Presse

02.10.2014

Eine Vielzahl an Berufen

Vier Würzburger Stiftungen veranstalteten Infotag am 1. Oktober, dem Tag der Stiftungen
 

Zahlreiche Schüler und Interessierte aus Würzburg und Umgebung informierten sich am Tag der Stiftungen im Foyer des Geriatriezentrums des Bürgerspitals zum Hl. Geist in Würzburg über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten in einer Stiftung. Veranstaltet hatten diesen Informationstag – am 1. Oktober, dem bundesweiten Tag der Stiftungen - die Würzburger Stiftungen Juliusspital, Bürgerspital, SOS Familie und Blindeninstitutsstiftung unter dem Motto „Die Stiftung als besonderer Arbeitgeber“

Die Besucher lernten die Vielfalt von sozialen, handwerklichen Berufen und Ausbildungsplätzen kennen, die unterm Dach einer Stiftung wunderbar miteinander harmonieren. Erzieher, Familien-, Gesundheits- und Krankenpfleger, Therapeut, Techniker, Kfz-Mechaniker, Winzer, Schreiner, Koch oder Forstwirt, die vier Stiftungen zeigten ihr breites Spektrum an Ausbildungs-/Berufen. Mit dem Informationstag sprachen die vier Würzburger Stiftungen Schulabgänger, Lehrstellensuchenden aber auch bereits im Beruf stehende Fachkräfte an, die sich für ein neues Arbeitsumfeld interessieren oder Möglichkeiten der Weiterentwicklung suchen. Direkt und praxisnah diskutieren können die Besucher mit den Stiftungs-Mitarbeitern, die ihre Berufsgruppen präsentieren. Auszubildende geben direkt Einblick in ihr Arbeitsfeld und beantworten Fragen rund um Theorie und Praxis.

Verständnis für ältere Menschen

Interessant für Schüler und Lehrstellensuchende: Man/Frau konnte so ziemlich alles auch „begreifen“. Im Alterssimulationsanzug schlüpften die Besucher in die Haut eines älteren und gebrechlichen Menschen und der eine oder die andere wird in Zukunft sicher mehr Geduld aufbringen für das Alter und die Beeinträchtigungen die Menschen dadurch erfahren. Vielleicht engagiert sich der eine oder andere zukünftig sogar Altenpflege, einem Beruf mit großen Zukunftschancen.

Mit dem Refraktometer maßen die Schüler die Oechslegrade, die Maßeinheit für das Mostgewicht des Traubenmostes. Am Forststand ordneten sie Baumarten zu. „Gar nicht so einfach“, war die einhellige Meinung derer, die von den elf Baumarten mit Ach und Krach mal gerade die Hälfte richtig „geraten“ hatten. Am Modell eines Klangbodens erfuhren die Besucher, wie für Menschen, die wenig bis gar nichts mehr hören können, Musik „erfühlbar“ werden kann.

Gezeigt wurde die richtige Desinfektion der Hände und mittels einer UV-Lampe überprüft. Die Besucher konnten sich Blutdruck und Blutzucker messen lassen und lernten, wie (lebens)-wichtig es ist, Hygienevorschriften zu beachten.

Heißsporne am "heißen Draht"

Beeindruckt waren die Besucher von der Fertigkeit, mit der Sehbehinderte die Brailleschrift lasen und schrieben. Begehrt und ein Renner der Veranstaltung war der „heiße Draht“. Alexander Stumpf, Auszubildender des Juliusspitals hatte alle Hände voll zu tun, die jugendlichen Heißsporne ruhig zu halten. Beim „heißen Draht“ geht es nämlich nicht unbedingt darum, der schnellste zu sein sondern vielmehr, den Stab mit der – zugegeben recht kleinen - Öse sicher und ohne Berührung über den geschwungenen eineinhalb Meter langen Kupferdraht zu führen. Felix von der Mittelschule Schwanfeld stellte mit seinem Sieben-Sekunden-Rekord alle anderen in den Schatten.

Eberhard Schellenberger vom Bayerischen Rundfunk moderierte die Talkrunde zum Thema „Der besondere Arbeitsplatz“ bei der Mitarbeiter der vier Stiftungen ihre Aufgabengebiete vorstellten und erzählen, was das Arbeiten gerade in einer Stiftung für sie so besonders macht. Jeweils zwei Mitarbeiter der vier Stiftungen sprachen über Ihre Aufgabenbereiche. „Musikalisch angereichert wird diese Talkrunde durch Menschen aus den Stiftungen“, hatte Schellenberger angekündigt.

Mitarbeiter erzählen über ihre Arbeit

Gewohnt routiniert führte der Rundfunkmoderator durch eine kurzweilige Stunde mit viel Information für die geladenen Gäste. Vorgestellt wurden unter anderem die Bereiche Heilerziehungspflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegedienstleitung und Familienpflege. Für die Stiftung Juliusspital standen Nadine Ruthemeyer (Personalwirtschaft) und Katharina Wallinowsky (Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin) Rede und Antwort. Auf Schellenbergers Frage nach ihrem Arbeitsfeld antwortete Wallinowsky, dass auch die Auszubildenden zum Gesundheits- und Krankenpfleger nicht „am Ende der Nahrungskette stehen“ sondern ein vielfältiges Aufgabengebiet haben, angefangen von Verbandswechseln über Medizin richten bis hin zur Gabe von Spritzen. Dabei zuckte Schellenberger ein wenig zusammen aber die junge Frau beruhigte ihn lächelnd: „Wenn ich eine Spritze gebe, tut es nicht weh.“

Wo ist der "juliusspitälische Geist"?

Schellenberger erkundigte sich auch nach dem viel zitierten „juliusspitälischen Geist“, „haben Sie den schon getroffen, wie sieht der den aus?“, wollte er wissen. Der „juliusspitälische Geist“ das sei die allgemeine Freundlichkeit und die Empathie, die in der Stiftung untereinander herrsche, gab ihm Wallinowsky Auskunft. Für den Pflegeberuf brauchte es eine bestimmte Art von Mensch, erklärte Ruthemeyer dem Moderator. Es benötige eine „gewisse Grundherzlichkeit und Geduld“, denn „Menschen sind keine Produkte“, so die stellvertretende Personalleiterin, und solche besonderen Menschen für die Pflege seien leider zunehmend schwerer zu finden.

Am Ende eines Tages mit viel Information in Theorie und Praxis blieb dann noch Zeit, sich bei einem guten Glas Wein auszutauschen.