Presse

03.05.2016

Dem Keim geht’s an den Kragen

Aktionstag „Saubere Hände“ im Juliusspital

Am Dienstag, 3. Mai drehte sich im Juliusspital, im Foyer des Krankenhauses und im Seniorenstift, beim „Aktionstag Saubere Hände“, alles um das Thema „Postoperative Wundversorgung“.

Die Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege der Stiftung Juliusspital hatten dieses ernste und wichtige Thema in einem kleinen Theaterstück kurzweilig aufbereitet und zeigten den Zuschauern den aseptischen Verbandswechsel bei einer infizierten Wunde.

„Es war einmal ein Keim…“ so begann die kurze Aufführung, in die die Schüler sehr viel Information sehr gut und nachvollziehbar für den Laien verpackt hatten. Das beeindruckte nicht nur die Besucher im Juliusspital sondern auch die viele Mitarbeiter, die sich das Stück ansahen und den Schauspielern am Ende begeisterten Applaus spendeten.

Kurz zusammengefasst: Ein Keim krabbelt in die frische Wunde und fühlt sich dort ausnehmend wohl. Ruckzuck kommt ein zweiter Keim hinzu, dann ein dritter….alle fühlen sich wohl und leben wie die Maden im Speck. Das geht aber nur so lange gut bis sich Schwester Kunigunde resolut mit Desinfektionsmittel und dem richtigen Sachverstand der Wundversorgung annimmt. Sie „geht den Keimen an den Kragen, ohne lange zu fragen“. Schnell hat die Schwester diese dann auch im Griff und ausgerottet - bis auf einen ganz besonders „anhänglichen“ und hartnäckigen Keim.

Er widersetzt sich allem und zuletzt können ihn die Ärzte dann – leider - nur mit Antibiotika zu Leibe rücken und ihn so eliminieren. Doch schließlich ist auch besagter hartnäckiger Keim buchstäblich im Keim erstickt und die Wunde heilt prima und genau so wie sie es soll. „Stets versorgt und gut gehegt, mit sauberem Pflaster stets gepflegt, was man so lange dann betreibt, bis nur noch eine Narbe bleibt…“

Die musikalische Umrahmung der vier Aufführungen im Foyer des Krankenhauses stattfanden, übernahmen ebenfalls Schüler der Berufsfachschule mit Livemusik.

Interessierte, Mitarbeiter, Patienten, Bewohner und Besucher informierten sich an verschiedenen Aktionsständen im Krankenhaus, am Holztor (Juliuspromenade) und im Seniorenstift rund um das Thema Händehygiene. Sie bekamen erklärt, wie ein korrekter Verbandswechsel an einem zentralen Venenkatheter durchgeführt wird. Außerdem konnten Sie unter anderem ihren Hauttyp bestimmen lassen, sich über die richtige und ausreichende Handpflege informieren, selbst ausprobieren und ihr eigenes „Desinfektionsverhalten“ in der „Black Box“ mittels UV-Lampe kontrollieren. Auch auf den Stationen waren die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene mit der „Black Box“ unterwegs.

Bereits zum siebten Mal veranstaltete das Juliusspital diesen Aktionstag, sagte Dominik Landeck von der Krankenhausverwaltung. „Postoperative Wundinfektionen sind die dritthäufigsten Krankenhausinfektionen“, erklärte er. Entgegenwirken könne man diesen durch die richtige Händedesinfektion, die „selbstverständlich ist, nicht nur am heutigen Tag“. Mit der Teilnahme an der Kampagne „Saubere Hände“ hebe das Juliusspital die Bedeutung einer richtigen Händedesinfektion im klinischen Alltag heraus und möchte auch die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Bei der Unterschriftenaktion „Wir machen mit“ konnten sich im Krankenhausfoyer alle eintragen, die sich für saubere Hände engagieren und die Aktion unterstützen.

Die „AKTION saubere Hände“ basiert auf der 2005 gestarteten WHO Kampagne „Clean Care is Safer Care". Deutschlandweit treten jährlich rund 500.000 Krankenhausinfektionen auf. Experten schätzen, dass 20 bis 30 Prozent vermeidbar wären, wenn Maßnahmen wie die Händedesinfektion konsequent umgesetzt werden.

Unser Erfahrungsbericht über den Aktionstag:

PPT Aktionstag 2016 Juspi PPT Aktionstag 2016 Juspi pdf - 1243 KB