Presse

27.02.2014

Investition in die Zukunft

Weinbergsmitarbeiter des Juliusspitals lernen neues System des Rebschnitts

Die Firma Simonit & Sirch, Preparatori d’uva, Udine,  Italien schult die Weinbergsmitarbeiter des Weingutes der Stiftung Juliusspital in einem neuen System des Rebschnitts und der Rebenerziehung.

Bei der Umsetzung dieser naturgemäßen Schnittform gewinnt die Fähigkeit des Winzers, unter Berücksichtigung der biologischen Zusammenhänge fachgerecht zu schneiden, wieder mehr an Bedeutung. „Jeder Stock wird dabei individuell so zugeschnitten, so wie er es verträgt“, erklärt Weinbergsmeister Peter Rudloff von der Weinbergsgruppe Würzburg des Juliusspitals.

IMG_8939

Die Grundidee basiert darauf, einen ungehinderten Saftstrom in allen Teilen des Rebholzes mit der Spalier-Erziehungsform zu verbinden, damit der Stock ein möglichst natürliches Wachstum pflegen kann. Das System von Simonit & Sirch knüpft dabei an alte Erfahrungen des Rebschnitts eines nachhaltigen Weinbaus an. Dabei wird beim Rebschnitt und bei der anschließenden Reberziehung versucht, durch geschickte Schnittführung und Auswahl des sogenannten Zielholzes für die nächsten Jahre den Rebstock möglichst frei von Verletzungen und damit ohne Unterbrechung des Saftflusses zu führen.

„Dies ermöglicht einen nachhaltigen Weinbau mit widerstandsfähigen Rebstöcken und dichteren und komplexeren Weinen“, erklärt Rudloff. Weine, die die Lagen, in denen sie wachsen, noch besser widerspiegeln, „weil sie stressfreier wachsen können“.

Durch die Schnitt- und Erziehungsform sollen die Reben eine normale Alterung erfahren, die Vitalität wächst, es zeigen sich weniger Stockausfälle (Apoplexie) und die Homogenität der Weinbergsanlagen steigt. Diese Auswirkungen fördern die Lebensdauer der Anlagen; Ertragskontinuität und Qualitätssteuerung steigen. Die Rebstöcke werden weniger anfällig für die in den letzten Jahren neu und vermehrt auftretenden Holzpilze wie Esca oder andere Rebenkrankheiten wie Eutypa. Außerdem soll langfristig eine geringe Reduktion der Arbeitszeit bei Rebschnitt und Rebenerziehung zu erzielen sein.

„Das Rebschnitt- und Rebenerziehungssystem knüpft an alte pflanzenbauliche Erfahrungen an und hat  gute Aussichten, die zunehmenden, neuartigen Pilzerkrankungen der Rebstöcke einzugrenzen und deren fatale Folgen zu mindern“, sagt Horst Kolesch, Leiter des Weingutes der Stiftung.

 Viele alte, produktive Qualitätsanlagen in Italien und sehr gute Referenzen von Preparatori d’uva im In- und Ausland beweisen, dass dieser Rebschnitt die versprochenen positiven Auswirkungen bringen kann.

Das Weingut Juliusspital besitzt einen hohen Anteil Weinbergsanlagen in einem Alter über 20 Jahren.  Die Beständigkeit der Weinbergsanlagen ist für die Sicherung der Erträge und vor allem für die Ertragsqualität notwendig.  Angesichts der ständig steigenden Anlagenkosten und aufgrund der Tatsache, dass gerade gepflegte, alte Anlagen den Grundstock für die besten Weine liefern, muss es im Interesse aller Winzer sein, die Anlagen möglichst lange zu erhalten, so Kolesch