Der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Dr. Markus Söder zeichnete das Krankenhaus der Stiftung Juliusspital für besonderes Engagement in der Organspende im Jahr 2010 mit dem Bayerischen Organspendepreis aus. „In unserer Gesellschaft muss Organspende zum Normalfall werden“, erklärte Söder bei der Preisverleihung in München. „Die ausgezeichneten Kliniken haben ihre Verantwortung für die Patienten auf der Warteliste gezeigt und die Organspende in den Klinikalltag integriert.“ Neben dem Juliusspital erhielten das Universitätsklinikum Regensburg und das Klinikum Schwabing den Preis.
Für Dr. Mathias Pfau, Oberarzt für Neurologie am Juliusspital ist dies eine besondere Auszeichnung. „Es ist eine große Ehre und Motivation für uns“, erklärt Dr. Pfau, der seit 2003 Transplantationsbeauftragter des Krankenhauses Juliusspital ist. Kriterien für die Vergabe des Bayerischen Organspenderpreises sind die Unterstützung der Transplantationsbeauftragten durch die Klinikleitung, die Fortbildung des Klinikpersonals sowie die Erarbeitung von Leitlinien und Verfahrensschritten für den Aktutfall Organspende.
Angehörige unterstützen und begleiten
Sechs von sieben potenziellen Spendern im Juliusspital spendeten in den Jahren 2003 bis heute. Wichtig ist für Dr. Pfau ist die intensive Betreuung der Angehörigen während dieser extremen psychischen Belastungssituation. Er nimmt sich sehr viel Zeit für ausführliche Gespräche um die Angehörigen zu unterstützten und aufzuklären und ihnen so bei der schweren Entscheidung zu helfen. Selbst wenn ein Spenderausweis vorliegt, würde sich der Oberarzt nie über den Willen der Angehörigen hinwegsetzen. Ebenso wichtig sind die Sensibilisierung des Pflegepersonals und die Zusammenarbeit der Fachärzte.
Erst kürzlich verwirklichte das Krankenhaus einen weiteren wichtigen Punkt bei der Betreuung von Patienten und Angehörigen. Die Patienten werden für eine Explantation nicht mehr in eine andere Klinik verlegt. Das stellt sicher, dass die Angehörigen vom ersten Gespräch über die intensive Betreuung bis hin zum Abschied nehmen im Juliusspital betreut werden. „Die Organspende ist uns ein wichtiges Anliegen und was wir dazu tun können, werden wir beitragen“, betont Krankenhausleiter Wolfgang Popp.
Workshop für Ärzte und Pflegekräfte
Im Herbst veranstaltet das Juliusspital in enger Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) einen Workshop für Ärzte und Pflegekräfte zum Thema „Entscheidungsbegleitung für Angehörige“.
In Deutschland warten rund 12000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. 2010 wurden bundesweit 5083 Transplantationen durchgeführt. Jährlich sterben etwa 1000 Patienten, weil nicht rechtzeitig ein neues Organ für sie zur Verfügung stand. Seit 2010 jedoch stagnieren die Organspendezahlen in Bayern. Deshalb ist die Information der Bevölkerung wichtig auf dem Weg zu mehr Organspenden, erklärt Dr. Thomas Breidenbach, Geschäftsführender Arzt der DSO und betont: „Jeder Bürger muss Zugang bekommen zu kompetenten und umfassenden Informationen über die Organspende“. Hier engagiert sich das Krankenhaus Juliusspital ebenfalls und informiert seit 2003 regelmäßig mit der Informationswand „Organspende“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums über die Notwendigkeit der Spendenbereitschaft.
Die DSO ist seit Juli 2000 die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende. Sie unterstützt medizinische Maßnahmen zur Organ- und Empfängerprotektion bis hin zum Organtransport und die Krankenhäuser durch Fortbildungen und Prozessoptimierung rund um die Organspende. Die DSO-Region Bayern betreut rund 200 Krankenhäuser.