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Aktuelles aus unseren Weinbergen
Mittwoch, 19. Oktober 2011 Geschafft – am Freitagnachmittag (14.10.2011) brachten die Mitarbeiter der Weinbergsgruppe Iphofen die „letzte Fuhre“ unseres Weinguts ein. Am Hausberg des Juliusspitals, dem Julius-Echter-Berg am Schwanberg in Iphofen schmückten Weinbergsmeister Lothar Flößer und seine Helfer den letzten Anhänger mit Trauben des 2011-er Ausnahmeweinjahrgangs. Mit Böllerschüssen verabschiedeten die 60 Lesehelfer die rund fünf Tonnen Silvanertrauben in Richtung Juliusspital. „Die Ernte ist gut gelaufen, die Trauben haben ein hohes Mostgewicht und eine sehr gute Qualität“ ist Weinbergsmeister Flößer zufrieden. Auch in seinen Augen hätten Sommer und Herbst für die Trauben nicht besser sein können. Noch sind die Kellermeister mit ihrem Team damit beschäftigt, die Moste und Weine des 2011-ers zu verarbeiten. Eines ist jedoch schon sicher: 2011 ist eine hervorragende Ausgangsbasis für die Fortsetzung der Erfolgsserie auch im Jahr 2012. Die Jungweine der ersten Frühsorten zeigen sich filigran, sehr reintönig und belebend. Großartige Anlagen haben Weißer Burgunder, Riesling und vor allen Dingen Silvaner. Auch der Jahrgang 2011 bestätigt uns in der grundsätzlichen Rebsortenausrichtung im Juliusspital, dem größten Silvanerweingut der Welt. Der Termin für die Herbstschlussfeier ist für den 14. November schon gesetzt. Bis dahin werden wir dann auch unser Zahlenmaterial entsprechend aufgearbeitet haben und präsentieren. Wichtig ist: Wir werden im Jahr 2012 unsere Kunden mit einem tollen Jahrgang über alle Rebsorten bedienen können. - Wer hätte das gedacht, nach der Nacht des Grauens in Franken am 4. Mai dieses Jahres.Dienstag, 11. Oktober 2011 Endspurt angesagt! In der vergangenen Woche lief es wirklich wie am Schnürchen. Das schlechte Wetter zog sich auf das zurückliegende Wochenende zurück. Dadurch konnten wir in vier Lesetagen viel Riesling, Silvaner und Burgunder lesen. Alle in einem ausgezeichneten Gesundheitszustand und mit hervorragenden Mostgewichten. Keine einzige Partie kam unter 90° Oechsle in unser Kelterhaus. Den Vogel schossen die Großen Gewächse aus unseren Lagen Würzburger Stein, Iphöfer Julius-Echter-Berg und Volkacher Karthäuser ab. Eine Traube schöner als die andere. Hervorragende Werte und eine allerfeinste Beerenaromen für die besten aller trockenen Weine im Keller. Durch die vereinzelten aber geringen Niederschläge mussten wir am Wochenende und am Montagmorgen etwas pausieren. Mittlerweile läuft die Lese jedoch wieder auf Hochtouren. Jetzt ist der Endspurt angesagt. In der Weinbergsgruppe Würzburg stehen noch einige Silvanerparzellen und vor allen Dingen zwei Hektar Sauvignon blanc für eine arbeitsaufwendige selektive Lese an. In der Gruppe Iphofen hingegen harren noch rund 14 Hektar wertvollster Trauben in den Lagen Julius-Echter-Berg und Kronsberg der Lesemannschaft. Sollte das Wetter so kommen, wie es verschiedene Wetterprognosen vorhersagen, werden wir jedoch bis zum Wochenende einen grandiosen Weinherbst 2011 abschließen können. Bei aller Freude über die phantastischen Qualitäten sehnen sich die Teams aus Weinbergen und dem Keller nach fünf anstrengenden Wochen nach dem Abschluss der Weinlese. Sollte sich das Potential für edelsüße Qualitäten jedoch noch etwas weiter entwickeln, werden wir uns auch damit gedulden und erst übernächste Woche abschließen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Dienstag, 04. 10. 2011 Das Bilderbuchwetter in der vergangenen Woche mit sehr hohen Temperaturen hat auch die Stimmung der fränkischen Winzer auf einen neuen Höhepunkt gebracht. So heiß hätte es nicht gleich sein müssen, aber die Trauben und unsere fleißigen Helfer in den Weinbergen haben die herrlichen Sonnenscheintage genutzt. Den Riesling haben wir größtenteils schon gesichert. Das Lesegut war hier schon sehr reif, während der Silvaner sich ganz prächtig hält. Hervorragende, reife Rieslingtrauben, hochkarätige Burgunder (Weißer Burgunder, Grauer Burgunder und Spätburgunder) waren das Ergebnis eines wunderschönen Wetterhochs. Auch die Scheureben geraten gut! Für Freitag und das kommende Wochenende ist allerdings etwas unbeständigeres Wetter mit sinkenden Tages- und Nachttemperaturen angesagt. Daher wollen wir in den nächsten Tagen, insbesondere unsere Großen Gewächse vom Riesling, Silvaner und Weißen Burgunder holen. Daneben ernten wir unsere Lagenweine im hochkarätigen Kabinettbereich (87° bis 94° Oechsle) sowie etwas Silvaner und Traminer. Durch den guten Ernteverlauf werden auch unsere Silvaner, Rieslinge und unser Weißer Burgunder im Einstiegsbereich auf jeden Fall im Kabinettbereich liegen. Das stimmt zuversichtlich. Jetzt hoffen wir, dass die Niederschläge nicht so zahlreich sein werden, und eine steife Brise die Traubenbestände schnell abtrocknet. Dann wird es Anfang nächster Woche bei merklich kühleren Temperaturen wieder in die Vollen gehen. Unsere Kellermeister freuen sich auch darauf, weil in Verbindung mit der angesagten Feuchtigkeit der Botrytispilz für edelsüße Spitzenqualitäten gefördert wird. Außerdem lassen sich die Weine im Keller besser vergären. Und vielleicht stellt sich nach dem Wochenende mit unbeständigem Wetter wieder ein schönes, anhaltendes Hoch ein.
Montag, 26. 09. 2011 In der vergangenen Woche haben wir die Lese der frühreifen Rebsorten abgeschlossen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Zwar haben die Frostschäden nach wie vor zu einem unterdurchschnittlichen Ertrag geführt, allerdings hatten wir wunderbare, reife und gesunde Trauben zur Lese, die zur Zeit zu zweifellos eleganten, frischen und fruchtigen Weinen vergären. Jetzt gilt es! Die herrliche Herbsttemperatur hat auch den Reifefortschritt der übrigen Rebsorten beschleunigt. In unseren südlichen Würzburger Lagen und in Randersacker lesen wir jetzt bereits den Riesling vor. Dazwischen wird es etwas Traminer, Grauer Burgunder, und vielleicht noch den ein oder anderen Rotwein geben. Am Schwanberg in unseren Lagen Julius-Echter-Berg und Küchenmeister können wir uns hingegen noch etwas Zeit lassen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass die Reben und Trauben auf den schweren Keuperböden in der Entwicklung zwar immer etwas verzögert, aber deshalb keineswegs schlechter sein werden. Für unser Einstiegssegment im Gutsweinbereich probieren wir es heute schon einmal mit etwas Iphöfer Silvaner – zweifelsfrei in Kabinett-Qualität. Alle im Weingut haben alle Hände voll zu tun. Wir können den Zeitplan für die Lese jedoch gut halten, da wir laut der Wetterprognose mindestens noch eine gute Woche – vielleicht auch zwei Wochen sehr schönes Herbstwetter haben werden. Das sonnige Wetter wird auch die Qualität unserer wichtigsten Rebsorten Silvaner, Riesling und der Burgunder noch weiter vorantreiben. Dementsprechend gut ist die Stimmung im Keller und in den Weinbergen unseres Spitals. Mit traumhaftem Spätsommerwetter grüßt Sie voller Optimismus -Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
Montag, 19. 09. 2011 Sorry, dass Sie schon seit mehreren Wochen nichts mehr von mir gehört haben. Zunächst ein paar Tage Urlaub haben nicht nur dem Weingutsleiter, sondern auch den Weinbergen gut getan. Diese haben sich mit ihren Trauben inzwischen phantastisch entwickelt und wie bereits das letzte Mal angekündigt ging die Weinlese Knall auf Fall am 12. September los. Zunächst ernteten wir die frühreifen Rebsorten wie Frühburgunder, den uns leider der Hagelschlag stark dezimiert hat und dann natürlich unsere Brot- und Buttersorte den Müller-Thurgau sowie den Bacchus. Angenehm überrascht waren wir von den noch auskömmlichen Erträgen bei diesen Rebsorten nach den dramatischen Frostschäden am Morgen des 04. Mai. Unsere klassischen Hanglagen haben uns da sehr geholfen. Die Weine der Frühsorten bewegen sich überwiegend im Einstiegsbereich, also bei gehobenen Qualitätsweinen. Auch einige Kabinettweine sind schon dabei. Das Lesegut war kerngesund und die Verkostung der Beeren zeigte eine wunderbare frische Aromatik. Wie bereits das ganze Jahr über erwartet, steht die selektive Lese stark im Vordergrund. So haben wir schon jetzt einige Anlagen mehrfach gelesen, um die besten Trauben für die besseren Qualitäten und die normalen Trauben für die Gutsweine oder einfachere Segmente getrennt zu gewinnen. Schlechte Trauben, die wir wie im Vorjahr aus qualitativen Gründen verwerfen müssen, haben wir bisher so gut wie gar nicht. Nach rund 10-15 mm pro m² Niederschlag am vergangenen Wochenende ist jetzt wieder kühles und trockenes Herbstwetter angesagt. Das ist eine phantastische Voraussetzung für die mittelspäten und spätreifenden Rebsorten wie Silvaner und Riesling. Gerade erstgenannter präsentiert sich den Winzern als reine Augenweide. Da lacht das Herz des Juliusspitälers, haben wir doch mehr als 40 % von dieser typisch fränkischen Profilsorte. Jetzt müssen wir diese Qualitäten nur noch gut hereinbringen. Aber wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben und ein typischer fränkischer Winzer wird trotz herausragender Qualitätserwartungen immer nur „verhalten optimistisch“ sein. Schließlich kann das Weinglas selbst noch auf dem Tisch umfallen... Bis zum nächsten Mal müssen Sie nicht mehr so lange auf die neuesten Nachrichten aus den Weinbergen des Juliusspitals warten! Freitag, 05. August 2011 In den vergangenen Wochen war von hochsommerlichen Temperaturen nicht viel zu spüren. In den letzten Tagen ist es zwar etwas wärmer geworden, aber hin und wieder mussten wir auch kleinere Schauer hinnehmen. Aufgrund der kühlen Witterung ist die Rebenentwicklung langsamer fortgeschritten. Dies ist angesichts des hohen Reifevorsprungs aber als eher günstig anzusehen. Am Rotwein zeigen sich alle Sorten bereits angefärbt, und bei den frühen weißen Rebsorten, wie Müller Thurgau, Bacchus usw. beginnen überall erste Beeren hell, glasig und auch ein bischen weich zu werden. In unseren besten Silvanerlagen ist auch dieser fast schon weich. Daher rechnen wir auch mit einem frühen Lesebeginn Anfang bis Mitte September. Bis dahin hoffen wir, dass unsere Trauben gesund bleiben und sich weiterhin gut entwickeln. Hoffentlich kommt nicht noch Hagel dazu.
