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Aktuelles aus unseren Weinbergen
Freitag, 30. Juli 2010 Gestern und vorgestern waren wir mit unseren Weinbergs- und Kellermeistern und der Fachberatung in den Weinbergen, um die jährlichen Ertragsschätzungen und notwendigen Maßnahmen für gute Qualitäten festzulegen. - Unsere Enttäuschung war groß. Die Trauben haben sich zwar hervorragend entwickelt, aber die Ernteaus-sichten mussten wir erneut nach unten korrigieren. Winterfrostschäden und Früh-jahrsfrostschäden, insbesondere in unserer Rotweinlage Bürgstadter Mainhölle, aber auch in anderen guten Lagen machen uns schwer zu schaffen. Im Raum Würzburg haben wir durch das schlechte Blütewetter viele und sehr große Verrieselungen, vor allem bei Riesling und Silvaner. Das schmerzt.
Andererseits haben die teils reichlichen Niederschläge (80-100 l/m²) in der vergan-genen Woche die ausgetrockneten Böden in vielen Bereichen wieder gut durch-feuchtet. Die Wuchsbedingungen für die Reben liegen somit wieder im optimalen Bereich und die Entwicklung der Beeren und Trauben wird flott voranschreiten. Durch das schnelle Wachstum sind öfters auch aufgeplatzte Beeren an den Trauben zu finden. Und das ausgerechnet heuer, wo es doch ohnehin schon so wenig gibt!
Zum Glück haben unsere Weinbergsmeister die notwendigen Pflanzenschutzmaß-nahmen noch rechtzeitig vor der Schlechtwetterphase abschließen können. Die „schauerige“ Witterung in den letzten Tagen hat eine Befahrung der Anlagen nämlich nicht zugelassen.
Auch für die kommende Woche sind wieder Niederschläge vorausgesagt und die Temperaturen bewegen sich in einem angenehm wachstumskräftigen Bereich. Daher werden wir nach ausreichender Abtrocknung der Böden die Einsaat einer Winterbegrünung ins Auge fassen, die bei den gegenwärtigen Bedingungen eine gute Startposition hat.
Einen Vorteil hat die geringe Ertragserwartung bei unseren vieljährigen Rebenkulturen: Der geringe Traubenbehang und die vitale Entwicklung unserer Bestände macht aus dem Weinjahr 2010 – ähnlich wie 2009 – ein sogenanntes „Gesundungsjahr“ zur Stabilisierung der Rebanlagen. Ausgeglichene Rebanlagen mit langen Standzeiten sind ein wichtiger Baustein für einen guten Wein.
Nach den vorgeschilderten Maßnahmen gönnen wir uns und unseren Reben noch ein paar Tage Urlaub. Die Sorge über die weitere Entwicklung der Trauben und der Reben werden wir jedoch nie ganz ablegen können.
Wir melden uns wieder!
Freitag, 09. Juli 2010 Gestern hat sich das Oberpflegamt, die Stiftungsleitung des Juliusspitals einen aktuellen Überblick in den Weinbergen verschafft.
Leider waren die Aussichten auf einen guten Ertrag schon einmal besser. Der zurückliegende verzettelte und ungünstige Blüteverlauf hat zu zahlreichen Verrieselungen, insbesondere beim Riesling geführt. Demnach haben wir unsere Ertragserwartungen zunächst einmal stark nach unten korrigiert. Jetzt gilt es die am Stock verbliebenen Beeren und Trauben zu sichern.
Der angesagte Witterungsverlauf für das kommende Wochenende ist ein Abbild des vergangenen Wochenendes. Temperaturen um 35° C sind wieder vorhergesagt. Die Wasservorräte des Bodens gehen schnell zurück. Erste vergilbte Blätter an der Triebbasis und an den jüngeren Anlagen oder an flachgründigen Standorten zeigen die angespannte Situation. Die Beeren wachsen kräftig weiter. In der kommenden Woche dürften je nach Sorte die Beeren Wicken- bis Erbsen-groß werden.
