Presse

23.09.2015

Von der Politik im Stich gelassen

Würzburger Juliusspital zeigt Krankenhaus-Reform die Rote Karte

Würzburg - Die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung stößt auf großen Protest. Das Würzburger Juliusspital und seine Beschäftigten setzten am bundesweiten Aktionstag (23. September) bei einer aktiven Mittagspause von 12 bis 13 Uhr ein Zeichen gegen die Missstände dieser geplanten Krankenhausreform. „Die Beschäftigten in der Klinik helfen, wenn Menschen sie brauchen, rund um die Uhr. Aber die Politik lässt sie im Stich“, machte Krankenhausleiter Wolfgang Popp bei der Aktion auf der Juliuspromenade seinem Ärger Luft.

Schluss mit Kaputt-Sparen

Die Bundesregierung habe eine Krankenhausreform versprochen die die Situation der Krankenhäuser verbessere, aber: „Das Gegenteil ist der Fall“. Die geplante Reform liefere keine Lösungen für die Probleme, die den Krankenhäusern am meisten unter den Nägeln brennen sondern verschärfe sie noch. Popp fordert daher: „Schluss mit Kaputt-Sparen.“

Appell an Politik

Er appelliert an die Politik, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine ausreichend finanzierte Krankenhausmedizin zum Wohle der Patienten und Mitarbeiter zu schaffen. „Das tut dieses Gesetz nicht. Mehr Qualität durch weniger Geld und Personal – diese Formel geht nicht auf“, machte er deutlich.

 

Am Juliusspital entrollte Popp ein Aktionsbanner, mit dem die Würzburger Klinik - zusammen mit 22 weiteren unterfränkischen Kliniken - ihre Ablehnung der geplanten Kürzungen kundtut und die breite Öffentlichkeit auf die Sorgen und Nöte der Krankenhäuser aufmerksam macht.

100 Luftballons und rote Karten

Die Juliusspital-Mitarbeiter verteilten Flyer mit Information zu den Folgen der geplanten Reform und den Forderungen der Krankenhäuser. Interessierte konnten rote (Post-) Karten ausfüllen, die an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe weitergeleitet werden. Außerdem ließen die Juliusspital-Mitarbeiter 100 grüne Luftballons mit an den Deutschen Bundestag adressierten roten Postkarten in die Luft steigen.
 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte bundesweit zu den Aktionen aufgerufen und die Proteste in der Kampagne "Krankenhaus-Reform - So nicht!" gebündelt. Bundesweit hängen bereits rund 40.000 Plakate, die über die Auswirkungen der Reform informieren. Der zentrale Protesttag fand in Berlin vor dem Brandenburger Tor statt.