Presse

08.05.2015

„Ohne Wein ist alles nichts“

Weingut Juliusspital eröffnet Kulturtage mit Ausstellung von Herbert Janouschkowetz

Würzburg, 8. Mai - „Das Hübsche ist der Feind des Schönen“, unter diesem Titel stand zur Eröffnung der 28. Kulturtage im Weingut Juliusspital (noch bis 24. Mai) die Vernissage am Freitagabend mit Werken des Künstlers Herbert Janouschkowetz (1936 – 2005). Der Rothenburger Galerist Martin Sinn und Freund des Künstlers präsentierte die Ausstellung.

„Wein ist nicht alles, aber ohne Wein ist alles nichts. Das gilt für unsere Kulturtage – und für das ganze Leben darüber hinaus“, fasste Weingutsleiter Horst Kolesch das Credo der diesjährigen Kulturtage im Weingut zusammen. Während Stiftungsleiter Walter Herberth die Begrüßung der Gäste aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft zufiel, „schwelgte“ Kolesch im Programm der Veranstaltungen. Sie stehen unter dem Titel „Kunst – Kultur – WeinGenuss“ und bieten ein abwechslungsreiches Programm.

Luise Limburg zeichnete in ihrer Laudatio ein Bild des Ochsenfurter Ausnahmekünstlers, dessen Werke im Gartenpavillon der Stiftung Juliusspital noch bis zum 24. Mai besichtigt werden können. Janouschkowetz sei kein einfacher Zeitgenosse gewesen. Schroff und abweisend soll er manchmal erschienen sein. Aber auch seine liebevollen und liebenswerten Seiten zeigten sich manchmal.

1936 im Sudetenland geboren kam Janouschkowetz 1963 nach Ochsenfurt. Voller Schaffensdrang wollte er etwas in Bewegung setzen, anderes machen als nur „Zimmerschmuck“. Sich selbst sah er mehr als Objektemacher, Form war ihm wichtiger als Farbe. Er starb 69-jährig im Dezember 2005 in seinem Wohnatelier in Ochsenfurt an Herzversagen.

Er sei jedoch nicht nur ein Maler sondern auch ein Mann mit Gefühlen, Humor und Geheimnissen, oftmals ein Grantelhuber gewesen - ein Mann der wenigen Worte, berichtete Limburg in ihrer Laudatio. „Er wollte die Leute nachdenklich machen, sensibilisieren.“

Janouschkowetz war ein wunderbarer Objektemacher, sagte Limburg. „Er hat seine Objekte mit anderen Objekten kombiniert, sie im Licht der verschiedenen Tageszeiten fotografiert, sie vor verschiedene Hintergründe und Bilder gestellt, auf diese Art immer wieder neue Kunstwerke geschaffen und somit die große Harmonie seiner Arbeiten zum Ausdruck gebracht.“ Seinen Leitspruch „Lebe und Lache“ habe er über die Tür seines Ateliers geschrieben.

Nicht immer jedoch sei sein Leben von  Harmonie bestimmt gewesen stets aber von Gefühlen geprägt. „Liebe Gäste, entdecken sie in den Bildern aus verschiedenen Materialien die Freude des Sammlers und eventuell hören sie sogar das schelmische Lachen des Künstlers über ein besonders gelungenes Werk“, sagte Limburg. Musikalisch umrahmten Gail Gilmore und Wolfgang Kurz die Vernissage.

Die Kulturtage im Weingut Juliusspital dauern bis zum 24. Mai. Am Montag, 11. Mai kommt um 20 Uhr das Theater Sommerhaus in die Zehntscheune. Zum Thema: „Männer und andere Irrtümer“ zeigt Brigitte Obermeier Witz wie eine Sitzen gelassene letztendlich überlebt und sich ihr Leben genüsslich neu einrichtet (für den Zusatztermin am 12. Mai gibt es noch Karten). Am Donnerstag, 14. Mai spannen um 17 Uhr im Gartenpavillon Cellostrada (fünf Musiker und fünf Celli) den musikalisch breiten Bogen von Schostakowitsch über Tango und Balkan Folklore bis zu Filmmusik.

Am Sonntag, 17. Mai erklärt Wolfgang Buck um 19:30 Uhr in der Zehntscheune in seinem neuen Soloprogramm „Kummdmernaham“, warum dieser Satz so oft als Drohung empfunden wird wo es doch daheim angeblich am schönsten ist.

Die Musikalische Weinprobe mit Petra Prinz und Schlagern und Evergreens auf den 50er und 60er Jahren gibt es am Freitag, 22. Mai um 19:30 Uhr in der Zehntscheune. Den Schlusspunkt unter die diesjährigen Kulturtage setzen Opernsängerin Gail Gilmore (Sopran) mit Wolfgang Kurz am Flügel am Sonntag, 24 Mai um 17 Uhr im Gartenpavillon. Gilmore singt unter anderem Canzone del Velo aus Don Carlo von Giuseppe Verdi sowie einige Spirituals.

Das ausführliche Programm sowie Information zur Ausstellung und den Veranstaltungen gibt es unter Telefon 0931/393-1406 oder E-Mail: tagung@juliusspital.de

 

Kulturtage

Eröffneten die Kulturtage mit Werken von Herbert Janouschkowetz (von links) Galerist Martin Sinn, Walter Herberth, Leiter der Stiftung Juliusspital, Luise Limburg und Weingutsleiter Horst Kolesch.