Presse

26.11.2013

22.08.2013 Afghanische Mädchen im Juliusspital

Seit über 20 Jahren behandeln die Ärzte der Orthopäde, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Würzburger Krankenhauses Kinder aus Krisengebieten.

Seit dem 15. August werden Maria und Amena im Krankenhaus Juliusspital behandelt. Die beiden acht und 13-jährigen Mädchen kommen aus Panjshir, einer der 34 Provinzen Afghanistans. Schon seit über 20 Jahren behandeln die Ärzte der Orthopäde, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Würzburger Krankenhauses Kinder aus Krisengebieten. Vermittelt werden diese durch die Initiative „Friedensdorf International“ in Oberhausen, die kranke Kinder, denen in ihrer Heimat medizinisch nicht adäquat geholfen werden kann, nach Deutschland holt, um sie hier behandeln zu lassen.

Im Juliusspital kümmern sich Chefarzt Prof. Dr. Alexander Beck und sein Team um die Mädchen. „Wir werden Euch wieder gesund machen“, verspricht Beck den Mädchen. Dazu haben beide aber noch einen langen Weg vor sich. Maria hat seit vielen Jahren eine Entzündung am Fersenbein, die bereits den Knochen angegriffen und teilweise zerstört hat. Hier muss Prof. Beck in mehreren Operationen die Wunde immer wieder öffnen, den Eiter beseitigen und nach Ausheilung der Knocheninfektion das Fersenbein wiederaufbauen. Durch die jahrelange Gehunfähigkeit sind zudem Marias Knie- und Hüftgelenke steif und müssen auch sukzessive wieder mobilisiert werden. Ziel ist, dass die Entzündung ausheilt und das kleine Mädchen wieder schmerzfrei laufen und leben kann. Amena hat seit kurz nach ihrer Geburt eine eitrige Entzündung im Gesäßbereich. Auch hier muss der Chirurg in mehreren Eingriffen die große Wundhöhle immer wieder reinigen und so die langjährige Entzündung bekämpfen.

Prof. Dr. Beck hat schon viele Kinder aus Krisengebieten im Juliusspital behandelt. Meistens haben die kleinen Patienten Entzündungen der Knochen und nicht selten bereits eine lange Leidenszeit hinter sich. Die Ursachen dieser Entzündungen sind verschieden: Schlechte hygienische Verhältnisse und mangelnde ärztliche Versorgung lassen beispielsweise einfache Entzündungen aber auch infizierte Schusswunden zu lebensgefährlichen und langjährigen chronischen Erkrankungen werden.

Dazu kommt der oft schlechte Immunstatus der Kinder, die bei ihrer Ankunft meist in einem „erbärmlichen Zustand“ sind, sagt Prof. Beck. Sie sind oft verdreckt, verlaust und müssen vor der eigentlichen Behandlung erst einmal gesäubert werden. Im Juliusspital kümmern sich nicht nur die Ärzte und das Pflegepersonal um die Kinder sondern auch freiwillige Helfer wie Barbara Treu aus Würzburg. Sie besucht die Kinder, bringt ihnen Kleidung, spielt und redet mit Ihnen, anfangs auch „mit Händen und Füßen“. Außerdem stehen Dolmetscher bereit. So übersetzt Miajan Noor-Ali was Prof. Dr. Beck den Mädchen erklärt und welche Operationen anstehen.

Die Kosten für die ärztliche und pflegerische Behandlung und Versorgung der Kinder trägt das Krankenhaus Juliusspital. Das beinhaltet auch für die Behandlung alle notwendigen Operationen und Implantate. „Dafür gibt es keine Rechnung“, sagt Dr. Beck. Der Unfallchirurg ist froh um die Möglichkeit, den Kindern helfen zu können. Mehr als 30 Kinder wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Juliusspital behandelt und sind nun wieder geheilt in ihre Heimatländer zu Ihren Familien zurückgekehrt.

„Es ist eine großartige Leistung, die das Krankenhaus Juliusspital für die Kinder erbringt“, erklärt Bärbel Franz von der Koordinationsstelle Süddeutschland der Initiative Friedensdorf. Etwa 100 Kinder aus Krisengebieten werden zurzeit in Kliniken in ganz Deutschland behandelt.

Die Geschichte des Friedensdorfes begann im Jahr 1967 durch eine Initiative Oberhausener Bürger, weil Kinder in einem Krieg im Nahen Osten unermessliches Leid erfuhren und diese Bürger nach Möglichkeiten suchten, zu helfen. Seither setzt sich die Oberhausener Kinderhilfsorganisation dafür ein, Kindern eine medizinische Versorgung zu ermöglichen, die ihnen in ihrer Heimat verwehrt bleibt. Dabei sind Hilfsflüge, mit denen die Kinder vorübergehend nach Deutschland ausgeflogen und hier operiert werden oft das einzige und notwendige Mittel der Wahl, wenn die medizinischen Möglichkeiten vor Ort keine Behandlung zulassen.

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Seit dem 15. August behandelt Prof. Dr. Alexander Beck, Chefarzt der Orthopäde, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie im Krankenhaus Juliusspital die beiden afghanischen Mädchen Maria (8 Jahre – links) und Amena (13 Jahre - Mitte)  Foto Martina Schneider/Stiftung Juliusspital

Der Bayerische Rundfunk berichtete am 21. August 2013 über das Juliusspital. Hören Sie hier externer Linkden Beitrag von Katharina Herr.