Presse

15.03.2016

Wertschätzung ist wichtig

Stiftung Juliusspital feiert 440. Jahrestag ihrer Grundsteinlegung durch Julius Echter

Würzburg, 14. März - Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Kilian und einem Festakt im Gartenpavillon feierte die Stiftung Juliusspital ihren 440. Stiftungstag. Dabei war das Thema „Wertschätzung“ und ihre Bedeutung im Umgang miteinander ein wichtiger Punkt im Rückblick von Stiftungsleiter Walter Herberth. Auch Pfarrer Bernhard Stühler hatte in seiner Predigt betont, dass jeder der 1300 Mitarbeiter der Stiftung mit seinen besonderen Fähigkeiten und Talenten seinen ganz besonderen Beitrag leiste für die Gesamtaufgabe der Stiftung Juliusspital, die ein „effektives, menschliches und gesundes“ Unternehmen sein möchte.

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„Die beste Wertschätzung erfolgt immer in direkter Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Dies schließt natürlich Lob und Anerkennung von einer weiter übergeordneten Stelle nicht aus“, erklärte Herberth. Im Juliusspital möchte man ein Klima der echten und umfassenden Wertschätzung des Vorgesetzten gegenüber seinem unmittelbaren Mitarbeiter pflegen. „Der damit verknüpfte Effekt der Motivation, Loyalität und Freude des Mitarbeiters an der Arbeit soll prägend sein für die Situation in unseren Bereichen und ist am Ende maßgeblich für den Erfolg unseres Handelns.“

Er sei zuversichtlich, dass in der Stiftung der Aspekt der Wertschätzung auch in Zukunft nicht außer Acht gelassen werde und wolle dies auch für das künftige Krankenhaus unterstellen. „Das in beiden Häusern gepflegte Menschenbild ist hierfür eine gute Grundlage.“ Damit spannte Herberth den Bogen zu einem Schwerpunktthema des Jahres 2015: Die rechtliche Zusammenlegung des Krankenhauses Juliusspital mit der Missionsärztlichen Klinik. „Seit Anfang Oktober 2015 laufen regelmäßige Gespräche die relevant für die Zukunft eines von uns gemeinsam getragenen Krankenhauses und von daher auch in Einzelaspekten von großer Tragweite sind“, sagte Herberth.

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Zudem verwies der Stiftungsleiter auf das ebenfalls brisante Krankenhausstrukturgesetz. Damit verfolge die Politik vordergründig die Verbesserung der Qualität der Behandlung in den deutschen Krankenhäusern, hintergründig nach wie vor das Ziel, die Anzahl der Krankenhäuser und Krankenhausbetten in Deutschland zu reduzieren, nachdem dieses Ziel durch die Werkzeuge des DRG-Systems bislang nicht erreicht werden konnte, sagte er. Dies bestärke das Bemühen um die Zusammenführung beider Krankenhäuser weiter voranzutreiben.

Derweil ticke die Uhr im Juliusspital ganz normal weiter und zur Jahresmitte stehe ein Chefarztwechsel an, denn „der erste Chefarzt der Neurologischen Abteilung im Krankenhaus der Stiftung Juliusspital, Dr. Hans Molitor, wird uns altersbedingt verlassen“, kündigte Herberth an. Molitors Nachfolge ist bereits geklärt: Prof. Dr. Mathias Mäurer wird zum 1. Juli den Chefarztsessel in der Neurologie des Juliusspitals übernehmen.

Auch für die anderen Stiftungsbereiche vermeldete der Oberpflegamtsdirektor Positives. So erhielt das Seniorenstift für das Projekt „Stiftsschöpple – Demenzkranke helfen im Weinberg mit“, einem Gemeinschaftsprojekt von Weingut und Seniorenstift, den ersten Bayerischen Demenzpreis und höchstes ministerielles Lob von Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. Ebenfalls bescheinigte der Medizinische Dienst der Krankenkassen der Einrichtung bei der Prüfung im Januar dieses Jahres die Note 1,1 für die Pflege und Betreuung der Senioren.

„Etabliert hat sich zwischenzeitlich unser Hospiz in der Sanderau, das eine wichtige Ergänzung der Betreuungseinrichtungen im Bereich der palliativen Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen darstellt“, zeigte sich Herberth zufrieden. „Der Bedarf hat sich so entwickelt, dass wir in diesem Jahr einen Antrag auf Erweiterung um zwei Betten und damit eine Aufstockung von zehn auf zwölf Betten beantragen werden.“

Als Stiftungsprojekt mit jahresübergreifender Wirkung nannte Herberth die Sanierung der Vogelsburg bei Volkach, deren erster Abschnitt im Juli 2015 wiedereröffnet wurde. Am Sonntag nach Pfingsten wird Bischof Friedhelm Hofmann den Altar in der Kirche zum feierlichen Abschluss der Gesamtsanierung einweihen.

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Die Arbeit der Wirtschaftsbetriebe der Stiftung Juliusspital lobte auch der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei seinem Besuch im vergangenen Jahr nicht zuletzt im Hinblick auf die Auszeichnung des Weingutes mit Best of Gold zum achten Mal und mit der Goldenen Rebschere vom internationalen Silvanerforum.

