Sieben Wochen unterwegs
Vierter Impuls
FREUDE
Aber wir verleben unsere schönen Tage, ohne sie zu bemerken:
erst, wenn die schlimmen kommen, wünschen wir jene zurück.
Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph
Worte aus der Bibel
Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat,
wir wollen jubeln und uns über ihn freuen.
Psalm 118,24
Worte des Mutes auf den Weg
Mit dem Wort „Freude“ scheint mir eine der schwierigsten Lebenshaltung angesprochen zu werden. Sicher ist eine gelassene Lebenseinstellung mit einer tiefen Grundfreude verbunden. Doch diese wird nicht besonders beachtet, da sie zum Alltag dazuzugehören scheint. Arthur Schopenhauer hat dies sehr trefflich formuliert.
Nehmen wir in unserer schnelllebigen Welt nicht Vieles zu selbstverständlich? Aufzuführen wären da sicher sehr viele Gegebenheiten, die das Leben bereichern: Ein sicheres Zuhause, eine gelingende Partnerschaft, die Familie. Andere persönliche Situationen vervollkommnen gewiss die Sichtweise eines geglückten Lebens in Zufriedenheit und Freude. Kommen dennoch schlimme Tage, dann wünschen wir uns das, was bisher so selbstverständlich war, umgehend zurück.
Mitten in den Tagen der Neuorientierung, der Fastenzeit, wird überraschend das Thema „Freude“ thematisiert. Wer die Verse aus dem Psalm 118 liest, weiß sich angesprochen, jeden neuen Tag aus Gottes Hand anzunehmen, denn er ist ein Geschenk und wartet darauf, mit viel Achtsamkeit gefüllt zu werden. Das mag eine ungewohnte Sichtweise provozieren. Es ist jedoch lohnend und bereichernd zugleich, jeden Tag bewusst zu erwarten, anzunehmen und sich an ihm freuen zu können. Nicht nur der Psalm 118 lohnt eine Betrachtung!
Für die kommende Woche wünsche ich tiefe Freude an den kleinen Dingen des Lebens und an jedem neuen Tag.
Ihr
Pfarrer Bernhard Stühler
Juliusspital Pfarrei St. Kilian
Stiftung Juliusspital Würzburg