Freitag, 15. Juli 2011 Das waren zwei spannende Tage. Winzermeister und Kellermeister unseres Weingutes war in den vergangenen zwei Tagen unterwegs um Etragsschätzungen, Ertragsregulierungen und qualitätsfördernde Maßnahmen direkt in den Weinbergsparzellen zu erörtern. Die Situation zeigt sich sehr unterschiedlich. In unseren klassischen Weinbergslagen, insbesondere am Würzburger Stein, im Julius-Echter-Berg, Rödelseer Küchenmeister und Escherndorfer Lump sehen wir einer guten Ernte entgegen. In anderen Lagen wiederum hat der Spätfrost vom 04. Mai kräftig zugeschlagen. Hier erwarten wir zum Teil nur 1000 bis 1500 Liter Ertrag pro Hektar. Insgesamt wären wir froh, wenn wir das ohnehin sehr knappe Vorjahresergebnis noch erreichen könnten. Leider hat uns dazu in Volkach, Escherndorf, Bürgstadt und Thüngersheim der Hagelschlag heimgesucht. Die Schäden reichen von 5% bis 50%. Das Weinbaujahr war bisher also nichts für schwache Nerven. Die kleinen, aber regelmäßigen Niederschläge, örtlich mit kleinen Gewittern um die 20 Liter pro Quadratmeter Regen haben unseren Reben jedoch auch geholfen. Unsere Bestände zeigen sich sehr gut entwickelt, und die Trauben weisen einen Vorsprung von ca. zwei bis drei Wochen auf. Die hochsommerlichen Temperaturen sind bis in die nächste Woche hinein zunächst einmal vorbei. Bei Temperaturen um zwanzig Grad Celsius wird das Wachstum beständig weitergehen. Zuviel Sonne können wir im Augenblick ohnehin nicht gebrauchen, um die Bodenwasservorräte nicht unnötig zu strapazieren. Unsere höchste Aufmerksamkeit gilt den sehr knappen Trauben und deren Gesundheit. Mit behutsamen Entblätterungen stellen wir die Trauben frei. In etwa acht bis zehn Wochen werden wir schließlich schon die ersten Ergebnisse einfahren können. Bis dahin bleibt nicht viel, aber eine sehr wertvolle Zeit, und wir sind hinsichtlich der Qualität sehr optimistisch. Ein geringer Ertrag, ein Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen und gute wüchsige Bestände sind eine gute Voraussetzung für einen kleinen, aber qualitativ ausgezeichneten Weinjahrgang 2012
Mittwoch, 22.Juni 2011 Über das vergangene Wochenende und die letzten Tage sind in Franken zwischen fünf und 75 mm Niederschlag gefallen. Durch die Verteilung auf mehrere Schauer ist das Wasser auch im Boden angekommen. Das begünstigt weiterhin das Wachstum der kleinen Beeren. Klar im Vorteil sind die Reben, die ohne Frostschäden am Morgen des 04. Mais durchgekommen sind. Aber auch die Gescheine an frostgeschädigten Trieben verblühen jetzt rasch und werden Beerchen entwickeln. Vor allem in frostgeschädigten Weinbergen finden wir viele Entwicklungsstadien gleichzeitig. Das reicht vom Blühbeginn bis zur Erbsengröße der Beeren. Die Prognose für eine Fortsetzung des Wechsels aus Regenschauern und warmer Witterung dazwischen für die nächsten Tage bietet allerdings auch den pilzlichen Schaderregern sehr gute Bedingungen. Deshalb ist es uns wichtig, mit pflanzenhygienischen Maßnahmen wie Ausdünnung eine gute Belüftung zu schaffen. Aber auch der Pflanzenschutz ist jetzt unbedingt notwendig. Ganz ohne geht es eben nicht. Die Chloroseschäden in unseren Weinbergen halten sich in Grenzen. Allerdings wird auch hier der weitere Fortgang von der anstehenden Witterung beeinflusst werden. Noch ist alles drin für einen zwar sehr kleinen, aber qualitativ hochwertigen Jahrgang. Deswegen gelten alle unsere Anstrengungen der Förderung der Qualität für den schon in drei bis vier Monaten anstehenden neuen 2011er Jahrgang.
Mittwoch, 08. Juni 2011
Am vergangenen Sonntag sind in Franken zum Teil schwere gewittrige Niederschläge mit bis zu 70 Liter pro m² Regen niedergegangen. Stellenweise sind Hagelschäden und Boden-Abschwemmungen aufgetreten, so zum Beispiel in unserer Lage Volkacher Karthäuser, wo insbesondere der Weiße Burgunder und der Frühburgunder betroffen sind. Wir hoffen, dass sich die angeschlagenen Triebe noch etwas erholen und bei der schwülwarmen Witterung nicht noch zusätzlich durch den gefürchteten Botrytispilz befallen werden. In anderen Bereichen regnete es unterschiedlich von 10- 30 Litern. Und weitere Niederschläge sind in dieser Woche angesagt. Über diese Niederschläge freuen wir uns zunächst einmal sehr, füllten sie doch die trockenen Böden wenigstens teilweise auf. In den von Frost verschonten Anlagen wird dies eine deutliche Beschleunigung des Wachstums zur Folge haben. Die frostgeschädigten Anlagen wiederum können den neuen Vegetationsschwung nutzen, um die aus den Beiaugen nachgeschobenen Trieb kräftiger wachsen zu lassen. Diese tragen zwar kaum Gescheine bzw. spätere Trauben, sind jedoch für den weiteren Stockaufbau und zum Erhalt unserer Weinberge sehr wichtig. An den frostgeschädigten Reben müssen wir außerdem die stark entwickelten Geiztriebe entfernen, um damit einer hohen Fäulnisgefahr der späteren Trauben durch Verdichtungen vorzubeugen. Der Arbeitsaufwand hierfür ist erheblich. In unseren guten Lagen ist die Blüte weitgehend beendet. In den anderen Weinbergen rechnen wir gegen Ende der Woche mit einer hoffentlich erfolgreich abgeschlossenen Blüte. Da in den nächsten Wochen auch weitere Starkniederschläge zu erwarten sind, richten sich unsere Bodenarbeiten danach aus, Abschwemmungen der wertvollsten obersten Bodenschicht zu begrenzen.
Freitag, 20.05.2011 In vielen Gemarkungen hat es fast nichts, in wenigen Weinbaugemeinden 5-10l/m2 geregnet. In den nächsten Tagen rechnen wir mit begrenzten Gewitterschauern. Die trockene Witterung hat den Wuchs der Reben, zumindest in den älteren Anlagen mit etabliertem Wurzelsystem gefördert. Allerdings zeigen einige, stark frostgeschädigte Anlagen bisher nur geringen oder kaum einen Austrieb. Es kann noch bis zu 2-3 Wochen dauern, bis die Pflanzen beginnen, schlafende Augen zu entwickeln. Daher binden wir auch sogenannte Stockausschläge, die aus dem alten Rebstamm aus Bodennähe kommen, mit Bindematerial zur Vorsorge sorgsam an. Die Schadenssituation in unseren Weinbergen stellt sich sehr unterschiedlich dar. Teilweise haben wir bis zu 85% Frostschäden, die wir auch in den nächsten Jahren in den Weinbergen noch spüren werden, teilweise – gerade in unseren sehr guten und klassischen Lagen haben wir keine bzw. leicht regulierbare Frostausfälle. Wie schwierig sich die Situation momentan auch darstellt, es gilt eine alte Winzerregel: ein schwacher Mengenertrag ist immer auch eine gute Ausgangsbasis für einen ausgezeichneten Weinjahrgang mit hervorragenden Weinen. Darauf setzen wir! Daran arbeiten wir jetzt mit aller Kraft!
Montag, 09. Mai 2011 Starke Spätfrostschäden Die günstigen Aussichten für die Winzer haben sich am Mittwochmorgen schlagartig umgekehrt. Der auftretende Spätfrost hat starke Schäden im gesamten Fränkischen Weinbaugebiet verursacht. Die bis zum 5-Blattstadium entwickelten Triebe waren den Frosttemperaturen von bis zu -3,7°C nicht gewachsen. Einem ersten Überblick nach müssen wir mit einem Ernteausfall von rund 50% rechnen. Starke Schäden zeigen sich im Maintal mit seinen Nebentälern. Unsere höher liegenden Lagen am Schwanberg sind weniger betroffen. Entgegen früheren Kalamitäten sind nicht nur Bereiche in denen sich Kaltluft sammelt (Senken, Hangfuß) oder abfließt betroffen, sondern selbst in Steillagen treten starke Schäden auf. Weitere Hinweise auf die allerorts auftretende Kaltluft sind in der Schädigung selbst der aufrecht stehenden Frostruten zu sehen. Jetzt müssen wir alle erhaltenen Triebe sichern. Teilweise erfrorene Triebe wir dürfen nicht wegbrechen um Verletzungen der Beiaugen zu vermeiden. Triebe, die nur geringe Schädigungen an den unteren Blättern aufweisen und eine intakte Triebspitze besitzen dürften ohne große Beeinträchtigung weiterwachsen. Ungünstige Auswirkungen auf die Gescheinsentwicklung sind hier nicht zu erwarten. Bei Schädigungen an der Triebspitze und äußerlich intakten Gescheinen (die späteren Trauben) treiben oft die Geiztriebe aus. Dies führt im Lauf der weiteren Entwicklung zu einem erhöhten Arbeitsaufwand bei den Laubarbeiten. Außerdem entsteht hierdurch eine starke Konkurrenz für die Ernährung der Gescheine. Bei einem ausreichenden Anteil vitaler Blattmasse können sich die Gescheine weiterentwickeln. Liegt ein zu hoher Schädigungsgrad vor kommt es jedoch zur Rückentwicklung der Gescheine oder zum Verrieseln. Ein erneuter Austrieb von Beiaugen ist möglich. Diese können ohne weiteres auch fruchtbar sein. Allerdings ist mit einer Verzögerung der Entwicklung von bis zu vier Wochen zu rechnen. Da wir aber noch früh in der Vegetationsperiode sind bestehen gute Chancen, dass die Trauben aus diesem Beiaugen vollkommen ausreifen können. Hoffen wir zunächst auf das Beste, den Austrieb fruchtbarer Beiaugen und dadurch zumindest eine Teilernte.
Montag, 02. Mai 2011 Die Rebenentwicklung ist für Anfang Mai mittlerweile schon sehr weit vorangeschritten. In einigen Anlagen sind bereits fünf oder gar mehr Blätter zu zählen. Meist sind jedoch im Schnitt drei bis vier Blätter entfaltet. Bei Silvaner und Scheurebe gestaltet sich der Austrieb etwas ungleichmäßig, was uns schon etwas beunruhigt. Die Ursachen für den ungleichmäßigen Austrieb dürften wohl in einer ungenügenden Holzreife des vergangenen Jahres liegen. Aber der Fruchtansatz scheint wieder ausreichend zu sein. Sorgen bereiten uns mehr und mehr jedoch die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen. Fünf bis zwölf Liter je nach Standort konnten die Bodenwasservorräte bei Weitem nicht auffüllen. Hinzu kommt noch das stabile Hochdruckgebiet, das seine Lage kaum verändern wird. Damit sind keine erhofften Niederschläge zu erwarten. Zum Teil befürchten wir auch Bodenfrost in den gefährdeten Lagen. Daher haben wir alle frostverschärfenden Maßnahmen wie die Bodenbearbeitung unterlassen und haben die hoch anstehenden Bindebegrünungen gemulcht. In den gefährdeten Anlagen haben wir auch unsere Frostruten noch nicht entfernt. Allerdings sind wir noch nicht aus dem Gröbsten heraus und die Ernte 2011 ist bei Weitem noch nicht in Sicht.
Dienstag, 12. April 2011 Der Winter ist vorbei und die warmen Temperaturen der vergangenen Tage haben wie ein Turbolader auf die Rebenentwicklung gewirkt. In den meisten Anlagen ist das Wollestadium erreicht. Früh austreibende Sorten in warmen Lagen zeigen sich schon kurz vor der Entfaltung des ersten Blattes. In den kommenden Tagen gehen die Temperaturen zwar etwas zurück, aber durchdringende Regenfälle sind nicht zu erwarten. In den nächsten Wochen wird die frühe phänologische Entwicklung, d.h. Entwicklung der grünen Triebe und der ersten Fruchtansätze (man nennt sie bei Reben Gescheine) dafür sorgen, dass die Furcht der Winzer vor Spätfrösten immer präsent bleiben wird. Zum langwierigen Durchschnitt liegen wir rund 14 Tage im Vorsprung. Unsere Weinbergsgruppen sind mit den anstehenden Arbeiten gut dabei. Geholfen haben dabei auch die günstigen Bodenverhältnisse. Heute pflanzt die Weinbergsgruppe Würzburg 1,2 Hektar Silvaner in bester Würzburger Pfaffenberg. Hätten wir den Wein doch schon heute im Keller… Die Gruppe Iphofen will erst nächste Woche am Iphöfer Kronsberg 0,5 Hektar Silvaner pflanzen. Am Schwanberg gehen eben die Uhren anders und am Westhang des Steigerwalds sind die Temperaturen doch noch nicht so wie im Würzburger Talkessel. Der Wettlauf mit der Witterung, der Natur und den anstehenden Arbeiten eines hoffentlich erfolgreichen Weinbaujahres kann beginnen. Drücken Sie uns die Daumen!
