Presse

23.10.2014

Blaue Schafe im Juliusspital-Park

"Alle sind gleich - jeder ist wichtig!" - Ein Zeichen für friedliches Miteinander
 

Seit dem 23. Oktober grasen sechs blaue Schafe im Park der Stiftung Juliusspital. Unter dem Motto „Alle sind gleich – jeder ist wichtig!“, wirbt die blaue Friedensherde europaweit - und nun auch in Würzburg - für ein friedliches Miteinander jenseits aller ethnologischer, religiöser oder kultureller Unterschiede.

Weiderecht im Park

Die Verantwortlichen der Stiftung Juliusspital griffen die von der Juliusspital-Mitarbeiterin Susanne Dittmann, Ergotherapeutin im Seniorenstift, angestoßene Idee auf, eine kleine Schafherde dauerhaft im Juliusspital aufzustellen und gewähren den Vierbeinern bis auf weiteres Weiderecht im historischen Park. „Ich bin ganz stolz, dass die Schafe hier aufgestellt werden“, sagt Dittmann und lacht: „Füttern und Ausmisten brauchen wir sie ja nicht.“

Dauerleihgabe der Stadt Würzburg

Ausgangspunkt der blauen Herde war die Entscheidung der Stadt Würzburg, zum Europatag im Mai 2014, dem Künstlerpaar Bertamaria Retz und Rainer Bonk ihr Kunstprojekt in Würzburg zu ermöglichen. Oberbürgermeister Christian Schuchardt bekam als städtischer Gastgeber ein blaues Schaf geschenkt. Die blauen Schafe gastierten damals auf dem Würzburger Marktplatz und zwischenzeitlich in vielen Städten, unter anderem bereits vor dem Europaparlament in Brüssel.

„Mit den Blauschafen möchten wir zum Nachdenken anregen und den Blick auf das Verbindende lenken“, beschreibt Walter Herberth, Leiter der Stiftung Juliusspital, den Grund für die außergewöhnliche Schafherde, die ab sofort einen Teil des Parks der Stiftung bevölkert. „Die Herde steht hier an einem der schönsten Orte in der Stadt“, sagte Schuchardt und stellte das blaue Schaf der Stadt als Dauerleihgabe dazu. Die Stadt Würzburg stehe zum Juliusspital, das ganz wesentliche Dienste der Daseinsversorgung leiste. "So halten Sie hier das städtische Krankenhaus für Würzburg vor", sagte Schuchardt.

Friedensherde wirbt für Wir-Gefühl

Die Friedensherde werbe für das Wir-Gefühl und einen friedlich tolerantes Miteinander auf Basis eines wertschätzenden Umgangs, sagte Herberth. „Dieser Umgang ist uns sowohl innerhalb der Stiftung zwischen allen Mitarbeitern, Bereichen und Hierarchieebenen als auch im Außenverhältnis zu Patienten, Angehörigen, Geschäftspartnern und Kunden wichtig.“

Die Schafherde wird sich nun erst einmal häuslich im Juliusspital einrichten und soll dort auch wandern können. So beginnt die Ausstellung im Park des Juliusspitals und zieht dann weiter ins Seniorenstift und von dort in den historischen Innenhof des Spitals.
 
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Blaue Schafe im Juliusspital-Park aufgestellt von (von links) Walter Herberth, Leiter der Stiftung Juliusspital, Susanne Dittmann, die die blaue Friedensherde im Spital initiiert hatte und Würzburgs OB Christian Schuchardt, der das blaue Schaf der Stadt als Dauerleihgabe dazustellte. Foto Martina Schneider/Stiftung Juliusspital

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Die blaue Friedensherde des rheinischen Aktions-Künstlerpaares Bertamaria Reetz und Rainer Bonk symbolisiert eine Aktion für Toleranz, friedliches Miteinander und gegenseitigen Respekt. Die Signalfarbe „Blau“ der Herde soll für das Verbindende stehen und Ruhe ausstrahlen. Es ist die Farbe der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, der UNESCO und auch die Farbe der europäischen Friedensbewegung.

Bei den Polyesterharztieren handelt es sich immer um die gleiche Figur, nur in unterschiedlichen Positionen. Diese Erkenntnis, verknüpft mit der Symbolik der Herde, wird zur zentralen Botschaft des Kunstprojektes. Das Lamm und die Schafherde erinnern an biblische Gleichnisse. Ihre Botschaft ist, die Geringsten nicht zu verachten und einander - bei aller Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Meinungen - gegenseitigen Respekt zu erweisen.

Alle Städte, die den Blauschafen Weiderecht gewähren, werden mit der Aktion selbst zum Bestandteil des Kunstprojektes. Sie bilden so die sich ständig vergrößernde, imaginäre blaue Friedensherde, quasi einen Verbund von Städten, der die Botschaft der blauen Schafe bejaht und unterstützt. Das Projekt startete 2009 in Venedig im Rahmen der Skulpturenausstellung “OPEN 12".