Presse

26.11.2013

16.07.2013 Juliusspital legt Weinberg am Greinberg an

9 500 Silvaner-Reben auf 2,3 Hektar gepflanzt - erster Ertrag für 2015 erwartet

Vom Süden oder vom Osten der Stadt kommend weithin gut sichtbar: Das Weingut Juliusspital begründet seit letztem Jahr eine neue Würzburger Weinlage am Greinberg. Mittlerweile sind 2,3 Hektar des insgesamt vier Hektar großen Weinbergs mit Silvaner-Reben bepflanzt. Viel Arbeit für die Pflanzung und den Bau von Wirtschaftswegen liegt hinter den Winzern der Stiftung. Die Restfläche wird im nächsten Jahr fertiggestellt.

Mit der Anlage von Bodenprofilen zur Erkundung des Silvaner-Terroirs starteten vor genau einem Jahr die vorbereitenden Arbeiten für eine neue Würzburger Weinlage des größten Silvaner-Weingutes der Welt. „Die Schürfgruben zeigten ausgezeichnete Voraussetzungen“, erklärt der juliusspitälische Weingutsleiter Horst Kolesch. Daher folgte unmittelbar danach die landschaftsgerechte Anlage von rund 1,3 Kilometern Wirtschaftswegen zur Erschließung der insgesamt vier Weinbergsparzellen mit einer Größe von 0,7 bis 1,4 Hektar Fläche.

Vor dem Wegebau wurde der wertvolle und humusreiche Oberboden gesichert und seitlich gelagert. Für die Tragfähigkeit der unversiegelten und damit wasserdurchlässigen Wirtschaftswege wurde stabiler Würzburger Wellenkalk verwendet. Danach brauchte es nur noch eine kleine Feinplanie der Wege und schon konnte der gute Oberboden wieder angeböscht werden.

Eine Buchenhecke entlang des Oberen Greinbergweges säumt die Reben und trägt zur Windberuhigung und ökologischen Vernetzung der Flora und Fauna des neuen Weinbergs bei. Ein kleines Absetzbecken an der tiefsten Stelle des Weinbergs hält die wertvolle Feinerde von den Wirtschaftswegen zurück.

Rechtzeitig vor Wintereinbruch lockerten die Mitarbeiter der Weinbergsgruppe Würzburg unter der Leitung der beiden Weinbergsmeister Peter Rudloff und Josef Schmitt mit einer großen Spatenfräse den Boden. Dieses sogenannte Rigolen und die anschließende Frostgare sind zur sorgfältigen Pflanzbettvorbereitung für die empfindlichen Silvaner-Setzlinge unerlässlich.

Ende April begannen die Pflanzarbeiten. „Keine vergnügungssteuerpflichtige Arbeit, bei dem kühlen und nassen Frühjahr“, berichtet Schmitt, „aber mittlerweile wachsen die 9 500 Jung-Silvaner frech drauf los.“ Die Reben kamen ausschließlich von fränkischen Rebenveredlern, erklärt Kollege Rudloff und stellt fest: „Da weiß man wenigstens, was man hat.“ 

Wichtig für die Weinbergsmitarbeiter war die Handpflanzung denn eine Pflanzung mit Maschinen hätte – bedingt durch das sehr feuchte Frühjahr - enorme Schäden an der Bodenstruktur verursacht. „Unser großes Ziel ist der bestmögliche Schutz unserer Ressourcen“, sagt Rudolf. „Dafür legen die Spitäler gerne mal Hand an.“

Zudem sind rund 500 Reben eines Würzburger Premium-Klones der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim als Muttergarten für die Gewinnung von künftigen Edelreißern zur Erzeugung wertvoller Silvaner-Nachkommen vorgesehen.
Unmittelbar nach der Pflanzung säten die Winzer Phazelia als Begrünung in die Rebzeilen. Diese Begrünungspflanze sammelt Humus, lockert den Boden, lässt das Regenwasser leichter in den Boden eindringen und beugt damit der Erosion vor.

Jede freie Minute in den Ertragsanlagen nutzen die fleißigen Helfer im Weingut, um möglichst schnell den erforderlichen Drahtrahmen zu errichten. Dieser stützt die jungen Triebe und dient der späteren Rebenerziehung.

Frühestens im Herbst 2015 sollen die ersten Silvaner-Trauben den Weg in die moderne Kellerei der Stiftung nehmen. „Diese Zeit werden wir auch brauchen“, weiß Weingutsleiter Horst Kolesch und kündigt an: „Spätestens bis dahin brauchen wir einen schönen, werthaltigen und weinaffinen Lagennamen für den Eintrag in die fränkische Lagenrolle der Regierung von Unterfranken.“ Denn der neue Weinberg am Greinberg ist eine Monopollage, also Weinlage im Alleinbesitz des Weingutes der Stiftung Juliusspital.

Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth zeigt sich hoch erfreut über die augenscheinlich gute Entwicklung des mehrjährigen Projekts: „Die Anlagenkosten von rund 40000 Euro pro Hektar sind kein Pappenstiel und müssen gut überlegt sein. Allerdings haben wir bei der Dynamik unseres Weingutes keinen Zweifel daran, dass ab dem ersten Ertragsjahr auch dieser Weinberg seinen Beitrag zur Sicherung und zum Ausbau der sozialen Aufgabe unserer Gesamtstiftung beitragen wird.“ Beispielhaft dafür steht das Juliusspital Hospiz Würzburg, das am 12. Juli – zusammen mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm – in der Würzburger Sanderau eröffnet wurde.

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Rammen starke Pfähle für den neuen Silvaner ein: Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth und Weingutsleiter Horst Kolesch helfen beim Einschlagen der Metallpfähle am Weinberg am Greinberg. Für das richtige Maß sorgen die Weinbergsmeister Josef Schmitt  und Peter Rudloff (von links).