Donnerstag, 02. Dezember 2010 Spitzeneisweine aus Iphofen belohnen die Anstrengungen des Jahres. Riesling und Silvaner Eisweine bei minus 10° Celsius
– Minus 10° C zeigte das Thermometer an als heute unser Weinbergsmeister Lothar Flößer aus der Weinbergsgruppe Iphofen den Startschuss gab. Ca. 20 Leser gingen um 7.00 Uhr mit großer Leidenschaft und Hingabe an die hart gefrorenen Trauben. Aus rund 3000 Quadratmetern Silvaner in der Lage Iphöfer Kronsberg flossen schließlich 500 Liter Eiswein mit einem Spitzenmostgewicht von 192 Grad Oechsle von der Kelter. Nur für 150 Liter aber ebenfalls mit einem Öchlse-Superlativ von 187 Grad Oechsle reichte es aus ca. 2000 Quadratmetern Riesling aus der benachbarten Lage Julius Echter Berg. Schon gestern breitete sich leichte Nervosität im Juliusspital aus, nachdem bereits 6 bis 7 Minusgrade gemessen wurden, die allerdings nur zu einem leichten Anfrieren, nicht aber zu einem vollständigen Durchfrieren der Weinbeeren mit hoher Konzentration an Traubenzucker und geschmacksbildenden Aromastoffen reichten. Am späten Nachmittag und am Abend stellte der einsetzende Schneefall die geplante Aktion noch in Frage. Aber die dann einbrechende Strahlungskälte aus dem Weltraum erreichte in der Nacht dann doch ungehindert die Trauben. Die ganze Nacht hindurch behielt Winzermeister Lothar Flößer sein Thermometer für den letzten Streich des Weinjahres im Auge. Auch die Lesehelfer hatten einen unruhigen Schlaf, fieberten sie doch zu Hause dem langersehnten Anruf des Meisters entgegen. Die Rechnung ging schließlich auf. Knapp 4 Stunden musste Kellermeister Benedikt Then in Würzburg warten, bis mit zunehmendem Pressdruck und beim allmählichen Auftauen die ersten Tropfen des „flüssigen Goldes“ in die Saftwanne fielen. Die Eisweine sind der Höhepunkt eines schwierigen Weinbaujahres mit ohnehin niedrigen Erträgen. Die späteren Weine mit der hohen Konzentration an Geschmacksstoffen und einer unendlichen Lebensdauer werden in die Geschichte der Stiftung eingehen. Ihr „Team J“ aus dem Juliusspital
Dienstag, 26. Oktober 2010 Am vergangenen Donnerstag holten wir bei trockenem Wetter, Sonnenschein und als ob das ganze Jahr über nichts gewesen wäre unsere „vorläufig“ letzte Fuhre ins Juliusspital. Der Randersackerer Sonnenstuhl war den 35 fleißigen Lesehelfern, die bis zum Schluss durchgehalten haben, eine herbstliche Kulisse. Die Stimmung war gut und die Anstrengungen eines nervenaufreibenden Weinlesegeschehens wichen sehr schnell der Heiterkeit und der Entspannung. Erneut mussten wir scharf von Hand auslesen und viele Trauben verwerfen. Nur so konnten wir die in den Vorjahren hochgelegte Qualitätslatte überwinden. Deshalb fehlen uns auch rund 30 % im Keller, was angesichts des guten Abverkaufs besonders schmerzt. Heute schließlich fand eine Fuhre Volkacher Karthäuser Weißer Burgunder Großes Gewächs mit 95° Oechsle noch ihren Weg zu unseren Traubenaufzug im Kelterhaus.
Auch in der Kellerei war der 2010er sehr stressig. Kellermeister Benedikt Then und sein Team ließen auch hier nicht locker, um das Letzte herauszuholen. Jede Traubenpartie mussten sie gesondert verarbeiten, die gekelterten Moste gut vorklären und rasch verarbeiten: „Die Arbeit hätte für zwei normale Weinernten gereicht, stöhnte „BT“, zeigt sich aber sogleich auch wieder sehr versöhnlich: „Gerade die ersten vergorenen Weine zeigen viel klare Frucht und eine anregende Stahligkeit am Gaumen. Unsere Arbeit hat sich offensichtlich gelohnt.“ Sowohl in der Qualität als auch in der knappen und damit wertvollen Menge werden die Sieger wohl wieder der Silvaner und die Herkünfte vom Schwanberg am Steigerwald sein. Spitzenreiter im Mostgewicht ist jedoch eine Stein Riesling Trockenbeerenauslese mit 155° Öechsle.
Für edelsüße Qualitäten hängen noch kleinere Partien von Silvaner und Riesling für eine weitere Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe in den Weinbergen. Unsere Herbstabschlussfeier haben wir auf den 06. Dezember verschoben. Dann wollen wir nicht nur den vorläufigen Abschluss unseres Weinbaujahres, sondern noch einen anderen besonderen Anlass feiern. Darüber berichten wir Ihnen jedoch später.
Freitag, 08. Oktober 2010
Die Silvanerlese ist bereits im vollen Gange. Der Ertrag kann zwar nicht zufriedenstellen, aber wir haben doch deutliche Reifezuwächse im Vergleich zu den frühen Rebsorten. Bedeutende Reifezuwächse werden in Zukunft auch nicht mehr zu erwarten sein und so rentiert sich ein Zuwarten für höhere Qualitäten nur noch in Ausnahmefällen und mit einem erhöhten Risiko. Für Große-Gewächs-Qualitäten bei den Rebsorten Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder wollen wir dieses Risiko aber gerne eingehen. Zwischen unserem Flaggschiff, dem Silvaner lesen wir auch vereinzelt noch Weißer Burgunder, etwas Spätburgunder, Traminer und andere Ergänzungsrebsorten. Die gelesenen Partien bewegen sich hauptsächlich im Kabinett-Bereich. Die angekündigte günstige Großwetterlage bis Ende der nächsten Woche wollen wir nutzen, um unsere Weinlesearbeiten ein gutes Stück voranzutreiben. Das wird auch notwendig sein, denn bisher haben wir noch nicht allzu viel im Keller.
Montag, 27. September 2010 Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Einerseits hat der kühle und regnerische Monat August die Trauben- und die Beerenreife nicht sonderlich vorangetrieben, andererseits sahen wir uns dann durch den Beginn der Weinlese am 13. September überrumpelt. Was war geschehen? Die Ende Juli einsetzende kühle und regnerische Witterung fand im August ihre Fortsetzung. So haben wir im August mit über 200 mm Niederschlag mehr als das Dreifache eines langjährigen Monatsmittels in Franken hinnehmen müssen. Alle Arbeiten an der Laubwand und an den Trauben waren dadurch gehandicapt. Vermeintlich schob sich damit der Beginn der Lese weiter in den Monat September hinein. Allerdings veranlasste uns dann der Gesundheitszustand der frühen Rebsorten wie Bacchus und Müller-Thurgau mit der Lese bereits am 13. September zu beginnen.
Da der Vorjahrgang 2009 die Messlatte für eine super Weinqualität sehr hoch gelegt hat, mussten wir in akribischer Kleinstarbeit unser Lesegut in den Weinbergen selektieren. Dies bedeutete bei den frühreifen Rebsorten einen dramatischen Ertragsverlust auf ca. 60 % einer normalen Erntemenge. Die Mostgewichte und die Säuren der frühreifen Rebsorten können zwar nicht mit dem absoluten Spitzenjahrgang 2009 mithalten, versprechen aber recht würzige und pikante Weine mit einer frischen und belebenden Säure. Nach den ersten Erfahrungen können wir somit den 2010er als idealen Komplementärjahrgang zum 2009er mit seinen komplexen und dichten Weinen sehen.
Die Gäraromen in unserem Gärtankkeller sind sauber und fruchtig. Daher gibt es im Juliusspital keinen Grund, trotz der niedrigen Erntemenge den Blues zu spielen. Unsere Hoffnungen setzen wir ohnehin auf Silvaner, Weißburgunder und Riesling. Diese werden in den nächsten Tagen und Wochen zur Lese anstehen. Auch hier ist eine Menge Handarbeit zur Selektion der geeigneten Trauben und Beeren angesagt. Die für die nächsten Wochen angekündigte Witterung gönnt unseren Weinbergsmeistern und ihren Teams in den Weinbergen keine Verschnaufpause.
Leider versprechen die Mengenerwartungen bei Silvaner, Riesling und Co. keine große Besserung gegenüber den Frühsorten.
Neben den verschiedenen Selektionsmaßnahmen in den Weinbergen zur Optimierung des Lesegutes sind heuer im besonderen Maße die Kellermeister gefordert. Konkret heißt dies einerseits eine rasche Verarbeitung des Lesegutes, andererseits aber auch längere Maischestandzeiten bei reifen und gesunden Lesegut, um neben einer optimalen Aromatik auch Kraft und Fülle zu gewinnen. Der Gärführung in unserem Edelstahltankkeller wird heuer eine besondere Bedeutung zukommen. Jetzt hoffen wir, dass die Tiefausläufer der atlantischen Hurrikans wie z. B. „Igor“ nicht zu gewaltig über uns hinweg ziehen. Dann werden wir auch die anstehenden Rebsorten gut meistern können. Eine Menge Arbeit steht uns bevor.
Freitag, 30. Juli 2010 Gestern und vorgestern waren wir mit unseren Weinbergs- und Kellermeistern und der Fachberatung in den Weinbergen, um die jährlichen Ertragsschätzungen und notwendigen Maßnahmen für gute Qualitäten festzulegen. - Unsere Enttäuschung war groß. Die Trauben haben sich zwar hervorragend entwickelt, aber die Ernteaussichten mussten wir erneut nach unten korrigieren. Winterfrostschäden und Früh-jahrsfrostschäden, insbesondere in unserer Rotweinlage Bürgstadter Mainhölle, aber auch in anderen guten Lagen machen uns schwer zu schaffen. Im Raum Würzburg haben wir durch das schlechte Blütewetter viele und sehr große Verrieselungen, vor allem bei Riesling und Silvaner. Das schmerzt.
Andererseits haben die teils reichlichen Niederschläge (80-100 l/m²) in der vergangenen Woche die ausgetrockneten Böden in vielen Bereichen wieder gut durchfeuchtet. Die Wuchsbedingungen für die Reben liegen somit wieder im optimalen Bereich und die Entwicklung der Beeren und Trauben wird flott voranschreiten. Durch das schnelle Wachstum sind öfters auch aufgeplatzte Beeren an den Trauben zu finden. Und das ausgerechnet heuer, wo es doch ohnehin schon so wenig gibt! Zum Glück haben unsere Weinbergsmeister die notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen noch rechtzeitig vor der Schlechtwetterphase abschließen können. Die „schauerige“ Witterung in den letzten Tagen hat eine Befahrung der Anlagen nämlich nicht zugelassen.
Auch für die kommende Woche sind wieder Niederschläge vorausgesagt und die Temperaturen bewegen sich in einem angenehm wachstumskräftigen Bereich. Daher werden wir nach ausreichender Abtrocknung der Böden die Einsaat einer Winterbegrünung ins Auge fassen, die bei den gegenwärtigen Bedingungen eine gute Startposition hat. Einen Vorteil hat die geringe Ertragserwartung bei unseren vieljährigen Rebenkulturen: Der geringe Traubenbehang und die vitale Entwicklung unserer Bestände macht aus dem Weinjahr 2010 – ähnlich wie 2009 – ein sogenanntes „Gesundungsjahr“ zur Stabilisierung der Rebanlagen. Ausgeglichene Rebanlagen mit langen Standzeiten sind ein wichtiger Baustein für einen guten Wein. Nach den vorgeschilderten Maßnahmen gönnen wir uns und unseren Reben noch ein paar Tage Urlaub. Die Sorge über die weitere Entwicklung der Trauben und der Reben werden wir jedoch nie ganz ablegen können.
Wir melden uns wieder!
Freitag, 09. Juli 2010 Gestern hat sich das Oberpflegamt, die Stiftungsleitung des Juliusspitals einen aktuellen Überblick in den Weinbergen verschafft.
Leider waren die Aussichten auf einen guten Ertrag schon einmal besser. Der zurückliegende verzettelte und ungünstige Blüteverlauf hat zu zahlreichen Verrieselungen, insbesondere beim Riesling geführt. Demnach haben wir unsere Ertragserwartungen zunächst einmal stark nach unten korrigiert. Jetzt gilt es die am Stock verbliebenen Beeren und Trauben zu sichern. Der angesagte Witterungsverlauf für das kommende Wochenende ist ein Abbild des vergangenen Wochenendes. Temperaturen um 35° C sind wieder vorhergesagt. Die Wasservorräte des Bodens gehen schnell zurück. Erste vergilbte Blätter an der Triebbasis und an den jüngeren Anlagen oder an flachgründigen Standorten zeigen die angespannte Situation. Die Beeren wachsen kräftig weiter. In der kommenden Woche dürften je nach Sorte die Beeren Wicken- bis Erbsen-groß werden.
