Presse

29.04.2015

"Selbstverpflichtung" für die Kirche

Kardinal Reinhard Marx: Auch ambulante Palliativversorgung stärken

München (KNA) Mit Blick auf die Sterbehilfediskussion hat sich der Münchner Kardinal Reinhard Marx dafür ausgesprochen, die Palliativpflege schwerstkranker Menschen nicht nur in eigens dafür vorgesehenen Einrichtungen zu stärken. "Wir müssen zu mehr palliativen Angeboten auch in Altenund Pflegeheimen sowie ambulant ermutigen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am 21. April in München.

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Es gebe "kein Zurück mehr" hinter eine bessere Ausstattung des Palliativwesens.Für die Kirche sei das eine "Selbstverpflichtung". Marx äußerte sich bei einem Besuch des Johannes-Hospizes der Barmherzigen Brüder in München.

Das 2004 gegründete Haus bietet zwölf Plätze für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen. Ein würdiges Sterben sei keineswegs nur ein christliches Thema, sondern der "Testfall für eine humane Gesellschaft", ergänzte der Erzbischof. In diesen Tagen veranstalten die beiden großen Kirchen die "Woche für das Leben". Damit wollen sie zur Bewusstseinsbildung für Wert und Würde des menschlichen Lebens beitragen. Marx zeigte sich äußerst zufrieden mit der Veranstaltungsreihe. Die Resonanz sei "überwältigend".

Viele Erfahrungen zeigten, dass die Angst der Menschen vor einem schmerzvollen, einsamen und von Geräten bestimmten Tod groß sei, sagte der Kardinal. "Aber man kann ihnen diese Angst nehmen, wenn man Alternativen aufzeigt." Mit Hilfe des Palliativ- und Hospizwesens sei es möglich, die letzten Schritte des Lebens auf menschenwürdige Weise zu gehen, erläuterte Marx und fügte mit Blick auf die entsprechenden kirchlichen Einrichtungen hinzu: "Wir kämpfen für die finanziellen und institutionellen Rahmenbedingungen." Lobend äußerte sich der Erzbischof über das ehrenamtliche Engagement bei der Begleitung Sterbender.

(Quelle: Katholische Nachrichtenagentur GmbH)

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Bayern will Nachbesserungen bei Hospiz- und Palliativgesetz

Erlangen (KNA) Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will am Gesetzentwurf des Bundes zur Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland nachbessern lassen. Vor allem müsse den stationären Hospizen und den ambulanten Hospizdiensten eine deutlich höhere Vergütung gewährt werden, erklärte Huml in Erlangen. Die Krankenkassen sollten die zuschussfähigen Kosten zu 100 Prozent übernehmen. Auch in den stationären Pflegeeinrichtungen müsse es weitergehende Regelungen geben, um die Sterbebegleitung zu finanzieren.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte im März einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, um die Hospiz- und Palliativversorgung weiter auszubauen. Darin ist unter anderem eine Stärkung der vertragsärztlichen Versorgung und der Palliativpflege sowie der stationären und ambulanten Hospizversorgung vorgesehen. Das Gesetz soll im Herbst vom Bundestag verabschiedet werden.

Huml äußerte sich bei einer Jubiläumsfeier zum fünfjährigen Bestehen der Palliativstation des Universitätsklinikums Erlangen und des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität. Palliativmedizinische Versorgung am Lebensende sei viel mehr als nur die Behandlung von Schmerzen und belastender Symptome. Sie nehme Ängste, spende Trost und arbeite interdisziplinär für die Schwerstkranken und ihre Angehörigen.

(Quelle: Katholische Nachrichtenagentur GmbH)