiner Nichte, einer Gräfin von Ingelheim, zum Haupterben einsetzte. Er legte das Testament in eine Schachtel und überdeckte es mit Papier. Oben auf die Decke legte er drei Zitronen und sandte die versiegelte Schachtel durch einen eigenen Boten nach Mespelbrunn, wo seine Nichte mit ihrem Sohne wohnte.

Als sie öffnete und nichts in der Schachtel sah als drei Zitronen, wurde sie etwas ärgerlich, wusste nicht, ob es ein Scherz oder ein Schimpf von dem geistlichen Oheim sein sollte, entschloss sich kurzerhand und schickte die Schachtel samt den Zitronen sogleich zurück. Bischof Julius wunderte sich und sandte mit der aufs Neue versiegelten Schachtel nochmals den Boten nach Mespelbrunn. Die Gräfin von Ingelheim wusste nicht, was sie davon halten sollte und wurde noch ärgerlicher. Sie schnitt eine Zitrone auf in der Meinung, es stecke vielleicht etwas Geheimes in den Früchten; allein da sie nichts fand, schickte sie die Schachtel abermals zurück.

Und zum dritten Mal kam der Bote von Würzburg mit seiner Schachtel und mit drei frischen Zitronen darin. Die Gräfin hatte fast keine Lust, das Paket zu öffnen, und als ihr wieder die drei Zitronen entgegenschimmerten, fehlte wenig, dass sie dieselben nahm und dem Boten an den Kopf warf. Sie besann sich aber doch und schnitt alle drei auf. Als sie aber in allen dreien nichts fand, ward ihr Zorn grenzenlos. Sie warf die Zitronen sogleich zum Fenster hinaus, dem Boten die wieder zugeklappte Schachtel an den Kopf und drohte ihm, wenn er noch einmal vor ihre Augen komme, so wolle sie ihn aus Mespelbrunn hinauspeitschen lassen.

Wie der Bote dem Bischof berichtete, was sich begeben hatte, sprach Julius: "Ich sehe wohl, Gott hat mein Vermögen zu anderer Verwendung bestimmt, entnahm der Schachtel das mit Papier bedeckte Testament und warf es ins Feuer. Hierauf gründete er von seinem Reichtum zu Würzburg das berühmte, segensreiche Hospital, das seinen Namen trägt, und durch welche Stiftung Julius Echter von Mespelbrunn sein Andenken groß und unsterblich gemacht hat für alle Zeiten.

Quelle: Spessart-Sagen, Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948

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