Presse

04.12.2013

30.10.2013 Behandlung nach Dringlichkeit

Unnötig lange Wartezeiten vermeiden - Notaufnahme des Juliusspitals behandelt Patienten nach Dringlichkeit der Erkrankung.

Sofort, sehr dringend, dringend, normal - in der zentralen Notaufnahme des Krankenhauses Juliusspital geht es nicht mehr der Reihe nach sondern nach Dringlichkeit. Das „Zauberwort“ heißt Manchester-Triage-System (MTS) und bedeutet, dass die Patienten entsprechend der Schwere ihrer Erkrankung behandelt werden. Es ermöglicht, den Grad der Erkrankung beziehungsweise der Verletzung innerhalb kurzer Zeit zu erkennen und eine Einstufung der Notfall-Patienten vorzunehmen.

Speziell geschultes Fachpersonal unterzieht den Patienten gleich einer Ersteinschätzung. Dabei ermitteln die Pflegekräfte standardisiert und systematisch anhand der geschilderten Symptome die Erkrankungs- bzw. Verletzungsschwere und ordnen dieser eine farbkodierte Kategorie zu. Die verschiedenen Kategorien entsprechen unterschiedlichen Behandlungsprioritäten: Sofort ist sofort. Sehr dringend (zehn Minuten), dringend (30 Minuten), normal (90 Minuten), nicht dringend (120 Minuten). Innerhalb dieses Zeitraums müssen die Patienten behandelt werden.

„Die schnelle und sichere Festlegung der Behandlungspriorität ist eine Grundvoraussetzung, um bei begrenzten Ressourcen eine notwendige medizinische Behandlung gegebenenfalls sofort einleiten zu können“, erklärt Dr. Werner Eckardt, Leiter der zentralen Notaufnahme des Juliusspitals. Wartezeiten in Notaufnahmen sind nicht vermeidbar, da unter anderem einerseits das Patientenaufkommen nicht planbar ist und andererseits die personellen, technischen und räumlichen Ressourcen begrenzt sind. Deshalb können auch nicht alle Patienten unmittelbar und gleichzeitig behandelt werden.

Kritisch kranke oder verletzte Patienten sollten aber nicht unnötig lange auf eine Behandlung warten müssen, während weniger schwere Fälle Behandlungskapazitäten binden. „ MTS bietet unseren Patienten die Sicherheit, dass bereits beim Erstkontakt zuverlässig und schnell die Dringlichkeit ihres Behandlungsbedarfs erkannt wird und die Behandlung beginnt“, sagt Dr. Eckardt. Der Patient wird sofort von der Pflegekraft gesehen, was auch den psychologischen Effekt birgt, dass der Erkrankte befürchten muss, vergessen zu werden. Täglich behandeln die Ärzte in der Notaufnahme des Juliusspitals rund 100 Patienten in der Zeit von 8 bis 17 Uhr wobei vormittags die Begehsprechstunde integriert ist.

Das MTS wurde in den 1990er Jahren in Großbritannien entwickelt und wird mittlerweile weltweit eingesetzt.

dringend
Thorsten Kreutzer bei der MTS-Ersteinschätzung mit Patientin Vanessa Krückel.