Nur regnen müsste es dringend einmal.
Dienstag, 1. Juli 2010 Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit. Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte. Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser. Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Dienstag, 15. Juni 2010 Nach ein paar heißen Tagen und einer grandiosen Entwicklung in den Weinbergen sind die Temperaturen hier in Franken wieder etwas zurückgegangen. Das Turbowachstum der Reben wird daher auf ein normales Maß zurückgehen. In unseren guten Lagen und auf einigen leichteren Böden haben wir bereits die ersten blühenden Gescheine (Fruchtstände vor der Blüte) gefunden. In den meisten Anlagen rechnen wir im Verlauf der Woche mit der Blüte. Die Wetteraussichten für das fränkische Anbaugebiet sind für die kommenden Tage jedoch sehr schwer vorherzusagen, da wir an der Grenze zwischen regnerischer Witterung im Süden und freundlicher Witterung im Norden liegen. Und ab dem kommenden Wochenende ist ein Einzug der Schafskälte nicht ganz auszuschließen. Das würde uns bei der anstehenden Blüte überhaupt nicht passen. Nun gut, daran drehen können wir ohnehin nicht.
Freitag, 21. Mai 2010 Die bisher gemessenen Temperaturen kann man nicht als der Jahreszeit angemessen betrachten, zumindest, wenn wir an die zurückliegenden Jahre denken, die uns allerdings auch reichlich verwöhnten. Die unterschiedlichen Niederschläge im Mai in Höhe von etwa 20-50 l/m² haben in verschiedenen Weinbaugemeinden die oberflächlich ausgetrockneten Böden wieder angenehm befeuchtet. Aber nach wie vor geht die Rebenentwicklung nur im Schneckentempo voran. Sorgen bereitet uns ein ungleichmäßiger Austrieb in vielen Anlagen, den die kühle Witterung noch verstärkt. Hinzu kommen Spinnmilben, Kräuselmilben oder Pockenmilben als Schwächeparasiten, die das verhaltene Wachstum noch weiter beeinträchtigen. Über die Pfingstfeiertage sind endlich Temperaturen von über 20° C zu erwarten. Uns und den Reben wird die Wärme und Sonne gut tun. Damit wird hoffentlich auch der Schneckengang bei der Rebenentwicklung enden und die Trieblängen werden normale Werte erreichen. Schwerpunktmäßig sind wir jetzt mit der Beseitigung von sog. Stockaustrieben, also Stammausschlägen, die das oberirdische Triebwachstum verzögern könnten, beschäftigt. Bei den konkreten Ausbrecharbeiten trauen wir uns vorerst nur an die guten, ertragssicheren und zuverlässigen Anlagen heran. Sollte jetzt noch ein schnelles Wachstum der Reben einsetzen, kann das Wurzelwachstum durch die noch niedrigen Bodentemperaturen nicht mithalten. Dann werden wir es wieder mit Chloroseerscheinungen, also mit Aufhellungen der Blätter und der Triebe zu tun haben. Alles in allem, bisher also ein wenig gelungener Start in einen guten Weinjahrgang. Dennoch wird uns der Optimismus nicht ausgehen. Drücken Sie uns die Daumen!
Mittwoch, 28. April 2010 In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche (21. und 22. April) ist das Thermometer im fränkischen Anbaugebiet meist auf Werte zwischen minus 2° bis minus 4° C gefallen. Am Boden haben wir teilweise Temperaturen bis minus 6° C gemessen. Knospen, die noch in der Wolle steckten, haben die tiefen Temperaturen so gut wie ohne Schädigung überstanden. Augen, die schon weiter ausgetrieben waren, zeigen, gerade in tieferen Lagen, einige Schäden. Zur Abwendung bzw. zur Minderung der Frostgefahren haben wir eine Bodenbearbeitung oder zu hohe Begrünungen in den vergangenen Tagen und Wochen vermieden. Die frühlingshaften Temperaturen in dieser Woche werden die Rebenentwicklung weiter fördern. Dann wird sich erst zeigen, welche Bereiche durch die Fröste in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zurzeit ist ein sicheres Bestimmen noch nicht möglich. Zum Glück haben wir heuer noch nicht so früh gepflanzt wie in den vergangenen Jahren. Denn die frischen und bodennahen Triebe der Rebsetzlinge sind besonders empfindlich. Trotz der kalten Nächte in der vergangenen Woche liegen wir noch voll im Normalbereich mit den derzeitigen Rebstadien der „Knospen in der Wolle“ bzw. des „Knospenaufbruchs“. Allerdings könnte es hin und wieder schon etwas Niederschläge geben, der Boden ist in den oberen Bereichen schon sehr abgetrocknet. Daher freuen wir uns auf ein angekündigtes richtig feuchtes Wochenende rund um den ersten Mai. Und zum Wochenbeginn können wir bei schönem Wetter wieder an unsere Arbeit in den Weinbergen. Sorry, - aber wir sind halt so….
Mittwoch, 14. April 2010 Nach einem langen und kalten Winter, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten, tut sich draußen in den Weinbergen noch relativ zu wenig. Die ersten drei Monate des Jahres waren einfach zu kalt und eher etwas niederschlagsschwach. Die lang andauernde Schneebedeckung hat jedoch die Verdunstung stark eingeschränkt, so dass die Böden dennoch stark mit Wasser gesättigt sind.
Trotzdem freuen wir uns auch über die Niederschläge der vergangenen zwei Tage, die der Natur einen frischen grünen Glanz verleihen. Die Rebenentwicklung jedoch verläuft weiterhin noch mit angezogener Handbremse. In jungen Anlagen oder bei frühen Sorten wie Burgunder und auf schnell erwärmbaren Standorten sind die Rebenknospen schon deutlich geschwollen. Das ist aber auch schon alles. Da die Temperaturen wohl auch in der nächsten Woche noch recht verhalten bleiben, sind große Sprünge in der Rebenentwicklung daher noch nicht zu erwarten. Den Rebschnitt haben wir schon seit vier Wochen abgeschlossen. Noch einige Tage wird es dauern bis wir die Reben in allen unseren Weinbergen niedergebunden haben. Das geht bei der aktuellen feuchten Witterung sehr gut. Die Fruchtruten sind sehr elastisch, lassen sich leicht biegen und brechen dabei nicht so schnell.
Besonders viel Freude haben wir mit unserem neuen Projekt „Stiftsschöpple“ im Juspi mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenstifts und des Weingutes unserer Stiftung. Von den Frühjahrsarbeiten im Weinberg über die Traubenentwicklung im Sommer und die Weinlese im Herbst bis zur Abfüllung und Ausstattung des „Stiftschöpples“ in der Kellerei im darauffolgenden Jahr helfen uns die Bewohner des beschützenden Wohnbereichs unseres Seniorenstifts in den Weinbergen. Die Patin dieses innovativen Projekts, Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat es sich nicht nehmen lassen am 19. März mit dem Rebschnitt dieses Projekt zu starten. – Tolle Stimmung, feine Sache für einen guten Zweck, - hat wirklich Spaß gemacht. Schon jetzt freuen sich die Bewohner auf ihren nächsten Einsatz, um uns zu helfen. Daher kann es uns gar nicht schnell genug gehen mit der weiteren Entwicklung der Vegetation. Schließlich sind wir aus den vergangenen Jahren schon etwas verwöhnt.
Montag, 19. Oktober 2009 Geschafft! Eine bunt geschmückte Silvaner-Fuhre mit grandiosen 105° Oechsle der Weinlage Randersackerer Marsberg war bei ausgelassener Stimmung aller Weinleser und gegen 12:00 Uhr der glänzende (vorläufige) Abschluss eines phantastischen Weinherbstes mit vielen markt- und mundgerechten Weinen. Unsere 80 Lesehelfer hatten auch noch alle Hände voll zu tun, um vor dem eintretenden Regen in unsere hochmoderne Kellerei zu fahren. "Von 27° C Mitte vergangener Woche bis hart an die Frostgrenze in den Morgenstunden der letzten beiden Lesetage war heuer die ganze Bandbreite von Temperaturen an den 21 Lesetagen drin", stöhnte Weinbergsmeister Josef Schmitt, müde, aber sehr zufrieden. Während sein Kollege Weinbergsmeister Peter Rudloff den Reifefortgang der Trauben ständig kontrollierte und die Transportkette in die Kellerei am Laufen hielt, managte Josef Schmitt die Handlese der Gruppe Würzburg. Sein Kollege Lothar Flößer war mit seiner letzten Fuhre aus dem Iphöfer Kronsberg glatte zwei Stunden früher im Ziel bzw. am Kelterhaus. "Knappe siebzig Hektoliter pro Hektar", lässt sich Kellermeister Helmut Klüpfel auf Befragen eine erste, aber dennoch knappe Ertragsschätzung entlocken, "aber der ganze Keller ist voller feinster Aromen und von einem wunderbaren Weinduft." Konkreter will Helmut Klüpfel momentan noch nicht werden, vielmehr will er erst einmal die gesamte Erntestatistik zusammenstellen. Jedenfalls lag kein Mostgewicht Im Juliusspital unter 83° Öchsle und somit waren alle Weine als Prädikatsweine geeignet, auch wenn viele Kabinettweine wieder als knackig-frische Gutsweine den Markt erreichen werden. Daher zeigte sich auch Kellermeister Helmut Klüpfel spendierfreudig beim Federweißen für die Weinleser: "Ein Superjahrgang, eine Weinlese wie am Schnürchen und ein lesefreies Wochenende vor der Tür, da gibt's für die Leut` schon mal einen Schoppen Federweißen mehr." Sprach's und schenkte den Helfern noch einmal kräftig ein. Genauere Zahlen und einen Jahrgangsbericht gibt es ab 04. November. Wir haben für edelsüße Sachen noch einige „stille Reserven“ und am besagten Tag unsere Herbstabschlussfeier für alle Kolleginnen, Kollegen und Helfer des Weingutes in der Zehntscheune unseres Juliusspitals. Dann gibt es dazu den detaillierten Jahrgangsbericht. Gedulden Sie sich, die Ergebnisse lohnen es!
Montag, 12. Oktober 2009 Mit Riesenschritten geht es dem Ende unserer Weinlese zu. Ende der Woche werden wir wahrscheinlich die letzte Fuhre in unseren Keller einfahren. Die vergangene Woche war der Qualität sehr dienlich, hat jedoch die Erntemenge noch einmal reduziert. Wir wollen nicht klagen, schließlich trösten uns hervorragende Mostgewichte, harmonische Säurewerte und völlig gesundes Lesegut über eine „eher kleinere“ Erntemenge hinweg. Die Großen Gewächse und viele andere Premiumweine wie z. B. ein hervorragender Traminer oder auch ein wunderbarer Muskateller aus der Würzburger Abtsleite haben wir bereits gesichert. Das Wetter über das Wochenende war uns etwas zu unsicher, um noch etwas zu spekulieren und Mostgewichte über 100° Öchsle sind mehr als ausreichend. Schon die Traubensäfte schmecken wunderbar aromatisch und frisch. Da kommt Vorfreude auf den späteren Wein auf.
Alle unsere Weine liegen im Prädikatsweinbereich. Natürlich werden viele davon wieder als unkomplizierte und frische Gutsweine den Weg in den Bocksbeutel finden. Das hohe Qualitätsniveau garantiert schon jetzt viel Trinkfreude und Genuss auch bei diesen "einfacheren" Weinen.
Einige kleine Partien von Silvaner und Riesling in den verschiedenen Weinbergslagen lassen wir jedoch noch hängen. Hier reizt uns das Potenzial von edelsüßen Botrytisweinen bis hin zu Beerenauslesen oder gar Trockenbeerenauslesen. Wenn einem die Natur so viel Feines beschert, darf man es nicht einfach zurückweisen und muss noch etwas spekulieren.
Wir sind zuversichtlich, dass uns auch das letzte Schnäppchen gelingen wird. War uns doch das Wetter in der Vergangenheit im Großen und Ganzen hold.
Donnerstag, 01. Oktober 2009
In der Hektik und im Stress des Lesegeschäfts hätte ich Sie fast vergessen (.. nicht wirklich!).
Knall auf Fall ging es bei uns am Dienstag, dem 08. Oktober mit der Lese los. Am vergangenen Samstag haben wir die frühen Rebsorten wie Bacchus und Müller-Thurgau mit eher unterdurchschnittlichen Mengen und mit sehr schönen Gutsweinqualitäten - alle im Kabinettbereich - eingefahren. Das Lesegut ist sehr gesund und die Säurewerte haben sich stabilisiert.
