Presse

10.08.2015

Neues Transportsystem spart kostbare Zeit

Im Krankenhaus Juliusspital wird das Blut mit Rohrpost transportiert

Würzburg - Es klappert leise in der Empfangsstation im Zentrallabor des Krankenhauses Juliusspital: Eine neue Rohrpost ist angekommen. Die Medizinisch technische Laborassistentin (MTLA) greift in die Box, holt die durchsichtigen Blutröhrchen aus der Empfangsstation und beginnt umgehend mit deren Untersuchung.

Gut 150 Blutproben werden so jeden Tag auf schnellstem Weg von der Notaufnahme des Juliusspitals ins Zentrallabor befördert. Verschickt werden die sieben Zentimeter langen und acht Millimeter dicken Röhrchen mit Druckluft. Der Versand einer Probe dauert zwischen 16 und 25 Sekunden.

Für das neue Bluttransportsystem führt nun eigens eine 25 Millimeter dicke und 165 Meter lange Leitung von der Notaufnahme der Klinik ins Zentrallabor. Die Leitung ist durchgängig ohne Schweißnähte, Abzweigungen und Querverbindungen.

Rohrpost

Treffen die Proben im Zentrallabor ein, macht eine Signalleuchte die Mitarbeiter dort aufmerksam: Arbeit ist eingetroffen. Im Labor untersuchen die MTLA die Proben umgehend auf die angeforderten Parameter und stellen das Ergebnis dem Arzt in der Notaufnahme sofort per Knopfdruck im Computer zur Verfügung. Die Untersuchungen im Labor dauern zwischen 20 und maximal 45 Minuten, berichtet Prof. Dr. Tino F. Schwarz, der Leiter von Zentrallabor und Impfzentrum des Juliusspitals.

Das Blutprobentransportsystem des Krankenhauses Juliusspital ist seit Juni 2015 in Betrieb. Vorher erledigten Mitarbeiter der Notaufnahme die vielen Botengänge zum Labor. „Dafür war täglich ein Mitarbeiter mindestens vier bis fünfmal in der Stunde unterwegs“, berichtet Thomas Endres, der pflegerische Abteilungsleiter der Notaufnahme. Pro Botengang benötigte der Mitarbeiter zwischen drei und fünf Minuten und war während dieser Zeit für keine anderen Arbeiten einsetzbar.

„Je nachdem wie viele Patienten in der Notaufnahme waren, musste der Mitarbeiter auch noch öfter laufen“, sagt Endres. Das neue Bluttransportsystem sei daher eine „massive Entlastung“ und Endres „mehr als sehr zufrieden“ damit. Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand: Schnellere Untersuchung und eine kürzere Verweildauer in der Notaufnahme.

Auch Prof. Schwarz ist froh über das neue System. „Durch dieses Transportsystem gelangen die Blutproben wesentlich schneller ins Labor. Hierdurch kann, besonders im Notfall, schneller mit der Diagnostik begonnen werden“, erklärt er und „die bisherige Vielzahl von Botengängen entfällt.“