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Albert von Koelliker

Rudolf Albert Koelliker (1817-1905) war ein bedeutender Anatom und Physiologe des 19. Jahrhunderts. Er studierte Medizin in seiner Geburtsstadt Zürich, dann in Bonn, Berlin und Heidelberg. Als Schüler von Jakob Henle promovierte er in Philosophie und Medizin und wurde im Jahr 1844 Professor an der Universität Zürich. Im Jahr 1847 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie an der Universität Würzburg, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1903 blieb. Koelliker arbeitete zeitweise neben Rudolf Virchow im Theatrum anatomicum, dem heutigen Gartenpavillon des Juliusspitals. Nach der Rückkehr Virchows nach Berlin war es vor allem Koellikers Verdienst, dass das hohe Niveau der Würzburger Medizinischen Fakultät aufrechterhalten werden konnte.


Albert von Koelliker (1817-1905)
Bildnachweis: Anatomisches Institut der Universität Würzburg

„Kölliker – ebenso wie Virchow – revolutionierte die Ausbildung in seinem Fach durch praktische Mikroskopierkurse und vollzog in seiner Forschung ebenfalls den Übergang von der Makroskopie zur Mikroskopie. Insbesondere seine histologischen Arbeiten machten Kölliker berühmt. So entdeckte er neben der glatten Muskelzelle zahlreiche weitere feingewebliche Strukturen und systematisierte seine Arbeiten als Autor des ersten Handbuches der Histologie. Kölliker entdeckte, dass das Ei eine Zelle ist, und dass alle Zellen in einem Organismus sich durch Teilung aus der Eizelle entwickeln. 1849 zeigt er, dass Nervenfasern Fortsätze von Nervenzellen sind. Zu Recht gilt er als der Begründer der modernen, mikroskopischen Morphologie“ (Textpassage aus der Homepage des Pathologischen Instituts der Universität Würzburg).

Koelliker gründete 1849 in Würzburg die „Physikalisch-Medizinische Gesellschaft“. Diese Institution erlebte ihre Sternstunde im Jahr 1896, als der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen über die von ihm entdeckten „X-Strahlen“ berichtete und eine Aufnahme der Hand Koellikers anfertigte. Der Vorschlag, die neuartigen Strahlen als „Röntgenstrahlen“ zu bezeichnen, geht auf Koelliker zurück.


Demonstration der X-Strahlen an der Hand Koellikers (1896)
Bildnachweis: Pennsylvania State University, Radiology Centennial

In Würdigung seiner großen Verdienste wurde Koelliker im Jahr 1897 durch den bayerischen Prinzregenten Luitpold der Adelstitel verliehen. Die Stadt Würzburg erinnert an Albert von Koelliker, indem sie die Zufahrtstrasse vom Röntgenring zum Juliusspital nach ihm benannte. Auch der Neubau des Krankenhauses Juliusspital entlang der Koellikerstrasse trägt seinen Namen.

P. Benkert / W. Scheppach 8/09