Aufgrund der anhaltend trockenen und stabilen Schönwetterlage geht die Weinlese auch mit schnellen Schritten voran. Silvanerweine gibt es nicht unter 88° Öchsle und mit aufsteigender Tendenz. Die Kellermeister stöhnen unter der schweren Pressbarkeit des Silvaners. Ein Pressendurchgang dauert bei schonender Behandlung und mit Handsteuerung etwa 4-5 Stunden.
Draußen hingegen verwöhnen trockene Bodenverhältnisse, eine wunderbare Lesewitterung mit nicht zu heißen Temperaturen und eher kühlen Nächten die Weinbergsmeister. Mit durchwegs reifen und gesunden Beständen und den angesagten weiteren zwei Wochen Schönwetter für unseren unterfränkischen Raum können die Weinbergsmeister jetzt die einzelnen Weinpartien gerade nur so herauspicken. Bei Spitzenweinen wie bei den Großen Gewächsen oder auch unseren trockenen Traminern setzen wir jetzt noch auf einen kleinen "Rosineneffekt", d. h., die Beeren verdunsten Wasser über ihre Beerenhaut. Das führt zu kleineren, schrumpeligen Beeren mit einer erhöhten Konzentration aller Inhaltsstoffe ohne Botrytispilzeinfluss. Wir hatten so etwas schon in den Jahren 1990 und 1993 und und konnten uns später an den ausgezeichnet Weinen erfreuen.
Natürlich gibt es gute Qualitäten nicht umsonst, unsere Mengenerwartungen sind bei den frühreifen Sorten leicht unterschritten und bei den mittleren Sorten, insbesondere beim Silvaner weit unter unseren Ertragsschätzungen im Sommer oder gar unmittelbar vor der Weinlese. So wollten wir es auch wieder nicht haben, aber letztendlich werden wir auch nicht danach gefragt, sondern müssen uns nach den Gegebenheiten der Natur richten.
Ein zu erwartender guter Weinjahrgang mit schönen saftigen Qualitäten bei den frühreifen Sorten und gut balancierten kräftigen Silvanern und Rieslingen wird uns dafür entschädigen. Jetzt brauchen wir nur noch gute zwei Wochen, dann ist alles unter Dach und Fach.
Zufrieden sind wir aber erst, wenn alles eingefahren sein wird, dann gehen die Sorgen um die Jungweine los. Dass die auch ja halten, was die Trauben versprochen haben. Und selbst danach kann das Weinglas auf dem Tisch noch umfallen!
Wir Winzer sind halt so.... ;-)
Dienstag, 15. September 2009 Die Reifesituation in unseren Weinbergen ist wirklich sehr erfreulich. Das ist die wichtigste Nachricht aus unserer Herbstbegehung am vergangenen Freitag. Allerdings sind einige Rebsorten noch etwas von der sog. physiologischen Reife entfernt. Der kleine Regen am gestrigen Montag hat unseren Trauben eher gut getan. Da wir auch weiterhin eine stabile Wetterlage und nur ganz kleine Störungen erwarten, ist ein überstürztes Handeln nicht notwendig. Schließlich ist der Gesundheitszustand unserer Trauben sehr gut bis ausgezeichnet. Die Bacchus-Trauben kommen langsam, aber sicher in die Reifephase.
Unsere kleine Frühburgunderjunganlage wollen wir in den nächsten Tagen lesen. Sie wiegt bereits etwa 100° Öchsle. Wirklich eine hervorragende Ausgangssituation für einen fruchtigen Burgunder der feinen und eleganten Art.
Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Durch die geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen sind die Beeren noch relativ trocken und die Fruchtfleischauflösung erfolgt nur sehr zögerlich. Das bedeutet für uns zwar sehr gute Qualitäten, aber eben auch einen geringeren Ertrag.
Letztendlich sind wir zuversichtlich. Selten haben wir so schöne, einheitliche Reife und gesunde Trauben in dieser Bandbreite gesehen.
Mittwoch, 02. September 2009
In den vergangenen Wochen hatten wir einen geradezu rasanten Reifezuwachs der Beeren. Bei manchen Rebsorten sind die Öchsle innerhalb einer Woche um sage uns schreibe 10°-15° gestiegen und die Säurewerte haben stark abgenommen. Das spricht für eine frühe Lese, die sich jedoch im Juliusspital noch bestimmt 14 Tage hinziehen wird. Schließlich ist die physiologische Reife der Trauben noch nicht erreicht. Wegen des allgemein guten Gesundheitszustandes der Trauben sind wir guter Dinge und erwarten wieder einen sehr hochwertigen Jahrgang mit reifen Aromen und großer Bekömmlichkeit. Die vor uns liegenden und angekündigten gemäßigteren Temperaturen - insbesondere die kühleren Nachttemperaturen werden uns bei der Aromabildung in den Beeren unterstützen. Nun hoffen wir auch, dass die angekündigten Niederschläge in den nächsten Tagen nicht zu üppig ausfallen werden. Ein bisschen Regen können wir durchaus schon wieder vertragen. Allerdings bitte nicht zu viel! Mit konkreten Öchslewerten möchte ich Sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht belasten, sie schwanken von Weinbergsparzelle zu Weinbergsparzelle zu sehr und werden sich in den nächsten Wochen noch stark verändern. Nach den Ferien werden wir uns nun wieder verstärkt und öfter zur aktuellen Berichterstattung melden. Bleiben Sie dran, es sieht wirklich sehr gut aus!
Donnerstag, 23. Juli 2009 Gestern und vorgestern waren wir für die ersten konkreten Ertragsberechnungen in den Weinbergen. Die Herren Kellermeister waren auch dabei, um ja nichts anbrennen zu lassen. Mit 80-100 mm pro m² Regen bisher im Juli sind die Böden weiterhin gut durchfeuchtet. Die Reben wachsen zügig weiter, auch wenn die Temperaturen in der Vergangenheit nicht besonders sommerlich waren. Unseren notwendigen Pflanzenschutz haben wir gerade noch einmal so hin bekommen, damit die Reben für weitere Niederschläge, so wie gerade jetzt ein Gewitter, geschützt sind. In den meisten Anlagen ist der Traubenschluss erreicht, das heißt, die Beeren sind so groß, dass sie dicht beieinander liegen und das Stielgerüst nicht mehr zu sehen ist. Der Traubenbehang ist nach unseren Berechnungen für eine leicht unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Ernte gut. Nur ganz vereinzelt müssen wir Traubenkorrekturen vornehmen, um die Qualität zu sichern. In die Traubenberechnung fließen Stockzahl pro Hektar, Traubenanzahl, Beere pro Traube und schließlich das geschätzte Beerengewicht ein. Mit einigen Wiederholungen pro Weinbergsparzelle bekommt man dann schon einen guten Überblick über die aktuelle Situation. Die Trauben sind gleichmäßig in der Laubwand verteilt und unsere Weinbergsmeister haben die Traubenzone bereits schön entblättert. Damit können die Trauben gegen Botrytis-Pilz, Essigfäule und sonstige Attacken gut abhärten. Bei guter Witterung haben unsere Weinberge auch wieder richtig schön Farbe bekommen, nachdem die Chlorose vor wenigen Wochen noch etwas zu sehen war. Bis jetzt sind wir sehr zufrieden, aber wir fürchten mit den angekündigten starken Niederschlägen auch Hagelschäden oder auch Abschwingungen in unseren Weinbergen. Daher sind wir jetzt mit der Bodenbearbeitung ganz vorsichtig, auch wenn unsere Weinbergsmeister schon mit der Einsaat der Winterbegrünung spekulieren. Trotz eher mäßiger Witterung in den vergangenen zwei bis drei Wochen liegen wir z. Zt. etwa sieben Tage vor dem langjährigen Durchschnitt. Das hat uns selbst überrascht.
Drücken Sie uns daher die Daumen für die weitere Entwicklung unserer Trauben und Beeren.
Mittwoch, 01. Juli 2009 Der Juni verabschiedete sich mit schwülwarmer Witterung. Aber nun sind auch wieder Gewitter möglich. Wie unterschiedlich die Regenmengen ausfallen können, hat das vergangene Wochenende mit Niederschlägen von 0 l/m² in Randersacker bis zu 28 l/m² in Iphofen gezeigt. Die sehr wuchsfreudigen Bedingungen sorgen für eine schnelle Beerenentwicklung und ein kräftiges Geiztriebwachstum. Schwülwarme Witterung und heftiges Wachstum sind leider auch immer beste Voraussetzungen für einen Pilzbefall, z. B. Peronospora oder Oidium. Die Verrieselungsschäden an unseren Trauben können wir noch nicht ganz abschätzen. Die Unterschiede innerhalb der Anlagen und des einzelnen Stocks sind enorm. Mehr noch stören uns die unterschiedliche Entwicklung der Beeren vom Beginn der Fruchtbildung (Ende der Blüte) bis hin zu Erbsengröße. In unserer Paradelage, dem Würzburger Stein, haben wir in den heißesten Standorten schon den Beginn des Traubenschlusses. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Beeren schon eng aneinander liegen. Trotz großem Arbeitsanfall müssen jetzt unsere Winzermeister mit dem Befahren der noch feuchten Böden vorsichtig und vernünftig sein. Dies gilt vor allen Dingen in den schwereren und tonreichen Böden mit noch etwas mehr Feuchte. Schließlich wollen wir die Chlorose in den nächsten Jahren durch verdichtete Böden nicht noch mehr fordern. Fragen Sie uns jetzt bitte nicht nach den Ertrags- und Qualitätserwartungen. Um darüber eine vernünftige Aussagen treffen zu können wird noch viel Wasser den Main hinunter fließen. Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
Dienstag, 16. Juni 2009
Die endlich wärmeren Temperaturen, insbesondere am Wochenende haben den Fortgang der Blüte bzw. die Beerenentwicklung beschleunigt. Heute noch, dann ist auch bei den späten Sorten die Blüte so weit durch. Teilweise haben unsere Beeren schon die Größe von Stecknadelköpfen. Der ungleichmäßige Entwicklungsstand der Fruchtanlagen - die Blüte hat sich durch die verhaltene Witterung vor etwa acht Tagen ziemlich lange hingezogen - könnte im Herbst zu einer etwas ungleichen Reifung der Beeren in einer Traube führen. Das haben wir nicht so gerne.
Positiv sehen wir dagegen die leichte Traubenverrieselungen. Darunter verstehen wir vereinzelt abgeworfene Beeren in der Traube. Dadruch gibt es keine gravierenden Ertragsverluste, sondern nur eine lockere und damit gesündere Traube während der Reifephase. Sie erinnern sich, unser Ziel lautet: Nur physiologisch reife und gesunde Trauben dürfen ins Kelterhaus.
Da die Blüte im langjährigen Mittel liegt, rechnen wir heuer nicht mit einem sehr frühen Start der Weinlese und hoffen auf Ende September. Aber bis dahin kann sich ja noch viel tun.
Das Wachstum der jungen Triebe ist sehr kräftig, da die zurückliegenden guten Niederschläge den Wachstumsmotor immer am Laufen hielten. Zum Glück haben wir auch viel weniger gelbe Rebstöcke (Chlorose) als im Vorjahr 2008.
Die guten Wachstumsbedingungen halten natürlich unsere Winzerinnen und Winzer auf Trab. Jetzt geht es an das Gipfeln des überständigen Laubs, an die Ertragsregulierung und natürlich an das ständige Mulchen, d. h. Abmähen der Begrünungen.
Bei den schwül-warmen Temperaturen der letzten Tage dürfen wir auch den Pflanzenschutz nicht vergessen. So wenig wie möglich - und gerade so viel wie nötig. Schließlich ergeben nur gesunde Trauben letztendlich einen guten Wein.
Und insgesamt darf es jetzt ruhig wieder ein bisschen wärmer werden....
Sagen Sie jetzt aber bitte nicht gleich wieder: „Den Winzern kann man es nie recht machen.“
Freitag, 29. Mai 2009 Die angenehmen Temperaturen am vergangenen Wochenende haben unsere Reben gut vorangebracht. Die Abkühlung ab Wochenmitte und die kommenden kühlen Nächte bremsen die weitere Rebenentwicklung etwas ab. Und dennoch sind an ganz besonders warmen Standorten, z. B. an den Weinbergsmauern die ersten Blütenkäppchen schon abgeworfen. Jetzt werden aus den sog. "Gescheinen", das sind die Fruchtstände der Weinrebe vor der Blüte, Trauben (nach der Blüte). Die Hauptblüte wird etwa ab Mitte bis Ende nächster Woche einsetzen. Das ist etwas später als im vergangenen Jahr, liegt aber noch leicht vor dem langjährigen Blühbeginn, etwa in der zweiten Junidekade. Diese Entwicklung kommt uns sehr gelegen, weil wir dann nicht zu früh mit der Weinlese starten müssen.
