"Das Würzburger Juliusspital ist heute ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen. Mit seinen weit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist es auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Es ist einer der großen Verdienste von Rainer Freiherr von Andrian-Werburg, dass sich das Krankenhaus des Juliusspitals zu einer modernen Klinik mit höchsten medizinischen Ansprüchen gewandelt hat. Dank seines Einsatzes und unternehmerischen Geschicks gelang es, die einzelnen Maßnahmen der Gesamtsanierung trotz oft schwieriger Finanzierungsbedingungen auf den Weg zu bringen und umzusetzen", sagte Innenminister Joachim Herrmann bei der Verabschiedung von Oberpflegamtsdirektor Rainer Freiherr Andrian von Werburg und der Amtseinführung seines Nachfolgers, Walter Herberth.
Von Andrian-Werburg leitete die Stiftung Juliusspital Würzburg seit 01. Juni 2001. Er hat dabei deutlich sichtbare Akzente gesetzt. Besonders ins Auge fallen beispielhaft die Fortführung der Krankenhaussanierung, die Errichtung einer neuen Weingutslogistik mit Parkhaus sowie die akttraktive Neugestaltung der Außenanlagen. Im Seniorenstift konnte die Generalsanierung abgeschlossen werden. Aber auch die Ausweitung der Weiterbildungsaktivitäten der Palliativakademie, Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung, die Stärkung der Wirtschaftsbetriebe und die Umstellung des Krankenhauses auf die neue DRG-Abrechnungsform fallen in seine Amtszeit.
Herrmann verwies darauf, dass das Juliusspital eine außergewöhnliche Stiftung und ein herausragendes sozialpolitisches Werk sei. Mit seinen Erträgen aus dem land- und forstwirtschaftlichen Grundsitz und den Weinbergen in besten fränkischen Lagen erfüllt es seit mehr als vier Jahrhunderten wichtige soziale Aufgaben. Die hervorragende Qualität des Juliusspital-Weins wird durch die Vielzahl nationaler wie internationaler Auszeichnungen unterstrichen.
Der Innenminister dankte Freiherr von Andrian-Werburg für sein jahrelanges Engagement für das Juliusspital: "Sie waren eine Führungspersönlichkeit von hoher fachlicher wie menschlicher Ausstrahlung. Mit Stolz und Genugtuung dürfen Sie auf Ihr erfolgreiches, erfülltes Berufsleben zurückblicken. Für den bevorstehenden Ruhestand wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit und Glück. Ihrem Nachfolger, Walter Herberth, wünsche ich für seine verantwortungsvolle Tätigkeit viel Erfolg und auch das Quäntchen Glück, das selbst der Tüchtigste braucht."
Walter Herberth kennt die Stiftung schon seit 1999. Seit dieser Zeit ist er Leiter des Krankenhauses. Von Beruf ist Herberth Jurist. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Karlstadt. Mit seiner neuen Funktion verbindet er vor allem die Faszination für den großen Auftrag der zwischenzeitlich 433 Jahre alten Stiftung. Diesen Auftrag zusammengefasst unter dem Motto „Mangel spüren, Tradition bewahren und Zukunft gestalten“ hat das Juliusspital in der Breite seiner Tätigkeitsfelder während der langen Geschichte nachhaltig und unbeirrt von den Krisen der jeweiligen Zeit umgesetzt. Dies möchte Herberth mit Unterstützung vieler engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Stiftungsbereichen auch in Zukunft tun.
Oberpflegamtsdirektor ist der Titel des Leiters der Stiftung. Dieser Titel wurde von König Ludwig I. mit Entschließung vom 17.03.1838 eingeführt. Hergeleitet wird dieser Begriff nicht von der Kranken- oder Altenpflege, sondern vom Auftrag, für einen pfleglichen Umgang mit dem Vermögen der Stiftung Sorge zu tragen. Dieser pflegliche Umgang soll es ermöglichen, dass das große Sozialunternehmen auch in den kommenden Jahren seinen immer noch aktuellen Aufgaben nachkommen kann.