Presse

05.08.2014

Knochen richten am Bein vom Schwein

30 Medizinstudenten übten im Krankenhaus Juliusspital Nähen unter Anleitung

 

Wie nähe ich ein Gefäß, welches Fingerspitzengefühl und wie viel Geduld brauche ich bei einer Bauchspiegelung, wie stabilisiere ich einen Knochen richtig? 30 Medizinstudenten, die zurzeit ihr Praktikum im Krankenhaus Juliusspital absolvieren, trainierten unter den gestrengen Augen der Fachärzte verschiedene Nahttechniken.

Die Idee für diesen praktischen Operationskurs hatte Dr. Peter Jonczyk, Facharzt für Chirurgie und Studentenbeauftragter für die Allgemein- und Unfallchirurgie des Krankenhauses Juliusspital. Das „Anschauungs-Nahtmaterial“ stellte Küchenleiter Bernhard Krieger zur Verfügung: Gefäße, Schweinehaut, Dickdarm, Wadenbein, Rippen.

Vier Stunden lang übten die Studenten in kleinen Gruppen. Immer überwacht von den geschulten Augen der Tutoren Dr. Peter Jonczyk, Dr. Alexander Thumbs, Clara Günther, Kathrin Höfling und Benjamin Barth. Auf Arbeitsplätzen mit Korkbrettern und am Trainingsgerät für Bauchspiegelungen konnten die Studenten der Medizin ihre Fertigkeiten erweitern und ihr Geschick mit Nadel, Faden und Greifzangen unter Beweis stellen.

Auf dem Programm standen Übungen für Gefäß-, Darm- und Hautnaht sowie Bauchspiegelung und Knochenstabilisierung – am Schweinebein. Das Krankenhaus Juliusspital bot diese Übungseinheit zum ersten Mal an. „Die Resonanz war sehr gut und wir werden den Kurs im nächsten Jahr wiederholen“, sagt der Initiator Dr. Peter Jonczyk.

Die fünf Tutoren hatte er in deren Freizeit ins Juliusspital geordert. „Das war meine Sicherheit“, erklärt Dr. Jonczyk. Denn hätten die Kollegen Dienst geschoben, hätte es sein können, dass sie bei einem Notfall in den OP gerufen worden wären. „Und dann wäre ich mit den Studenten alleine dagestanden“, prognostiziert Dr. Jonczyk.

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Bildunterzeilen von oben nach unten:

Mit der Lupe genäht: Eine Studentin übt die richtigen Stiche einer Hautnaht.

Richtig „richten“: Knochenstabilisation am Schweinebein.

Fingerspitzengefühl benötigten die Studenten bei einer simulierten Bauchspiegelung am Übungsgerät.

Alle Fotos Kelber/Stiftung Juliusspital