Presse

01.12.2014

Koelliker, Siebold und Virchow in den Arkaden

Stiftung zeigt Galerie „Berühmte Mediziner im Juliusspital“

Sie waren Vorreiter, Wissenschaftler, Lehrer und Forscher und hinterließen ihre Fußspuren in Würzburgs Medizingeschichte:  Am Freitag weihten die Verantwortlichen der Stiftung Juliusspital ihnen zur Ehre die Galerie „Berühmte Mediziner im Juliusspital“ im historischen Arkadengang ein.

Die einzelnen Tafeln gewähren Besuchern und Interessierten des Juliusspitals einen kleinen Einblick in das Wirken, Lehren und Forschen im Juliusspital und erzählen von dem, was berühmte Mediziner und Wissenschaftler wie Carl Caspar von Siebold, Johann Lucas Schönlein, Albert von Koelliker und Rudolf Virchow von hier aus auf den Weg gebracht haben. „Die Galerie soll Ablenkung, Zerstreuung und Bereicherung für unserer Patienten im Krankenhaus sein“, sagte Stiftungsleiter Walter Herberth.

Die Medizinergalerie sei keineswegs ein Schnellschuss, sondern habe eine Vorgeschichte, betonte Herberth: „Im Wissen um die große Bedeutung des ehemaligen Universitätsklinikums hier im Juliusspital haben viele Besucher unseres Geländes Hinweise auf diese historische Seite vermisst.“ Der 150. Todestag von Johann Lukas Schönlein im Januar dieses Jahres gab Anlass für eine intensive Beschäftigung mit der Thematik und sein Geburtstag, der sich heuer am 30. November zum 221-mal jährte den passenden Rahmen.

Die Galerie besteht aus zehn Tafel im östlichen Arkadengang, von denen die erste vom Durchgang Park/Innenhof kommend allgemeine Informationen enthält und die nachfolgenden neun Tafeln ausgewählte Persönlichkeiten beschreiben, die im 18. und 19. Jhd. der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg zu beträchtlichem Ansehen verhalfen und das Juliusspital zur Keimzelle des Würzburger Universitätsklinikums machten.

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Dass die Universität in Würzburg zur Blüte kam, verdankt sie Julius Echter vom Mespelbrunn. Denn als der damals 28-Jährige am 1. Dezember 1573 vom Würzburger Domkapitel zum Fürstbischof und damit zum weltlichen und kirchlichen Oberhaupt des Hochstiftes Würzburg gewählt wurde, setzte er sich zwei Ziele: Ein Spital zu bauen für „allerhand Sorten Arme, Kranke, unvermugliche, auch schadhafte Leut“ und die Universität in Würzburg wieder zu aktivieren.

Nur wenige Jahre danach legte er am 12. März 1576 – damals noch vor den Toren der Stadt – den Grundstein für die Stiftung Juliusspital. Weitere sechs Jahre später verkündete er am 2. Januar 1582 die Wiederbegründung der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg.

Die Wurzeln der Würzburger Universität reichen bis ins Jahr 1402 zurück. Auch wenn die Erstgründung nur bis 1427 Bestand hatte, erwuchs nach der Wiederbelebung des Lehrbetriebes durch Julius Echter eine „Hohe Schule“, die hinsichtlich ihrer Medizinischen Fakultät eine Führungsstellung in Deutschland und später auch in Europa einnahm.