„Einen erneut hervorragenden Beitrag zur Erfüllung der Stiftungsaufgaben konnte die Firma Wellhöfer Treppen GmbH & Co KG leisten, die nun schon mehr als fünf Jahre in unserem Miteigentum steht“, sagte Herberth. Diese fruchtbare Verbindung werde nun mit einem künstlerisch gestalteten Holzfassboden im historischen Fasskeller der Stiftung dokumentiert, wozu der Kleinrinderfelder Künstler Kurt Grimm mit einem Entwurf beauftragt wurde.

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Mit seinem Vortrag zum Thema „Globale Gesundheit im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, medizinischen Bedarf und Verantwortung“ zeigte Prof. Dr. August Stich auf, dass die sogenannte „heile Welt“ schon lange nur mehr Wunschdenken ist. Zwar habe man schon viel erreicht und global würden weniger Menschen an Aids sterben, jedoch hätten weltweit nur etwa die Hälfte aller HIV-Infizierten Zugang zu Ärzten, erklärte der Chefarzt der Tropenmedizin am Missionsärztlichen Institut Würzburg.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Krankheiten verändert. Heute bedrohe in verschiedenen Gebieten unter anderem eine hohe Luftverschmutzung die Menschen oder würden ihre Lebensräume und –grundlagen zerstört. „Die Zunahme der Flüchtlingszahlen ist eine Folge der weltweiten Zunahme an Katastrophen, die von Menschen gemacht werden“, machte Stich unumwunden deutlich, „einer Welt im Krieg der Mächtigen und Rücksichtslosen.“

Deutschland erlebe seit Mitte 2015 den seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit Abstand größten Zustrom von Menschen aus anderen Ländern, sagte Stich. Jedoch seien Flüchtlinge nicht gefährlich sondern gefährdet. „Die Gefahr einer Ansteckung ist für deutsche Mitbürger, auch für Helfer und Personal der Einrichtungen, sehr gering.“

Allerdings führen die Lebensbedingungen von Geflüchteten, die hygienisch oftmals zweifelhaften Not- und Massenunterkünfte, der geringe Lebensraum, der schlechtere Zugang zu einer präventiven und kurativen medizinischen Versorgung sowie ein anderes Risikoverständnis für die Gefahren von Infektionen zu einem erhöhten Krankheitsrisiko für die Betroffenen, nicht nur in Bezug auf Infektionskrankheiten. „Die Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund ist ein Zukunftsthema“, sagte Prof. Stich und der Stiftungsgedanke Julius Echters, den Mangel der Zeit zu spüren und den Armen und Kranken Hilfe zukommen zu lassen, sei heute, auch nach 440 Jahren, so aktuell wie nie.

Die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten in der Kirche St. Kilian übernahmen die „Spitalgeister“, der Chor des Juliusspitals, unter Leitung von Helgrid Obermeier, Andrea Wenzlik (Flöte) und Andreas Büttner (Orgel). Den Festakt im Gartenpavillon begleiteten Dr. Hans Molitor (Trompete/Flügelhorn) und Thomas Klopfer (Klavier).

 

Ehrungen

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Beim Stiftungstag ehrt Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth Mitarbeiter für 25- und 40-jährige Stiftungszugehörigkeit beziehungsweise Arbeit im öffentlichen Dienst und Ruheständler.

Für 25 Jahre bei der Stiftung Juliusspital wurden geehrt: Marion Bähr, Sabine Steidle (beide Zell am Main), Alexandra Laubender (Rottendorf), Elsa Riegel (Riedenheim), Marlies Münch (Karlstadt), Ilonka Riegel (Kitzingen), Marianne Graber (Neusetz), Claudia Pöthig (Schwanfeld), Andrea Rosenbauer (Reichenberg), Monika Karches (Greußenheim), Helga Schirmer (Rottendorf), Heike Müller (Holzkirchen-Wüstenzell), Ljiljana Ramljak (Unterpleichfeld), Pia Strahl (Arnstein-Gänheim), Hermann Kunz, Gabriele Öchsner (beide Leinach), Amira Ibricic, Agnes Zepfel, Karin Cammilleri, Rosa Kondrjuk, Serife Güllü, Ursula Kopka und Roswitha Werb (alle Würzburg),

Für 25 Jahre im öffentlichen Dienst wurden geehrt: Michael Eckert (Erlabrunn), Daniel Horn (Rottenbauer), Yvonne Kotrla-Ganz (Würzburg),

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Beim 440. Stiftungstag der Stiftung Juliusspital ehrten die Verantwortlichen Mitarbeiter für ihre 25- und 40-jährige Stiftungszugehörigkeit beziehungsweise Arbeit im öffentlichen Dienst und Ruheständler der Stiftung Juliusspital.

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Beim 440. Stiftungstag der Stiftung Juliusspital ehrten Walter Herberth (rechts) und Pfarrer Bernhard Stühler (links) Margarete Brückner aus Gerbrunn für ihr 40-jähriges Betriebsjubiläum in der Stiftung Juliusspital.