Die kühlen Temperaturen sind auch der Pilzentwicklung nicht förderlich, so dass zur Zeit keine große Gefahr von Infektionen droht. Die geringen Niederschläge Anfang der Woche haben zwar nicht viel gebracht, aber wir haben wenigstens auch keine Unwetterschäden.
In dieser entspannten Situation kommen wir auch bei unseren Laubarbeiten gut voran.
Wir halten Sie auch weiterhin auf dem Laufenden.
Dienstag, 19. Mai 2009 Die kühle Witterung der vergangenen Woche hat das Rebenwachstum gebremst. Außerdem haben die kräftigen Niederschläge der vergangenen Tage die Böden tiefgehend durchnässt. Damit war die Befahrbarkeit der Anlagen in vielen Fällen nicht gegeben, um starke Strukturschäden, also Verdichtungen im Boden zu vermeiden. In einigen Anlagen, vor allen Dingen bei unseren Burgundern, sind einige Augen in der Entwicklung etwas zurückgeblieben. Vielleicht hatten wir doch etwas Winterfrostschäden. Aber der Ausfall wird unser Ertrags- und damit auch unsere Qualitätsziele nicht gefährden. Die Eisheiligen mit dem Abschluss der "kalten Sophie" am 18. Mai sind spurlos an uns vorüber gegangen. Im Übrigen vermuten wir die gefährlichen Eisheiligen auch nicht mehr wie früher Mitte Mai, sondern bereits in der letzten Aprildekade.
Mit dem Ausbrechen der Doppeltriebe und der überzähligen Knospen sind wir sehr gut vorangekommen und können uns bei dem erwartenden starken Wachstum der Triebe voll den anschließenden Laubarbeiten widmen. Frühsommerliche Temperaturen und das hohe Wasserangebot der Reben werden in den nächsten Tagen das Wachstum stark forcieren. Das bedeutet viel Arbeit.
Mit dem großen Wachstum ist ein hoher Bedarf am Mikronährstoff Eisen notwendig, damit die Weinberge nicht wieder so gelb werden (Chlorose) wie im Vorjahr. Hoffentlich klappt alles so wie wir uns das gedacht haben. Die frisch gepflanzten Junganlagen am Randersackerer Marsberg und am Iphöfer Domherr haben einen guten Start und freuen sich ebenfalls auf warme Temperaturen.
Mittwoch, 06. Mai 2009 Die Reben haben einen mächtigen Satz nach vorne gemacht. Mittlerweile sind vier bis sieben Blätter an den jungen Trieben entfaltet. Die Niederschläge in der vergangenen Woche hätten ruhig etwas ergiebiger sein dürfen, aber wir wollen nicht unzufrieden sein. Weiterhin ist mit einem zügigen Wachstum zu rechnen. In nicht Spätfrost gefährdeten Anlagen haben wir mittlerweile die Frostruten entfernt. Der Fruchtansatz ist einerseits erfreulich hoch, andererseits bedeutet dies für uns Mehrarbeiten in den Weinbergen, um die Qualität zu sichern und zu fördern. Zu diesem Zweck entfernen unsere Winzerinnen und Winzer mit geschickten Händen sog. Doppeltriebe, also Augen, aus denen zwei Triebe gleichzeitig ausgeschlagen haben. Neben der Qualitätssteigerung bedeutet dies gleichzeitig eine schöne Laubwandverteilung und somit einen gesunden Laub- und Traubenbestand in späteren Zeiten. Etwas sorgenvoll schauen wir jeden Tag unsere jungen Triebe an. Wir fürchten, dass die im Vorjahr aufgetretenen massiven Chloroseschäden (Vergilbung der Blätter und Triebe) erneut greifen könnten. Gerade den Silvaner hat es im letzten Jahr und insbesondere auf unseren Muschelkalk-Standorten kräftig erwischt. Deshalb lassen wir jetzt gerne unsere Begrünungen etwas höher wachsen, denn die Wurzel dieser sog. Gründüngung sorgen gleichzeitig als Grobporenvolumen für eine spätere gute Durchlüftung des Bodens.
Ob das Konzept aufgeht, wissen wir nicht, aber lieber etwas getan als tatenlos zugesehen. Alles im allem schauen wir zuversichtlich in das neue Weinbaujahr 2009.
Mittwoch, 22. April 2009 Es geht los! Lange genug haben unsere Winzerinnen und Winzer draußen in den Weinbergen auf eine günstige Witterung warten müssen. Sogar der März blieb mit tiefen Nachttemperaturen und nur ganz wenig frühlingshaften Tagestemperaturen hinter seinen Erwartungen zurück. Das Blatt wendete sich jedoch schlagartig am 01. April und eine sonnige, milde bis teilweise sehr warme Großwetterlage ließ die Weinberge ergrünen. 20°-25° C bescherten uns nicht nur ein wunderschönes Osterwetter, sondern den Reben auch eine zügige Entwicklung.. Die reichlichen Niederschläge zwischen 30 bis 45 l/m² am vergangenen Wochenende haben die Bodenwasservorräte wieder gut gefüllt und werden unter unseren Begrünungen lange ausreichen. Wochenend-Regen haben wir besonders gern: Da hält uns der Regen nicht von der Arbeit im Weinberg ab, und am Wochenanfang geht es bei schönen Temperaturen wieder voll zur Sache. – Sorry, aber wir sind halt so.....! Die meisten unserer Rebanlagen befinden sich bereits im Drei-Blatt-Stadium, und "schimmern" bereits grün aus den Weinbergen. Das ist ein gutes Zeichen und ein Beleg für einen frühen Vegetationsbeginn. Die Witterung soll in dieser Woche sonnig und frühlingshaft - allerdings mit kühlen Nächten - bleiben. Eine ähnlich rasante Entwicklung wie in den vergangenen 14 Tagen wird es also nicht geben. Der bisherige Knospenaustrieb zeigt, dass die angenommenen Schädigungen durch den Winterfrost nicht so stark waren, wie wir ursprünglich einmal befürchtet hatten. Augenausfälle konnten wir kaum beobachten. Das freut uns natürlich. Wir gehen davon aus, dass uns die gefürchteten Eisheiligen mit ihren Spätfrösten verschonen und daher werden wir in den nächsten Tagen die sog. "Frostrute" als Reserve für mögliche Augenausfälle an den Fruchtruten entfernen. Das Restrisiko von Nachtfrösten erscheint uns angesichts der hohen Bodentemperaturen und der anhaltend guten Witterung eher gering. Außerdem befürchten wir, dass wir bei einer weiteren Turbo-Entwicklung der Reben mit unseren Arbeiten am Rebstock nicht mehr nachkommen könnten. Es gibt also viel zu tun für unsere Leute, und die packen´s an....! Ihr Weinbau-Team aus dem Juliusspital
Donnerstag, 22. Januar 2009
Zu Jahresbeginn und bis Mitte Januar hatte Väterchen Frost Franken fest im Griff. In den letzten Wochen zeigten die Thermometer Temperaturen zwischen minus 18° C und minus 22° C in unseren Weinbergen an. In der Regel vertragen unsere Reben bis zu minus 18° C ohne nennenswerte Schäden. Neben der Temperatur sind die Rebsorte, der Wuchs- und der Reservezustand des Stocks entscheidend. Auch wie schnell und mit welcher Feuchtigkeit die Kälte auf die „Augen“, also die Rebenknospen einwirkt ist von Bedeutung.
Erste Augenschnitte haben ein sehr unterschiedliches Bild gegeben: Von Null-Schäden bis hin zu Ausfällen von 30 % der Hauptaugen berichten uns unsere Weinbergsmeister. Darauf müssen wir mit unserem anstehenden Rebschnitt reagieren. Deswegen müssen wir bei empfindlichen Rebsorten, wie z. B. dem Silvaner in jedem gefährdeten Weinberg einige Hauptaugen zur Probe aufschneiden, um zu sehen, ob der darin liegende Vegetationspunkt mit den Traubenanlagen braun, also geschädigt oder noch grün und damit gesund ist.
Die Gefahr von weiteren Frösten ist ohnehin nicht ganz auszuschließen und deshalb belassen wir bei frostgefährdeten Weinbergen immer eine Reserve-Rute (Frostrute) zusätzlich.
Nach und nach kehren auch unsere Weinbergsmeister und unsere Winzer in die Weinberge zurück, um nun den Rebschnitt fortzusetzen. Längere Tage, ein helleres Licht und hier und da schon ein aufmunterndes Vogelzwitschern machen wieder richtig Lust auf die bevorstehende Saison. Viele Spaziergänger und Wanderer genießen schon in diesen Tagen unsere Weinberge mit den höheren Wärmewerte und die gute Sicht auf eine wunderschöne fränkische Weinlandschaft mit Dörfern, in denen sich die Winzer schon wieder auf Ihre Arbeiten im Grünen freuen.
Mittwoch, 22. Oktober 2008 Geschafft - Jede Stunde zählte! Zum regelrechten Endspurt mit viel Handarbeit im Steilhang der Würzburger Inneren Leiste steigerte sich die Weinlese zu guter Letzt, um noch rechtzeitig gestern, am Dienstag, 21. 10. 2008 um 14.00 Uhr, vor der herannahenden Schlechtwetterfront die wertvollen Riesling-Trauben mit 88° Öchsle einzufahren. Gerade noch am vorausgegangenen Donnerstag hatten unsere Lesehelfer mit Schauern schwer zu kämpfen und mussten deshalb pausieren. Umso mehr strahlten daher die Gesichter der verantwortlichen Winzer- und Kellermeister, dass nun mit ca. 62 hl pro Hektar auf den 130 Hektar Ertragsrebfläche der Stiftung eine zwar kleine, aber piekfeine Ernte mit bester Sortierung eingefahren wurde. Von den frischen, pikanten Schoppenweinen, insbesondere beim Müller-Thurgau über gut balancierte Kabinettweine bis hin zu phantastischen Spätlesen oder gar den Großen Gewächsen war heuer wirklich alles dabei. Freilich mussten die Winzer dieses Ergebnis das ganze Jahr hindurch den Weinbergen abringen. Das sehr saubere und vollreife Lesegut ist aber wieder die beste Basis für fruchtige und kräftige Weine, die in den nächsten Wochen überwiegend fränkisch trocken ausgebaut werden. Hilfreich waren auch die kühlen Lesetemperaturen und das gesunde Lesegut im Keller. Ein sehr schöner Gärverlauf verspricht wieder sehr reintönige und belebende Weine. Besonders beeindruckt sind unsere Kellermeister um unseren Chefönologen Benedikt Then von den spätreifen Rebsorten wie Silvaner, Riesling und Burgunder, die sich ausschließlich für Prädikatsweine qualifizieren. Jetzt kehrt wieder etwas Ruhe in die Weinberge ein. Das sich verfärbende Herbstlaub zeigt unverkennbar den Abschluss der Vegetationsperiode 2008 an. Nur noch hin und wieder fahren unsere Weinbergsschlepper für die notwendige Winterbodenbearbeitung durch die Rebzeilen. Einige Parzellen alter und abgetragener Weinberge roden wir, um sie für die nachfolgenden Junganlagen vorzubereiten. Dann dürfen sich die Böden unter einer sog. Brache, also unter einer Begrünung ohne Weinreben etwas ausruhen, damit sie wieder gut gestärkt für die nächste Rebengeneration sind. So funktioniert das bei uns in der Stiftung nun schon seit 432 Jahren!
Mittwoch, 09. Oktober 2008 Die Pferde saufen wieder – die Oechsle laufen wieder! Rund 80% der Ernte haben wir nun eingebracht. Das Wetter ist bis auf weiteres tro-cken und warm vorausgesagt, somit sind sehr gute Bedingungen für eine weitere Mostgewichtsentwicklung gegeben. Bei intakter Laubwand hoffen wir noch auf einen kleinen Oechsle-Sprung übers Wochenende. Das Säuregerüst der spätreifen Sorten wie Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder, ist noch sehr gut. Teilweise haben wir schon Top-Lesegut im hohen Premium-Bereich einfahren können. Und da sind noch Reserven drin! Auch die Voraussetzung für eine schöne Botrytis für ein edelsüßes Finale, insbesondere bei Rieslaner, Silvaner und Riesling ist gegeben. Wir pokern weiter. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch. Die Erntemenge wird 15 – 20% unter der Letztjährigen des Juliusspitals liegen. Das tut schon ein bisschen weh. Dafür haben wir jedoch piekfeine Qualitäten, die schon jetzt sehr viel Freude im Keller machen. Wir berichten weiter .......
