Presse

04.12.2013

06.11.2013 Heiß und kalt je nach Bedarf

Krankenhaus Juliusspital investiert 500000 Euro in neues temperaturgsichertes Speiseverteilsystem

Das Juliusspital führt das temperaturgesicherten Speiseverteilsystem „Vitalis One“ der Firma Iseco ein. Rund 500. 000 Euro investiert die Würzburger Klinik in dieses neue System, das alle Richtlinien des Lebensmittelrechts garantiert.

Am offensichtlichsten war dabei die Aufstellung eines sechs Meter hohen und zehn Tonnen CO2 fassenden Tanks im nordöstlichen Bereich des Stiftungsgeländes an der Klinikstraße.

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Er markiert zum einen das äußere Zeichen des neuen Speiseverteilsystems und setzt zum anderen einen dicken grünen Umweltpunkt. Das in ihm gelagerte flüssige CO2 wird nämlich für die zukünftige Kühlung der Speisen im Krankenhaus eingesetzt. „Wir wollten für die Kälteerzeugung keine zusätzliche Energie aufwenden. Daher entschieden wir uns für ein System, bei dem recyceltes CO2 zum Einsatz kommt, ein Abfallprodukt aus der Industrie“, erklärt Krankenhausleiter Wolfgang Popp. „Im Vergleich zur Kühlung per Stromaggregat sparen wir so etwa 80 Prozent CO2 ein.

26 Speisetransportwagen bringen die rund 300 Frühstücke, Mittag- und Abendessen, die von der Zentralküche des Juliusspitals bei normaler Belegung täglich ins Krankenhaus geliefert werden, in der – nach Hygienevorschriften – exakt bemessenen Temperatur zum Patienten.

Dafür müssen die Wagen die Essen konstant von der Portionierung in der Küche des Juliusspitals bis zum Servieren auf Temperatur halten. Für die Mittagessen heißt das plus 65 Grad, für Frühstück und Abendessen plus 11 Grad. Das gewährleistet zum einen ein Kontaktwärmesystem und zum anderen die Kühlung mittels verdichtetem Trockeneis, das aus dem „Industrieabfallprodukt“ CO2 gewonnen wird.
 

Pascal Freundorfer vom Hol- und Bringedienst befüllt den Speisetransportwagen zu r Kühlung der Speisen mit flüssigem CO2.

Was sich einfach anhört war ein langer Prozess bei dem die Zeitabläufe in Küche, Hol- und Bringedienst und im Pflegebereich genau unter die Lupe genommen werden mussten. „Mit diesem neuen System können wir alle Betriebsabläufe in der Küche, in der Speisenverteilung und der Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst einhalten“, berichtet Projektleiter Rainer Stark. Denn seit November 2000 liefert die Zentralküche des Juliusspitals täglich auch „Essen auf Rädern“ in Würzburg und Umgebung.

Auch die Zeiten des Hol- und Bringedienstes, dessen Mitarbeiter die Speisen von der Zentralküche ins Krankenhaus transportieren, werden gehalten. Ein Vorteil für die Mitarbeiter des Pflegedienstes ist sogar, dass die lange Kühlung ermöglicht, den Patienten das Abendessen später zu servieren.

Während Kontaktwärmeplatten auf denen die Essenstabletts stehen, die Wärme der Speisen gewährleisten, erfolgt die individuell genau auf die Menge des Wagens abgestimmte Kühlung indem flüssiges CO2 an einer neu eingerichteten Befüllstation in den Wagen gepumpt und über die Standzeit zur Kühlung der Kaltspeisen abgegeben wird.

Das benötigte CO2 wird ein unterirdisches Rohrleitungssystem vom CO2-Tank bis in die Befüllstation in der Küche gepumpt, die die Wagen vor Verlassen passieren müssen.

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Pascal Freundorfer vom Hol- und Bringedienst befüllt den Speisetransportwagen zu r Kühlung der Speisen mit flüssigem CO2


Mit diesem neuen Speisenversorgungssystem und der Kühlung mittels recyceltem CO2 beschreitet das Juliusspital einen neuen in der Region bisher einmaligen Weg in Richtung Energieeinsparung und Umweltschutz.