Presse

01.02.2016

Vertreter Islamischer Gemeinden im Hospiz

Orientierungsbesuch und Gedankenaustausch im Juliusspital Hospiz Würzburg

Würzburg, 25. Januar 2016 - Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal, des Integrationspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion Arif Tasdelen, des Oberpflegamtsdirektors und Leiters der Stiftung Juliusspital Walter Herberth sowie Hospizleiterin Sibylla Baumann besuchten am 25. Januar sieben Vertreter der Islamischen Gemeinden Würzburgs das Hospiz der Stiftung Juliusspital in Würzburg. Die Besucher erfuhren bei der Führung durch das Hospiz, dass auch die muslimische Religion im Hospiz der Stiftung ihren Platz hat und ihr entsprechend Raum gegeben wird.

Bisher hatte das Hospiz noch keine Gäste muslimischen Glaubens. Dabei gibt es auch hier die Möglichkeit den Riten und Bräuchen des Islam nachzugehen. So zeigte Sibylla Baumann den Besuchern bei ihrer Führung durch die Räumlichkeiten der Einrichtung unter anderem auch den Verstorbenenraum, der speziell für die in der muslimischen Kultur verankerte rituelle Waschung der Toten geeignet ist. „Das Hospiz passt sich seinen Gästen an und nicht umgekehrt“, erklärte die Hospizleiterin das Selbstverständnis der Einrichtung.
Viele Menschen in den muslimischen Gemeinden wüssten jedoch gar nichts von diesem Angebot der Stiftung Juliusspital.

SPD-Landtagsabgeordneter Arif Tasdelen fand, dass sich dieses ändern müsse. „Gerade die Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen der ersten Stunde sind mittlerweile in einem Alter, in dem sie über das Sterben in Deutschland nachdenken müssen. Deshalb ist es wichtig, dass solche Einrichtungen auch in muslimischen Gemeinschaften bekannt werden.“

Während des anschließenden Gedankenaustauschs war man sich einig, dass häufig unterschätzt werde, wie viel Zeit und Kraft es koste, einen sterbenskranken Menschen zu versorgen. „Es kann eine Familie zerstören, wenn sie sich zutraut ein Familienmitglied bis zu dessen Tod alleine zu betreuen“, sagte MdL Rosenthal und fügte hinzu: „Man kann sich nicht 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche um einen pflegebedürftigen Verwandten kümmern, wenn man nebenher noch arbeiten, sich um den Haushalt kümmern oder in die Schule gehen muss.“ Der Aufbau eines flächendeckenden Systems mit stationären Hospizen sei daher ein wichtiger Schritt für eine bessere Versorgung sterbenskranker Menschen.

Einrichtungen wie das Juliusspital Hospiz Würzburg erlauben es den Gästen und ihren Angehörigen ihre letzten Tage so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Stiftung Juliusspital ist Vorreiter für die Versorgung von unheilbar kranken Menschen.

In dem im Sommer 2013 im Würzburger Stadtteil Sanderau eingeweihten Hospiz begleiten und betreuen spezialisierte Pflegekräfte, Seelsorger und Palliativmediziner die Gäste auf ihrem letzten Lebensweg. Beim Bau der Einrichtung war Georg Rosenthal noch in seiner Funktion als Oberbürgermeister der Stadt Würzburg aktiv beteiligt.

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Auf Einladung des Leiters der Stiftung Juliusspital, Walter Herberth, besuchten Vertreter der Islamischen Gemeinden Würzburgs das Hospiz der Stiftung Juliusspital in Würzburg. Begleitet wurden Sie vom SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und dem Integrationspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion Arif Tasdelen. Foto Büro Rosenthal