Mittwoch, 01. Oktober 2008 Sauwetter zur Halbzeit! Mit aller Kraft haben wir jetzt gut die Hälfte unserer Ertragsrebfläche von immerhin ca 130 ha eingefahren. Es hätte ruhig so weitergehen können wie bisher, aber das Tiefdruckgebiet mit nasskalter Witterung zwingt uns jetzt zum Pausieren. Mit dem bisherigen Ergebnis können wir sehr zufrieden sein. Mehr als 90 % der frü-hen Rebsorten liegen im Prädikatsweinbereich und versprechen herzhafte, frische Schoppen. In den nächsten Tagen werden wir die Rotweine mit unseren Premium-Spätburgundern abschließen. Rotweine haben sich heuer sehr gut geschlagen. Wie bereits vor 10 Tagen angekündigt, glänzt der Silvaner mit Qualitäten von Kabi-nett an aufwärts. Allerdings muss man sich diese Erfolge mit einer selektiven Lese und mit einer großen Risikobereitschaft erarbeiten und erkämpfen. Nur gesunde Trauben kommen in den Leseeimer - natürlich. Die goldgelben Beeren zeigen eine schöne Reife und sind sehr schmackhaft. Die Säurewerte sind sehr ausgeglichen. Unsere vorweg gelesenen Weißen und Grauen Burgunder liegen bei 92° Öchsle und mehr. Das ergibt kräftige, nachhaltige und mineralstoffreiche Kabinettweine als „kleine Brüder“ der Großen Gewächse. Und jetzt geht es ans Eingemachte: Die ersten Silvaner Großen Gewächse haben wir schon gesichert. Wir fahren beim Lesetermin für diese Qualitäten gerne zweigleisig, um bei dem enormen Arbeitaufwand und den geringen Erträgen das Risiko der Leseentscheidung in Grenzen zu halten. Die zweite Ernte unseres Sauvignon Blancs aus Retzstadt haben wir gestern mit ei-ner pikanten Säure und mit einem Mostgewicht von 95° Öchsle eingefahren. Die Trauben riechen angenehm nach frisch gemähter Wiese und frischem Heu. Heuer profitiert das Juliusspital ganz besonders vom weit gestreuten Lagenbesitz von Bürgstadt am Untermain bis nach Iphofen am Steigerwald. Letzterer wird wohl heuer der Gewinner im Wettbewerb der spitalsinternen Weinberge sein. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, und knapp die Hälfte der Trauben unserer Flächen hängen ja noch draußen. Nach einigen stressigen Tagen wird es wohl im Kelterhaus etwas ruhiger zugehen. Das anziehende Tiefdruckgebiet wird uns wohl erst wieder am Wochenende in die Weinberge lassen. Bis dahin können unsere Kellermeister etwas Schlaf nachholen oder vorschlafen für die „nächste Welle“. Bei unserer nächsten Berichterstattung können wir Ihnen vielleicht schon etwas über die ersten Müller-Thurgau-Weine erzählen. Es duftet bereits wunderbar im Keller. Bleiben Sie uns treu! Wir informieren Sie aus erster Quelle!
Freitag, 19. September 2008 Die Weinlese hat begonnen! Seit vergangenem Dienstag, 16. September sind wir ganz vorsichtig in die Weinlese eingestiegen. Ursprünglich wollten wir ja noch etwas schneller sein, aber einerseits haben uns die Niederschläge am vorausgegangenen Wochenende einen Strich durch die Rechnung gemacht und andererseits helfen uns jetzt die kühlen Nachttemperaturen und die sonnigen, hellen Tage bei der Abtrocknung der Traubenbestände und bei der nun etwas langsamer voranschreitenden Traubenreife. Unsere aufwändigen Vorarbeiten haben sich bei den Frühsorten gelohnt. Goldgelbe Müller-Thurgau und Bacchustrauben im hochwertigen Qualitätsweinbereich und leichten Kabinettbereich versprechen gefällige, blitzsaubere und fruchtige Weine zum „Schöppeln“ oder im Einstiegsbereich. Aber wir wollen mehr: Daher zögern wir noch etwas mit dem weiteren Fortgang der Lese und lassen gerade unsere Kabinettqualitäten der frühen Sorten, z. B. Müller-Thurgau noch übers Wochenende hängen. Das gibt eine zusätzliche physiologische Reife und vielleicht hier und da noch das eine oder andere Grad Öchsle mehr. Anfang nächster Woche geht es dann in die Vollen. Und wenn uns das Wetter zur Seite steht, werden wir bis Mittwoch mit den frühreifen Sorten fertig sein und bereits schon den einen oder anderen Rotwein im Keller haben. Apropos Rotwein: Als ersten Ertrag („Jungfernwein“) haben wir bereits im Volkacher Karthäuser einen Frühburgunder mit ca. 100° Öchsle lesen können. Natürlich ist die Menge klein, aber die Farbdichte und das supersaubere Lesegut lassen ein feines „Versucherle“ erwarten. Große Hoffnungen setzen wir in den Silvaner, unserem Paradepferd. Der liegt nämlich in den Mostgewichten bereits höher als die frühreifen Rebsorten und die noch recht pikante Säure zeigt, dass wir hier noch einige Reserven haben. Unsere Kellermeister Benedikt Then und Helmut Klüpfel wagen sogar noch einen Schritt weiter: „Bei Silvaner, Riesling und Weißburgunder darf unter Kabinettqualitäten uns nichts in den Keller kommen!“ Die vergangenen Niederschläge am Freitag und am Samstag waren wohl die letzten Ausläufer vom Tief Gustav. Mittlerweile beobachten wir die weitere Entwicklung der Tiefausläufer, die uns der Hurrikan Hanna und später Eyk wohl über kurz oder lang ins Land schicken werden. Mehr Zeit hab` ich jetzt nicht für Sie, - ich muss jetzt wieder raus! (hoko)
Freitag, 05. September 2008 Wir haben Ihnen auch mit unseren Informationen aus unseren Weinbergen eine kleine Ferienpause gegönnt. Auch dort ist es in den letzten Wochen etwas ruhiger geworden. Maßnahmen zur Verbesserung der Bestandshygiene wie z. B. Trauben entfernen, Entblättern und damit Trauben frei stellen sowie das Einkürzen unnötiger Nebentriebe waren die vorläufig letzten Arbeiten vor der Weinlese. Durch die Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen ist auch die Trockenheit gewichen. Die Trauben haben an Größe und natürlich an Mostgewicht (° Öchsle) zugelegt. Schon jetzt sind die Aromen der frühreifen Rebsorten wie Müller-Thurgau und Bacchus aber auch der Silvaner in den besten Lagen gut schmeckbar. Allerdings ist das Fruchtfleisch noch nicht genügend in den Saft gegangen und die Beerenhäute sind noch etwas zu dick. Sie schmecken noch etwas „pelzig“. Die angesagte Witterung mit mäßig warmen Tagen und eher kühlen Nächten ist gut für die Trauben. Kühlere Temperaturen und helle Tage zur Zeit der Aromenbildung kurz vor der Lese sind nämlich sehr vorteilhaft. Wenn es regnet, sollte möglichst kompakt regnen, so dass die Laubwand und die Trauben auch bald wieder abtrocknen können. Im Boden gehen mittlerweile die Einsaaten für die Winterbegrünung langsam auf. Sie sind eine gute Voraussetzung für die Humusbildung und die organische Verbauung in den Böden. Vielleicht werden wir in der nächsten Woche mit unserem Frühburgunder aus dem Volkacher Karthäuser beginnen. Die anderen Sorten werden wohl eine Woche später folgen. Aber jetzt kommt die spannende Zeit, wo morgen schon alles wieder anders sein kann als heute. Drücken Sie uns die Daumen!
Donnerstag, 24. Juli 2008
Trotz der Trockenheit geht die Rebenentwicklung weiter. Erste Verfärbungen bei Rotweinsorten wie Regent und Spätburgunder und glasige Beeren beim Weißwein konnten wir schon beobachten. Da keine nachhaltigen Niederschläge zu erwarten sind, müssen wir jetzt unsere Weinberge von überzähligen Trauben weiter entlasten, um sie nicht zu sehr dem Trockenstress auszusetzen. Zum Glück hat sich die Chlorose etwas gebessert. Aber so wie heuer ist sie noch nie aufgetreten. Diese Eisenmangelerscheinung geht wahrscheinlich auf den feuchten Winter und die anschließende, sehr wüchsige Witterung im Frühjahr und im Sommer zurück. Hoffentlich sind die Anlagen nicht nachhaltig geschädigt. Mit unserer gestrigen Weinbergsbegehung haben wir unsere Qualitäten, unsere Ertragsziele und die Weinstile festgelegt. Wir haben dabei alle ertragsbestimmenden Faktoren wie Traubenanzahl, Beerenanzahl pro Traube, und das wahrscheinliche Beerengewicht der einzelnen Rebsorten und Weinbergslagen stichpunktartig gemessen und auf den Weinberg hochgerechnet. - Klingt zwar kompliziert und ist sehr arbeitsaufwändig, klappt aber sehr gut und hat sich sehr bewährt. Hoffentlich kommt bald ergiebiger Regen.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Der Hochsommer scheint in den kommenden Tagen zunächst einmal vorüber zu sein. Nur in den jüngeren Anlagen zeigen sich die ersten Auswirkungen eines Wasserdefizits. Auf der anderen Seite wünschen wir uns jetzt eine etwas langsamere Entwicklung der Trauben, damit wir keine zu frühreife Entwicklung haben werden.
In Anbetracht der fortschreitenden Entwicklung der Trauben (Traubenschluss) beginnen wir jetzt mehr und mehr mit dem Ausdünnen in den Rebanlagen. Insbesondere die lockerbeerigen Rebsorten dünnen wir jetzt schon aus, da wir hier nicht mit einem Aufplatzen von Beeren durch Abquetschen während der Reife rechnen müssen. Mit den dichtbeerigen Trauben warten wir lieber noch etwas.
Zur Entlastung unserer Rebanlagen und zur Steigerung der Qualität entfernen wir insbesondere die übergroßen Trauben am Ende einer Rebe. Mit allen laufenden Arbeiten wie Gipfeln, Entblättern, Mulchen der begrünten Rebgassen sind wir gut dabei. Nur etwas Regen könnten wir jetzt gut gebrauchen.
Freitag, 27. Juni 2008 Die Triebe und Beeren wachsen in den meisten Weinbergen sehr stark. Nur bei jüngeren Anlagen und etwas flachgründigeren Böden ist die Austrocknung zu spüren. Die gewittrigen Niederschläge der letzten Tage haben sehr unterschiedliche Regenmengen zwischen 0 und ca. 22 mm gebracht. Die Beeren sind in den günstigen Standorten schon so weit gewachsen, dass die Trauben „in den Hang gehen“. Das heißt, die vorher aufrecht an den Reben stehenden Fruchtansätze haben sich durch das zunehmende Gewicht der Beeren gedreht und hängen jetzt an den Reben. Je nach weiterem Witterungsverlauf rechnen wir bald mit Traubenschluss. Dann sind die Beeren etwa so groß wie Wicken oder kleine Erbsen. Alles in allem liegen wir noch sehr gut in der Zeit. Es ist noch alles drin. Bleiben Sie dran!
Dienstag, 17. Juni 2008 Leider haben nur einige unserer Weinberge in den vergangenen Tagen etwas Was-ser bekommen. Die Reben wachsen zügig weiter, auch wenn die Temperaturen kurz vor dem offiziellen Sommeranfang noch nicht sehr sommerlich sind. In den meisten Anlagen ist das Stadium „abgehende Blüte“ überschritten und die Fruchtknoten fangen an zu wachsen. Erst jetzt sprechen wir von Trauben. Vorher waren es noch Gescheine. Einige Fruchtstände, die noch in der Blüte stecken, werden durch die Abkühlung wohl etwas verzögert abblühen. Die vermehrten Geiztriebe (Seitentriebe der Reben) im Bereich der Traubenzone müssen wir jetzt ausbrechen und die Laubwand richten. Das fördert eine gute Durchlüftung und die Abtrocknung sowie die Belichtung der Traubenzone. Außerdem bedeutet dies ein vorsorgender Pflanzenschutz, eine Abhärtung der wachsenden Beeren und damit ein Schutz vor dem Sonnenbrand.
