Presse

22.04.2015

Gegen multiresistente Keime

„Aktionstag Saubere Hände“ am 6. Mai in Krankenhaus und Seniorenstift Juliusspital

Würzburg - Am Mittwoch, 6. Mai veranstaltete das Juliusspital im Foyer von Krankenhaus und Seniorenstift den „Aktionstag Saubere Hände“. Thema in diesem Jahr: „Multiresistente Erreger (MRE)“. Interessierte informierten sich unter anderem über Hygieneregeln die Infektionsrisiken reduzieren und die eine Ansteckung mit MRE und deren Weiterverbreitung verhindern.

Das wichtige Thema MRE zeigten die Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege der Stiftung Juliusspital im Theaterstück „Klingt komisch, ist aber so! – Patientenberatung kurz vor der Entlassung.“ Nicht nur die erwachsenen Besucher waren fasziniert von der „Anhänglichkeit“ des multiresistenten Erregers, den Oma Paula mit ins Krankenhaus gebracht hatte, der mit ihr dort das Bett teilte und nach ihrer Entlassung auch schön brav wieder mit ihr nach Hause ging. Auch die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 1b des Elisabethenheims verfolgten mucksmäuschenstill die zwar kurzweilig aufbereitete aber nichtsdestotrotz ernste Darbietung der Krankenpflegeschüler.

20 Sekunden Händedesinfektion können Leben retten

Bereits zum 6. Mail nahm das Juliusspital an diesem weltweiten Aktionstag teil. „Nur 30 Sekunden Händedesinfektion können Leben retten“, sagte Krankenhausleiter Wolfgang Popp, und dafür wolle man die Öffentlichkeit immer und immer wieder sensibilisieren. Multiresistente Erreger seien Bakterien, die unempfindlich sind gegenüber der Wirkweise der meisten Antibiotika, erklärte er den Kindern. Bei ihnen wirken die zur Behandlung einer durch Bakterien verursachten Infektion verwendeten Antibiotika normalerweise nicht mehr. „Sind mehrere Antibiotika gegen die Bakterien nicht mehr wirksam, spricht man von „Multi-Resistenz“ oder „Multiresistenten Erregern (MRE)“, so der Krankenhausleiter. Von solchen Erregern verursachte Infektionen seien sehr schwer zu behandeln – und hygienische Händedesinfektion daher eminent wichtig.

Die Bemühungen der Klinik um eine optimale Händehygiene beschränken sich selbstverständlich nicht nur den heutigen Tag, sagte Popp. Das Juliusspital verfolgt das Thema Händehygiene seit vielen Jahren. Es erhielt bei der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ nach Bronze (2011) und Silber (2013) im März 2014 das Zertifikat der Stufe Gold und ist damit eine von nur drei bayerischen Kliniken mit dieser höchsten Auszeichnung.

Am Mittwoch lernten Interessierte in Krankenhaus und Seniorenstift - unter fachkundiger Anleitung die korrekte Händedesinfektion und prüften diese per Sichtkontrolle der Black-Box. Überrascht war da der eine oder die andere über Keime, die sich auch nach intensiver Desinfektion noch auf der Haut hielten.
 
Auch geübt wurde das richtige Ausziehen von Untersuchungshandschuhen im Klinikalltag und wie dabei eine Verunreinigung durch Keime an den Händen vermieden werden kann. Bei der Unterschriftenaktion „Wir machen mit“ konnten sich alle eintragen, die sich für saubere Hände engagieren und die Aktion unterstützen.

„Mit der Teilnahme an dieser Kampagne wollen wir die Compliance unserer Beschäftigten zur Händedesinfektion immer weiter verbessern und auch die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisieren“, machte Popp deutlich.

Multiresistente Erreger (MRE)

Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die unempfindlich sind gegenüber der Wirkweise der meisten Antibiotika. Diese Unempfindlichkeit ist eine biologische Eigenschaft, die im Erbgut vieler Bakterienstämme festgelegt ist und bei ihrer Vermehrung weitergegeben wird. Der in der Regel medizinisch begründete Einsatz von Antibiotika hat über Jahrzehnte hinweg zu einer Selektion (Überlebensvorteil) von Bakterienstämmen geführt, die gegen eine zunehmend größere Zahl von Wirkstoffen resistent sind und die empfindlicheren Bakterienstämme allmählich verdrängen.

Aktion Saubere Hände - Infektionen vermeidbar

Die „AKTION saubere Hände“ hat sich die Verbesserung des Händedesinfektionsverhaltens in deutschen Krankenhäusern als oberstes Ziel gesetzt. Die Kampagne basiert auf der 2005 gestarteten WHO Kampagne „Clean Care is Safer Care".

Deutschlandweit treten jährlich rund 500.000 Krankenhausinfektionen auf. Experten schätzen, dass 20 bis 30 Prozent vermeidbar wären, wenn Maßnahmen wie die Händedesinfektion konsequent umgesetzt werden.

Juliusspial Krankenhaus mit Gold

Im August 2011 erhielt das Krankenhaus Juliusspital für die Teilnahme an der bundesweiten „AKTION Saubere Hände“ als erste Klinik in Unterfranken das Zertifikat Bronze, im Juli 2012 das Zertifikat der Stufe Silber und im März 2014 das Zertifikat Gold. Das Juliusspital verpflichtet sich damit, bestimmte Mindestmaßnahmen der Händehygiene umzusetzen um zum einen den Patienten vor Erregern, die durch die Hand der Mitarbeiter übertragen werden können, zu schützen und zum anderen das Personal, die erweiterten Patientenumgebung und nachfolgende Patienten vor potentiell krankmachenden Erregern zu schützen.