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Franz von Rinecker

Wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts Ignaz Döllinger die inzwischen sehr selbständige und selbstbewusste Würzburger Medizinische Fakultät geprägt hatte, so wirkte Franz von Rinecker (1811 bis 1883) seit den 1830er Jahren ganz wesentlich an der Enfaltung der Würzburger Hochschulmedizin des 19. Jahrhunderts mit. Seit 1833 Assistenzart am Würzburger Juliusspital, erfolgte 1836 die Ernennung zum Privatdozenten, 1837 wurde er zum außerordentlichen, ein Jahr später – im Alter von 27 Jahren – zum ordentlichen Professor der Arzneimittellehre und Poliklinik ernannt. Rineckers ärztliche Arbeit und seine Lehre erstreckten sich auf fast alle medizinischen Teilbereiche: Innere Medizin und Chirurgie, Dermatologie und Venerologie, Kinderheilkunde und Psychatrie, um nur die wesentlichen Betätigungsgebiete aufzuzählen.


Franz von Rinecker (1811-1883)
Bildnachweis: Universitätsarchiv der Universität Würzburg

Vor allem aber galt und gilt Rinecker als Verwaltungsgenie und als Mentor der Medizinischen Fakultät. Mehrmals deren Dekan und zweimal Rektor der Universität sowie abwechselnd Vorstand verschiedener Kliniken – darunter der ersten, durch ihn begründeten Universitätskinderklinik der Welt – ist er vor allem durch seine Berufungspolitik, der unter anderem die Berufungen von Franz Kiwisch von Rotterau, Albert Koelliker und Rudolf Virchow zu verdanken sind, zu einem Garant der Führungsstellung der Würzburger Medizinischen Fakultät in Deutschland geworden.

Auszug aus Vollmuth R., Keil G.: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ärztliches Journal 2002

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