Verantwortung für den Hammelburger Stadtwald

Die Stadt Hammelburg beauftragt den Forstbetrieb der Stiftung Juliusspital Würzburg mit der Betriebsleitung und Betriebsausführung Ihres Stadtwalds. Bürgermeister Armin Warmuth und Stiftungsleiter Walter Herberth unterzeichnen am 8. Dezember 2021 den vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2027 geltenden Vertrag.

Vertiefung der bisherigen Zusammenarbeit
Der Forstbetrieb des Juliusspitals übernimmt alle Arbeiten im Stadtwald in eigener Verantwortung. Die Betriebsleitung beinhaltet unter anderem die komplette Planung, Durchführung und Kontrolle der Waldbewirtschaftung im Wald der Stadt und Ihrer Ortsteile sowie die Vorstellung der Betriebsergebnisse im Hammelburger Stadtrat in Verbindung mit Waldbegängen. Dazu kommt die Übernahme des Holzverkaufs für die Stadt.

Bereits seit 2015 hatte Juliusspital-Forstbetriebsleiter Matthias Wallrapp die Betriebsleitung im Stadtwald übernommen und seit 2017 auch Teile der Betriebsausführung. „Seitdem entwickelte sich eine fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Nutzen beider Betriebe, die jetzt durch die Vergabe der kompletten Stadtwald-Bewirtschaftung an die Stiftung eine weitere Vertiefung erfährt“, betont Bürgermeister Warmuth und freut sich, dass die Vertragsunterzeichnung nun endlich erfolgen konnte. Pandemiebedingt wurde der Termin immer wieder verschoben.

Waldbewirtschaftung mit sozialem Auftrag
Walter Herberth, Oberpflegeamtsdirektor und Leiter der Stiftung Juliusspital, bestätigt ebenfalls die bisherige gute Zusammenarbeit und bedankt sich bei der Stadt Hammelburg für das entgegengebrachte Vertrauen. „Ebenso wie die Weinberge und die landwirtschaftlichen Flächen der Stiftung unterstützen auch die Einkünfte aus dem Forst die sozialen Projekte des Juliusspitals seit jeher“, erklärt Herberth bei der Vertragsunterzeichnung und erinnert an den Stiftungsauftrag Julius Echters, der im Juliusspital seit nunmehr fast 450 Jahren gelebt wird.
Auf den erfolgreichen Vertragsabschluss stoßen dann alle Beteiligten mit einem Glas Juliusspitalwein einer der besten Lagen Würzburgs an, den Horst Kolesch, Geschäftsbereichsleiter für die Bereiche Weingut, Landwirtschaft und Forstbetrieb der Stiftung Juliusspital, mitgebracht hatte. „Das gehört in unserer Stiftung zur Tradition“.


Im Fokus: Waldnaturschutz
Der Forstbetrieb der Stiftung hat seit 1994 seinen Sitz in Hammelburg, fußläufig zum Rathaus. „Die räumliche Nähe und die kurzen Wege erleichtern im Alltag die Zusammenarbeit und ermöglichen eine enge Abstimmung“, erzählt Forstbetriebleiter Wallrapp, der sich ebenfalls für die übertragene Verantwortung bedankt und im Rahmen seines neuen Auftrags viel vorhat. Für die Stadt Hammelburg steht dabei weniger die betriebswirtschaftliche Ausrichtung im Vordergrund als vielmehr die ganzheitliche Betrachtung des Waldes mit seinen ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen.

Der Wald der Stadt Hammelburg umfasst eine Fläche von 2183 Hektar mit einem Hiebsatz von 12.000 fm, verteilt auf die Kernstadt und ihre 11 Ortsteile. Etwa 65 Prozent des Waldes sind Laubholz, vornehmlich Buche. Der Nadelholzanteil, fast ausschließlich Fichte und Kiefer, ging in den vergangenen Jahren zurück und liegt derzeit nur noch bei etwa 35 Prozent. Der Anteil klimatoleranter Nadelhölzer wie Douglasie und Tanne ist dagegen gering. Die Wälder des Stadtwaldes sind in weiten Teilen bereits gut gemischt, klimatolerant und naturnah. Oftmals stocken die Wälder jedoch auf sehr flachgründigen, trockenen Standorten. Hier ist angesichts des aktuell bereits spürbaren Klimawandels eine vorausschauende Weiterentwicklung zu noch mehr Stabilität oberstes Gebot.
„Walderhalt, Trinkwasserschutz und die Nutzung als vielfältiger Naturschutz- und Erholungsraum stehen hier vor rein wirtschaftlichen Betrachtungsweisen“, sind sich Bürgermeister Warmuth und Forstbetriebsleiter Wallrapp einig.
Die wenigen, immer noch naturfernen Nadelholzreinbestände sollen in Zukunft zügig in naturnahe Mischbestände umgebaut werden. Hierzu will die Stadt zukünftig Staatliche Fördermittel für den Waldumbau noch konsequenter nutzen.

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v.l. Bürgermeister Armin Warmuth, Forstbetriebsleiter Matthias Wallrapp, Stiftungsdirektor Walter Herberth und Geschäftsbereichsleiter Horst Kolesch

Fotos: Heike Gnerlich, Pressestelle Stadt Hammelburg

Text: Maria Sippel, Pressestelle Stiftung Juliusspital Würzburg