Ab sofort werden Patienten im Krankenhaus Juliusspital bei Operationen noch schonender gelagert und Ärzte und Pflegekräfte im OP freuen sich über bessere ergonomische Arbeitsbedingungen. 500 000 Euro investierte das Würzburger Krankenhaus in vier neue OP-Tischsäulen, zehn OP-Tische und einem OP-Tisch aus Carbon für spezielle Wirbelsäulenoperationen.
„Die Technologiezyklen in der Medizintechnik werden immer kürzer. Nach 16 Jahren intensiver Nutzung war es deshalb geboten, die 1995 im Rahmen der Generalsanierung installierten Tische, durch neue, innovative Modelle auszutauschen“, erklärt Krankenhausleiter Wolfgang Popp. Er ließ es sich nicht nehmen, die besonderen Variationsmöglichkeiten des neuen Tisches selbst auszuprobieren. Das Neigungssattel-Prinzip der neuen Systeme unterstützt nun extreme Tischverstellungen und lässt Neigungswinkel bis zu 80 Grad und gleichzeitig Kantungswinkel bis zu 45 Grad zu, also Winkelgrade, die über das bisher Übliche hinausgehen. Der Patient liegt dabei - in allen Ebenen – unterstützt durch Vakuummatrazen – sicher und schonend bei der Operation.
„Gerade die minimal-invasive Operationstechnik zur Behandlung des Endarmkrebses verlangt oft extreme Lagerungen, um mittels Schwerkraft ein optimales Expositionsfeld im tiefen Becken zu erreichen“, erklärt Prof. Dr. Ekkehard Schippers, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Juliusspital. Zudem gewährleistet der extreme niedrige Abstand des OP-Tisches zum Boden, bei minimal-invasiven laparoskopischen Eingriffen, ein entspanntes Operieren.
Für Prof. Dr. Alexander Beck hat der Tisch noch ein zusätzliches Bonbon, denn er kann ihn individuell seiner stattlichen Größe von 1,97 Metern anpassen, was auch ihm ein rückenschonenderes Operieren und eine aufrechte Arbeitspositionen beispielsweise in der Hüftchirurgie ermöglicht.
Außerdem steht Beck speziell für die Wirbelsäulenchirurgie ein Carbontisch zur Verfügung. Da dieser in allen Ebenen komplett röntgendurchlässig ist, „ermöglicht er bessere interoperative Röntgenuntersuchungen bis hin zum Computertomograph“, erklärt der Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie dessen Besonderheit. Belastbar sind die neuen OP-Tische mit bis 360 Kilogramm.
Die neuen Tische erleichtern auch den OP-Fachpflegern die Arbeit. „Sie lassen sich ganz leicht bewegen und sind mit wenigen Handgriffen operationsspezifisch umgebaut“, erklärt der Leiter des OP-Pflegedienstes Bernd Baumann.
„Mit diesen hochtechnischen Geräten haben wir unseren OP-Bereich auf den Neuesten Stand gebracht und sind für die modernsten OP-Techniken gut gerüstet“, ist Krankenhausleiter Popp zufrieden.