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Carl Caspar von Siebold

Der Aufschwung der Würzburger Medizinischen Fakultät im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts war vor allem von einem Namen geprägt: Carl Caspar von Siebold (1736-1807).  Er begründete die Tradition, die dazu führen sollte, dass die Würzburger Medizinische Fakultät mit dem Beinamen „Academia Sieboldiana“ versehen wurde.

Promovierter Doktor der Philosophie und Chirurg

Siebold hatte in Köln zum Doktor der Philosophie promoviert und war in der Eifel, seiner Heimat, vom Vater zum Chirurgen ausgebildet worden. Im Siebenjährigen Krieg als Feldscher in französischen Diensten, wurde er 1760 nach Würzburg versetzt. Siebold schied aus dem Militärdienst aus, wurde wundärztlicher Gehilfe am Juliusspital, studierte Medizin und wurde 1763 aufgrund seiner Leistungen durch Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim auf eine Bildungsreise nach Paris, London und Leiden geschickt.

Oberwundarzt am Juliusspital und Leibarzt

1766 kehrte Siebold nach Würzburg zurück, wurde Leibchirurg des Fürstbischofs und wundärztlicher Obergehilfe. Er promovierte 1769 in Medizin und bekam in der Folge mehrere verantwortungsvolle Posten übertragen: Zum einen übernahm er den Lehrstuhl für Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe, zum anderen wurde Siebold Oberwundarzt am Juliusspital, so dass er die praktische und die akademische Chirurgie in einer Person vereinte.


Carl Caspar von Siebold (1736-1807)

Siebold, der zu den führenden Chirurgen seiner Zeit gehörte, vermochte die Würzburger Medizinische Fakultät aus ihrem Dämmerschlaf herauszuführen. Dies gelang ihm einerseits durch seinen hervorragenden Ruf als Chirurg, andererseits aber ganz besonders durch seine Fähigkeit, die ärztliche Ausbildung und den medizinischen Unterricht neu zu organisieren.

Moderner Operationssaal eingerichtet

Er erreichte den Umbau des "Theatrum anatomicum" (des heutigen juliusspitälischen Gartenpavillons) sowie die Errichtung eines modernen Operationssaals und reformierte und verbesserte die Hebammenausbildung sowie die Ausbildung der Wundärzteuliusspitälischen Gartenpavillons) sowie die Errichtung eines modernen Operationssaals und reformierte und verbesserte die Hebammenausbildung sowie die Ausbildung der Wundärzte.

  Operationssaal, eingerichtet 1805 von Carl Kaspar Siebold
Bildnachweis: Klinikum der Universität Würzburg


Auszug aus Vollmuth R., Keil G.: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ärztliches Journal 2002.