Presse

20.04.2016

Stiftungsurkunde in 3 D

Martin von Wagner Museum zeigt Modell und virtuelle Präsentation

Würzburg, 20. April - 2017 jährt sich zum 400. Mal das Todesjahr Julius Echters von Mespelbrunn. Unter seiner Regierung erlebte die Stadt Würzburg eine weitgehende Umgestaltung, denn Echter war einer der tatkräftigsten Kirchenreformer seiner Zeit und zugleich ein freigiebiger Renaissancefürst.

An das Wirken des Würzburger Fürstbischofs werden in Würzburg zwei Ausstellungen erinnern. Die „Ausstellung zu Julius Echter und seiner Zeit“ (23. Juni bis 17. September 2017) wird sich schwerpunktmäßig der geistlichen Administration widmen und von Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg in Kooperation mit dem Kunstreferat der Diözese Würzburg im Museum am Dom ausgerichtet. Eine weitere Ausstellung (25. Juni bis 24. September 2017) im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg wird den Blick auf Echters Kunstbeziehungen richten.

Diese Ausstellung zum Thema „Julius Echter Patron der Künste“ ist ein Projekt der Universität Würzburg, in das auch das Universitätsarchiv und die Universitätsbibliothek eingebunden sind. Ein internationales Team aus aus Experten der echterzeitlichen Architektur, Kunst, Literatur und Musik erarbeitet die 21 Sektionen der Ausstellung.

Ein besonderes Objekt hätten die Verantwortlichen der Ausstellung dafür gerne gehabt: Die steinerne Stiftungsurkunde des Juliusspitals, die im Durchgang vom Innenhof zum Park auf dem Stiftungsgelände hängt. Leider, leider konnte Prof. Dr. Damian Dombrowski (Direktor Neuere Abteilung) und Dr. Markus Josef Maier (Kurator Neuere Abteilung) dieser Wunsch nicht erfüllt werden, da das Original, das der Bildhauer Hans Rodlein 1576 schuf, dort seinen Platz hat und auch bleiben wird.

Um den Besuchern der Ausstellung im Martin von Wagner Museum dennoch nicht nur ein Foto der historischen Urkunde zu präsentieren, sondern ihnen auch virtuell die Personen vor Augen zu führen, für die Fürstbischof Julius Echter sein Juliusspital vor über 440 Jahren gegründet hat, kamen Michael Tscherner und Bernhard Ludewig vom Rechenzentrum – Multimediadienste der Universität Würzburg auf den Plan.

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Sie scannten die steinerne Stiftungsurkunde ab. Was sich nun einfach anhört, nahm eine gute Stunde vor Ort in Anspruch, während der sich die beiden Fachleute akribisch und in Abschnitten – sowie in einem respektvollem Abstand – Stück für Stück durch die historische Urkunde arbeiteten. Tausend einzelner Bilder erzeugte der einem Bügeleisen gleichende Scanner dabei, die dann im Laptop gespeichert wurden. „Diese einzelnen Scans werden wir dann im Rechenzentrum anhand von markanten Punkten der Urkunde wieder zusammensetzen“, erklärt Tscherner. Wir, das sind die beiden Fachleute und der Computer, der dafür viele Stunden lang höchst angespannt rechnen und arbeiten wird. Ziel ist die Erstellung eines 3-D-Modells der Urkunde für die Ausstellung sowie eine Animation für den virtuellen Blick in die historische steinerne Stiftungsurkunde.

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Zahlreiche weitere Exponate werden im Martin von Wagner Museum den massiven Aufschwung erlebbar machen, den Stadt und Land unter der langen Herrschaft dieses Kirchenfürsten (1573–1617) genommen haben.

Weitere Informationen zu den Ausstellungen unter http://www.martinvonwagner-museum.com/#!vorschau/ci8p und http://www.echter2017.de/