Presse

20.04.2015

„Gebäude zerstört – Idee bewahrt“

Stiftung Juliusspital dokumentiert Bombennacht vom 16. März 1945 im Arkadengang

Würzburg, 20. April 2015 - Noch heute sichtbar sind die Spuren der Zerstörung an fünf Säulen des Arkadenganges der Stiftung Juliusspital die der Abwurf der Spreng- und Brandbomben in der Nacht des 16. März 1945 in der Zeit zwischen 21:20 Uhr und 21:40 Uhr anrichtete.

Seit dem 12. März geben vier Tafeln am ehemaligen Treppenaufgang des östlichen Fürstenbaus Zeugnis dieses Zerstörungsakts, der die Stadt Würzburg und das Juliusspitals damals nahezu in Schutt und Asche legte.

Den Mittelpunkt bildet die Darstellung „Der Feuersturm“ des Würzburger Maler und Grafikers Wolfgang Lenz (1925-2014). Das Gemälde „Auszug aus dem Juliusspital - Vertrauen auf Gottes Gegenwart“ bestimmt die Tafeln, die an die Bombennacht erinnern. Wolfgang Lenz‘ Witwe Hella freute sich bei ihrem Besuch im Juliusspital über die gelungene Darstellung.

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Wolfgang Lenz ist nicht nur in Würzburg sondern auch ganz besonders im Juliusspital präsent. Im Jahr 2000 malte er den Buffetraum des Gartenpavillons der Stiftung. „Dabei habe ich ihm auch geholfen“, erzählt Hella Lenz und verrät, „wenn es pressiert hat durfte ich die Blätter ausmalen.“ So weiß sie heute noch, an welchen der unzähligen Blättern sie mitgewirkt hat. „Es ist schön für mich, dass ich meinen Mann um mich habe hier in Würzburg“, sagt sie.

Lenz malte Aquarelle, Gouachen, fertigte Grafiken und trat mit Bildern des Phantastischen Realismus hervor. Er entwarf auch Bühnenbilder und Kostüme für Theateraufführungen. Als Künstler für Wand- und Deckenmalerei genoss er einen beachtlichen Ruf.

Besondere Bekanntheit erlangte er mit dem Würzburger Totentanz aus dem Jahr 1970. Dieses zum 25. Jahrestag der Stadtvernichtung durch ein Flächenbombardement der Royal Air Force am 16. März 1945 geschaffene Bild fand als Plakat weite Verbreitung und kann als die künstlerische Umsetzung des Würzburger Traumas schlechthin gelten.

Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört auch seine Mitwirkung bei der Rekonstruktion und Ergänzung des Spiegelkabinetts der Würzburger Residenz, die sich über einen achtjährigen Zeitraum von 1978 bis 1986 erstreckte.

Mit der Darstellung der Zerstörung erinnert die Stiftung Juliusspital an die Bombennacht und zeigt auch den ungebrochenen und unbedingten Willen der Menschen, die damals vor dem Nichts standen. Bereits am 9. April begannen sie mit den Aufräumarbeiten, beseitigten 35.000 Kubikmeter Schutt und legten damit den Grundstein für den Wiederaufbau des Juliusspital-Krankenhauses, das am 20. März 1952 eingeweiht wurde.