Dienstag, 10. Juni 2008 In den frühen Lagen (Stein) und bei frühen Sorten (Müller-Thurgau) ist die Blüte so gut wie abgeschlossen. Die meisten anderen Weinberge werden wegen der sommerlich warmen Tage dieses Stadium bis Ende der Woche erreicht haben. Somit dürfte die Blüte rechtzeitig vor der stärkeren Abkühlung („Schafskälte“) in der zweiten Wochenhälfte beendet sein. In Randersacker und in Bürgstadt hatten wir genügend Regen (leider teilweise auch mit Hagel). Alle anderen Weinlagen leiden mehr und mehr unter Trockenheit. Laubarbeiten haben noch immer Vorrang. Schließlich gehört eine schöne, gepflegte und gut durchlüftete Laubwand zu den wichtigsten Qualitätsparametern für ein gesundes und gleichzeitig reifes Lesegut.
Montag, 02. Juni 2008 In Bürgstadt und in Thüngersheim hat es uns erwischt. Am Wochenende haben heftige Gewitter in Bürgstadt und in Thüngersheim zum Ab-schlagen von Trieben und Gesteinen geführt. Besonders getroffen hat es unsere Mainhölle in Bürgstadt, wo innerhalb von 30 Minuten ca. 45 l Regen pro m² gefallen sind. Taubeneigroße Hagelkörner haben ca. 30-40 % aller Triebe abgeschlagen und die Ertragsaussichten damit deutlich reduziert. Nicht weniger schlimm sind die gro-ßen Abschwemmungen bzw. Erosionsschäden in den Weinbergszeilen. Die restlichen Weinberge wurden meist nur von starken Sturmböen heimgesucht, die an druckempfindlichen Sorten viele Triebe abbrechen ließen. Auch in dieser Woche muss mit starken gewittrigen Niederschlägen gerechnet werden. Sicher, wir wollten ja Regen, aber bitte doch nicht so.....
Freitag, 30. Mai 2008 Sowohl die heißen Tages- als auch warme Nachttemperaturen lassen die Rebtriebe sichtbar wachsen. Die Wasserversorgung aus dem Unterboden ist zum Glück noch gesichert. Allerdings brennen unsere Gründüngungseinsaaten zusehends aus. Gravierende Änderungen an der weiteren Temperaturwicklung erwarten wir nicht. Dabei könnten wir ein kleines Gewitter – natürlich ohne Abschwemmschäden und Hagel jetzt gut gebrauchen. Den Blütebeginn erwarten wir in ca. eineinhalb Wochen. Hier und da haben wir auch gelbe Rebstöcke in unseren Weinbergen. Das liegt an dem sehr großen Wachstum der Triebe. Die Wurzeln im Boden kommen für die Aufnahme von Eisen nicht in dem Maße mit, wie oben die Triebe durch die gute Witterung „davonwachsen“. Ja, auch das soll es geben. Aus dem heißen Franken grüßt Sie Ihr Weinbau-Team des Juliusspitals
Montag, 19. Mai 2008 Mittlerweile sind an den Reben unserer Weinberge zwischen fünf bis sieben Blätter, in bestimmten Sorten und Lagen bis zu acht Blätter entfaltet. Die Gescheine, so nennt man den Fruchtansatz vor der Rebblüte, vergrößern sich beständig. Die Reb-blüte könnte Ende der ersten Juniwoche beginnen. Mittlerweile sind unsere Winzer mit den Ausbrecharbeiten, d. h. das Entfernen von sog. Doppeltrieben an den Reben beschäftigt, um den künftigen Ertrag zu begrenzen und die Qualität zu fördern. Die obere Bodenschicht ist mittlerweile auch schon etwas ausgetrocknet. Daher mul-chen wir jetzt unsere Begrünungen, um die Wasserverdunstung einzuschränken. Mit dem Pflanzenschutz haben wir noch etwas Zeit. Durch die trockene Witterung in den vergangenen Wochen konnten Oidium- und Perenosporapilze die noch jungen Blätter und Triebe nicht befallen. Über die weitere Entwicklung werden wir Sie auf dem Laufenden halten; bleiben Sie dran – wir tun es auch!
Montag, 05. Mai 2008 Die letzten warmen und trockenen Tage der vergangenen Woche haben einen enormen Schub in unseren Weinbergen gebracht. Die Rebenknospen sind bereits offen und in den besten Lagen ist bereits das erste Blattgrün zu erkennen. Die frühlingshafte Witterung bleibt bis weit in die nächste Woche hinein beständig. Damit wird auch die stetige Entwicklung der Reben anhalten – sehr schön!Der Austrieb ist im Allgemeinen sehr gut. Daher können unsere Weinbergsmeister im Vertrauen auf eine weitere Erwärmung der Böden und ohne Spätfrostsorgen die sog. Frostrute, also die Reserverebe für evtl. Frostausfälle (Eisheilige) herausnehmen. Gewiss ist das auch ein bisschen ein Risiko, aber wenn wir jetzt nicht dicht dranbleiben, wird uns die Vegetation in den Weinbergen überrollen. Weinbau betreiben heißt immer auch ein gewisses Risiko eingehen. Drücken Sie uns daher die Daumen, dass alles gut geht. Und außerdem gilt: „No risc, no fun!“
Montag, 28. April 2008 Es will einfach nicht so recht Frühling werden. Wechselhaft wie die Witterung sind auch die verschiedenen Vorhersagen. In einer Aussage herrscht allerdings Einigkeit. Die frühlingshafte Witterung vom vergangenen Wochenende ist für den Rest der Woche vorbei. Es wird wieder wechselhaft, mit Schauern und kühler. Unsere Weinbergsmeister scharren derweil mit den Füßen: Jetzt stehen wichtige Pflanzarbeiten im Würzburger Stein, am Iphöfer Domherr und am Randersackerer Teufelskeller an. Niederschläge hatten wir in den vergangenen Monaten jedenfalls genug. Hoffentlich bekommen wir im anstehenden Sommer auch noch ein bisschen vom vielen Regen ab. Die Böden sind wassergesättigt. Daher lassen wir in unseren Weinbergen die Winterbegrünung noch etwas länger stehen. Das bringt viel organisches Substrat und stabilisiert das Ökosystem Weinbersboden.
Freitag, 08. Oktober 2010
Die Silvanerlese ist bereits im vollen Gange. Der Ertrag kann zwar nicht zufrieden-stellen, aber wir haben doch deutliche Reifezuwächse im Vergleich zu den frühen Rebsorten. Bedeutende Reifezuwächse werden in Zukunft auch nicht mehr zu erwarten sein und so rentiert sich ein Zuwarten für höhere Qualitäten nur noch in Ausnahmefällen und mit einem erhöhten Risiko. Für Große-Gewächs-Qualitätenbei den Rebsorten Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder wollen wir dieses Risiko aber gerne eingehen.
Zwischen unserem Flaggschiff, dem Silvaner lesen wir auch vereinzelt noch Weißer Burgunder, etwas Spätburgunder, Traminer und andere Ergänzungsrebsorten. Die gelesenen Partien bewegen sich hauptsächlich im Kabinett-Bereich.
Die angekündigte günstige Großwetterlage bis Ende der nächsten Woche wollen wir nutzen, um unsere Weinlesearbeiten ein gutes Stück voranzutreiben. Das wird auch notwendig sein, denn bisher haben wir noch nicht allzu viel im Keller.
Montag, 9. Mai 2011
Starke Spätfrostschäden Die günstigen Aussichten für die Winzer haben sich am Mittwochmorgen schlagartig umgekehrt. Der auftretende Spätfrost hat starke Schäden im gesamten Fränkischen Weinbaugebiet verursacht. Die bis zum 5-Blattstadium entwickelten Triebe waren den Frosttemperaturen von bis zu -3,7°C nicht gewachsen. Einem ersten Überblick nach müssen wir mit einem Ernteausfall von rund 50% rechnen. Starke Schäden zeigen sich im Maintal mit seinen Nebentälern. Unsere höher liegenden Lagen am Schwanberg sind weniger betroffen. Entgegen früheren Kalamitäten sind nicht nur Bereiche in denen sich Kaltluft sammelt (Senken, Hangfuß) oder abfließt betroffen, sondern selbst in Steillagen treten starke Schäden auf. Weitere Hinweise auf die allerorts auftretende Kaltluft sind in der Schädigung selbst der aufrecht stehenden Frostruten zu sehen. Jetzt müssen wir alle erhaltenen Triebe sichern. Teilweise erfrorene Triebe wir dürfen nicht wegbrechen um Verletzungen der Beiaugen zu vermeiden. Triebe, die nur geringe Schädigungen an den unteren Blättern aufweisen und eine intakte Triebspitze besitzen dürften ohne große Beeinträchtigung weiterwachsen. Ungünstige Auswirkungen auf die Gescheinsentwicklung sind hier nicht zu erwarten. Bei Schädigungen an der Triebspitze und äußerlich intakten Gescheinen (die späteren Trauben) treiben oft die Geiztriebe aus. Dies führt im Lauf der weiteren Entwicklung zu einem erhöhten Arbeitsaufwand bei den Laubarbeiten. Außerdem entsteht hierdurch eine starke Konkurrenz für die Ernährung der Gescheine. Bei einem ausreichenden Anteil vitaler Blattmasse können sich die Gescheine weiterentwickeln. Liegt ein zu hoher Schädigungsgrad vor kommt es jedoch zur Rückentwicklung der Gescheine oder zum Verrieseln. Ein erneuter Austrieb von Beiaugen ist möglich. Diese können ohne weiteres auch fruchtbar sein. Allerdings ist mit einer Verzögerung der Entwicklung von bis zu vier Wochen zu rechnen. Da wir aber noch früh in der Vegetationsperiode sind bestehen gute Chancen, dass die Trauben aus diesem Beiaugen vollkommen ausreifen können. Hoffen wir zunächst auf das Beste, den Austrieb fruchtbarer Beiaugen und dadurch zumindest eine Teilernte.
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
Montag, 9. Mai 2011
Starke Spätfrostschäden Die günstigen Aussichten für die Winzer haben sich am Mittwochmorgen schlagartig umgekehrt. Der auftretende Spätfrost hat starke Schäden im gesamten Fränkischen Weinbaugebiet verursacht. Die bis zum 5-Blattstadium entwickelten Triebe waren den Frosttemperaturen von bis zu -3,7°C nicht gewachsen. Einem ersten Überblick nach müssen wir mit einem Ernteausfall von rund 50% rechnen. Starke Schäden zeigen sich im Maintal mit seinen Nebentälern. Unsere höher liegenden Lagen am Schwanberg sind weniger betroffen. Entgegen früheren Kalamitäten sind nicht nur Bereiche in denen sich Kaltluft sammelt (Senken, Hangfuß) oder abfließt betroffen, sondern selbst in Steillagen treten starke Schäden auf. Weitere Hinweise auf die allerorts auftretende Kaltluft sind in der Schädigung selbst der aufrecht stehenden Frostruten zu sehen. Jetzt müssen wir alle erhaltenen Triebe sichern. Teilweise erfrorene Triebe wir dürfen nicht wegbrechen um Verletzungen der Beiaugen zu vermeiden. Triebe, die nur geringe Schädigungen an den unteren Blättern aufweisen und eine intakte Triebspitze besitzen dürften ohne große Beeinträchtigung weiterwachsen. Ungünstige Auswirkungen auf die Gescheinsentwicklung sind hier nicht zu erwarten. Bei Schädigungen an der Triebspitze und äußerlich intakten Gescheinen (die späteren Trauben) treiben oft die Geiztriebe aus. Dies führt im Lauf der weiteren Entwicklung zu einem erhöhten Arbeitsaufwand bei den Laubarbeiten. Außerdem entsteht hierdurch eine starke Konkurrenz für die Ernährung der Gescheine. Bei einem ausreichenden Anteil vitaler Blattmasse können sich die Gescheine weiterentwickeln. Liegt ein zu hoher Schädigungsgrad vor kommt es jedoch zur Rückentwicklung der Gescheine oder zum Verrieseln. Ein erneuter Austrieb von Beiaugen ist möglich. Diese können ohne weiteres auch fruchtbar sein. Allerdings ist mit einer Verzögerung der Entwicklung von bis zu vier Wochen zu rechnen. Da wir aber noch früh in der Vegetationsperiode sind bestehen gute Chancen, dass die Trauben aus diesem Beiaugen vollkommen ausreifen können. Hoffen wir zunächst auf das Beste, den Austrieb fruchtbarer Beiaugen und dadurch zumindest eine Teilernte.
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
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