Presse

11.02.2016

Symbol für Hoffnung und Licht

Ludger Hinse stellt im Krankenhaus und in der Pfarrkirche des Juliusspitals aus

Würzburg, 11. Februar – Mehr als 100 Kreuze hat er schon gestaltet, in verschiedenen Größen und mit verschiedenen Materialien. Sicher mehr als 100 Kreuze hat er noch im Kopf und noch nicht realisieren können. Eine kleine Auswahl seiner besonderen Arbeiten zeigt der Recklinghausener Künstler Ludger Hinse seit dem 13. Februar in neun katholischen Gotteshäusern und der ökumenisch getragenen Bahnhofsmission in Würzburg.

Auch im Foyer des Krankenhauses Juliusspital stehen in der Fastenzeit drei Kreuze: Das Lichtkreuz und zwei Tablettenkreuze. Zusammen mit seinen Mitarbeitern stellte sie Hinze selbst auf. Auch die beiden Labyrinthe von Leben und Tod in der Kirche St. Kilian stammen aus seinem Atelier.

Den Impuls, sich mit Kreuzen zu beschäftigen habe 1998 eine Ausstellung in Chile gegeben, erzählt Hinse. Damals habe ihm ein chilenischer Künstler von den Müttern und Vätern erzählt, die unter der Militärdiktatur für ihre verschwundenen Kinder auf die Straße gingen. Vorneweg hätten sie einfach Holzkreuze getragen. „Diese Geschichte ging mir unter die Haut. Noch in der Nacht habe ich angefangen, Kreuze zu zeichnen.“

Bei seinen ersten Kreuzen habe er sich sehr mit dem Thema Leid beschäftigt, erzählt der Künstler. Ganz anders sind jedoch die Aussagen seiner „Lichtkreuze“, von denen nun einige – während der Fastenzeit – in Würzburg ausgestellt sind.

Im Krankenhaus Juliusspital stehen zwei Tablettenkreuze und ein Lichtkreuz. Die Modelle der Kreuze sind aus Plexiglas, gefüllt hat sie der Künstler mit flüssigem Kunststoff. Damit brachte er auch die Tabletten in die Kreuze ein. „Die Tabletten sind für mich ambivalent für Hoffnung und Tod“, sagt Hinse. „Es ist gut, dass es sie gibt, sonst wäre in vielen Fällen eine Heilung nicht möglich.“ Allerdings gebe es dabei auch – wie beim Kreuz – eine zweite Seite, denn „Tabletten können nicht nur heilen sondern auch krank oder abhängig machen und – noch gefährlicher - sogar zum Tod führen.“

Das im Juliusspital ausgestellte Lichtkreuz hat Hinze im wahrsten Sinne „mit Licht“ gemacht. „Ich habe den flüssigen Kunststoff in das Modell gegossen und diesen dann direkt im Freien vom Sonnenlicht aushärten lassen“, erzählt er. Dabei sei das Kreuz so heiß geworden, dass er es nur mit Asbesthandschuhen habe anfassen können.

In der Juliusspital-Kirche St. Kilian hat Hinze sein Labyrinth von Leben und Tod aufgestellt. Dabei beeindruckt die Einsamkeit der beiden Köpfe und Gesichter – dunkel und düster für den Tod, golden und strahlend für das Leben. Beide Häupter sind „eingefangen“ in einem durchsichtigen Labyrinth und ohne Kontakt nach außen.

Pfarrer Bernhard Stühler vom Juliusspital hat sich selbst ein kleines Kreuz von Hinze gekauft. „Mich begeistert, dass ein Kreuz von Licht durchflutet sein kann“, erzählt der Geistliche, denn ein Kreuz bedeute nicht immer nur Leid. So sieht es auch der Künstler. „Für mich ist das Kreuz ein Zeichen für Auferstehung und ein Symbol für Hoffnung und Licht.“

Hinses Kreuze nach Würzburg geholt hat die Würzburger Ärztin Anne Horvath. Vor sieben Jahren habe sie in Bad Honnef ein Kreuz des Künstlers „fasziniert und berührt“, sagt sie. Damals reifte die Idee, ein solches Kreuz auch einmal in eine Würzburger Kirche zu holen. Für eine einzige Kreuz-Installation sei der Aufwand zu hoch, erklärte Hinse ihr damals. Doch Horvarth gab nicht auf. Sie suchte einen Weg, doch ein oder mehrere Kreuzein die Domstadt zu holen und fand Unterstützung in der katholischen Citypastoral. Aus der Idee wurde das Kunstprojekt „Neues Licht“ das nun bis zum 28. April in einigen Würzburger Gotteshäuser Lichtkreuze, Himmelsleitern“ und andere Kunstwerke von Ludger Hinse erstrahlen lässt.

Das Juliusspital beteiligt sich an diesem Kunstprojekt. Informationen dazu unter http://www.neues-licht-wuerzburg.de/orte/juliusspital.