Presse

12.11.2015

Seniorenstift Juliusspital ausgezeichnet

Erster Bayerischer Demenzpreis für Projekt "Stiftsschöpple im Juspi“

München/Würzburg - Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat zum ersten Mal den Bayerischen Demenzpreis verliehen. Der 1. Preis ging am Mittwoch, 11. November im Schloss Dachau an das Seniorenstift Juliusspital Würzburg für das Projekt "Stiftsschöpple im Juspi – Demenzkranke helfen im Weinberg mit". Diese Kooperation mit einer Winzerei ermöglicht es demenziell erkrankten Bewohnern, sich in die jahreszeitlich anfallenden Tätigkeiten am Weinberg einzubringen.

Bayerischer Demenzpreis würdigt Engagement

Huml betonte anlässlich der Preisverleihung: "Die bis zum Einsendeschluss eingegangenen 77 Bewerbungen zeigen, dass in ganz Bayern zahlreiche gute Projekte umgesetzt werden. Vielen Menschen liegt die Unterstützung von Demenzkranken und deren Angehörigen am Herzen – und sie haben kreative Konzepte dafür vorgelegt. Dieses Engagement wollen wir mit dem neuen Bayerischen Demenzpreis würdigen."

Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro für den 1. Preis dotiert. Für den 2. Preis gibt es 2.000 Euro und für den 3. Preis 1.000 Euro. Eingereicht wurden sowohl Projekte aus dem ambulanten und stationären Bereich als auch Lokalkampagnen und Bürgerinitiativen. Die Ministerin unterstrich: "Die zahlreichen Bewerbungen zeigen, dass die Bayerische Demenzstrategie gelebt wird. Wir wollen unter anderem erreichen, dass die Lebensqualität für die Erkrankten und ihrer Angehörigen verbessert wird. Und wir wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass den Betroffenen ein Leben in der Mitte unserer Gesellschaft möglich ist."

Stolz über diese Auszeichnung

Wir haben uns sehr gefreut und sind riesig stolz über diese Auszeichnung für unser Projekt Stiftsschöpple im Juspi“, sagt Franz-Josef Steingasser, Leiter des Geschäftsbereich Seniorenstift, Hospiz und Bildungseinrichtungen der Stiftung Juliusspital und damit verantwortlich für das Seniorenstift. „Bei der Premiere dieser Preisverleihung gleich auf Platz eins, das kann keiner mehr toppen.“

Gerechnet hatte keiner der Juliusspitäler mit dem ersten Preis und umso größer war die Freude über die Auszeichnung für das im Jahr 2010 gestartete Projekt. Für Pflegedienstleiter Wolfgang Neubauer ist der Preis Lohn für die gute Arbeit der Mitarbeiter des Seniorenstifts in der Altenpflege.

Gemeinsames Projekt hat sich etabliert

Monika Stumpf, die Wohnbereichsleiterin des Beschützenden Bereichs des Seniorenstifts, die zusammen mit Peter Rudloff von der Weinbergsgruppe Würzburg des Weinguts Juliusspital das Projekt vor fünf Jahren initiierte, strahlt: „Ich bin total stolz.“ Der schönste Lohn sei jedoch die Zufriedenheit der dementen Bewohner. „Auch diese Menschen verlieren nie ihre Würde, sie können Glück empfinden und glücklich bleiben – wir müssen nur bei ihnen bleiben.“
 
Für die Weinbergsmitarbeiter war es anfangs auch Neuland, zusammen mit den Bewohnern im Weinberg zu arbeiten, erklärt Rudloff. Schnell jedoch fand man zusammen und inzwischen sind alle ein eingeschworenes Team. „Das Stiftsschöpple hilft uns, einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen, die Bewohner haben Spaß, sie sind eingebunden und arbeiten mit - das tut ihnen gut. Dieser Preis ehrt uns sehr.“

Das Projekt Stiftsschöpple wird weitergehen, im Team mit den Mitarbeitern der Pflege und des Weinguts darin sind sich die Initiatoren einig und Erfolg und Wertschätzung geben ihnen Recht.

Demenz ist kein Tabu-Thema

Die Gesundheitsministerin äußerte sich erfreut darüber, dass Demenz kein absolutes Tabu-Thema mehr in der Gesellschaft ist. "Den Menschen ist zunehmend bewusst, dass Demenz jeden betreffen kann – ganz unmittelbar oder durch die Demenzerkrankung eines nahestehenden Menschen. Klar ist auch: Demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen sind auf Unterstützung angewiesen. Sie brauchen ein Umfeld, das sie auffängt und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wir sind also alle gefragt!"

Foto_Demenzpreis_Ministerium


Die Preisträger des 1. Bayerischen Demenzpreises aus der Stiftung Juliusspital
Foto Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege


Weitere Informationen zum Projekt „Stiftsschöpple im Juspi“ – Demenzkranke helfen im Weinberg mit“ unter http://www.juliusspital.de/seniorenstift/besondere-projekte/projekt-stiftsschoepple/


Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, München und Stiftung Juliusspital, Würzburg