Nur regnen müsste es dringend einmal.
Dienstag, 1. Juli 2010 Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit. Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte. Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser. Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Dienstag, 15. Juni 2010 Nach ein paar heißen Tagen und einer grandiosen Entwicklung in den Weinbergen sind die Temperaturen hier in Franken wieder etwas zurückgegangen. Das Turbowachstum der Reben wird daher auf ein normales Maß zurückgehen. In unseren guten Lagen und auf einigen leichteren Böden haben wir bereits die ersten blühenden Gescheine (Fruchtstände vor der Blüte) gefunden. In den meisten Anlagen rechnen wir im Verlauf der Woche mit der Blüte. Die Wetteraussichten für das fränkische Anbaugebiet sind für die kommenden Tage jedoch sehr schwer vorherzusagen, da wir an der Grenze zwischen regnerischer Witterung im Süden und freundlicher Witterung im Norden liegen. Und ab dem kommenden Wochenende ist ein Einzug der Schafskälte nicht ganz auszuschließen. Das würde uns bei der anstehenden Blüte überhaupt nicht passen. Nun gut, daran drehen können wir ohnehin nicht.
Freitag, 21. Mai 2010 Die bisher gemessenen Temperaturen kann man nicht als der Jahreszeit angemessen betrachten, zumindest, wenn wir an die zurückliegenden Jahre denken, die uns allerdings auch reichlich verwöhnten. Die unterschiedlichen Niederschläge im Mai in Höhe von etwa 20-50 l/m² haben in verschiedenen Weinbaugemeinden die oberflächlich ausgetrockneten Böden wieder angenehm befeuchtet. Aber nach wie vor geht die Rebenentwicklung nur im Schneckentempo voran. Sorgen bereitet uns ein ungleichmäßiger Austrieb in vielen Anlagen, den die kühle Witterung noch verstärkt. Hinzu kommen Spinnmilben, Kräuselmilben oder Pockenmilben als Schwächeparasiten, die das verhaltene Wachstum noch weiter beeinträchtigen. Über die Pfingstfeiertage sind endlich Temperaturen von über 20° C zu erwarten. Uns und den Reben wird die Wärme und Sonne gut tun. Damit wird hoffentlich auch der Schneckengang bei der Rebenentwicklung enden und die Trieblängen werden normale Werte erreichen. Schwerpunktmäßig sind wir jetzt mit der Beseitigung von sog. Stockaustrieben, also Stammausschlägen, die das oberirdische Triebwachstum verzögern könnten, beschäftigt. Bei den konkreten Ausbrecharbeiten trauen wir uns vorerst nur an die guten, ertragssicheren und zuverlässigen Anlagen heran. Sollte jetzt noch ein schnelles Wachstum der Reben einsetzen, kann das Wurzelwachstum durch die noch niedrigen Bodentemperaturen nicht mithalten. Dann werden wir es wieder mit Chloroseerscheinungen, also mit Aufhellungen der Blätter und der Triebe zu tun haben. Alles in allem, bisher also ein wenig gelungener Start in einen guten Weinjahrgang. Dennoch wird uns der Optimismus nicht ausgehen. Drücken Sie uns die Daumen!
Mittwoch, 28. April 2010 In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche (21. und 22. April) ist das Thermometer im fränkischen Anbaugebiet meist auf Werte zwischen minus 2° bis minus 4° C gefallen. Am Boden haben wir teilweise Temperaturen bis minus 6° C gemessen. Knospen, die noch in der Wolle steckten, haben die tiefen Temperaturen so gut wie ohne Schädigung überstanden. Augen, die schon weiter ausgetrieben waren, zeigen, gerade in tieferen Lagen, einige Schäden. Zur Abwendung bzw. zur Minderung der Frostgefahren haben wir eine Bodenbearbeitung oder zu hohe Begrünungen in den vergangenen Tagen und Wochen vermieden. Die frühlingshaften Temperaturen in dieser Woche werden die Rebenentwicklung weiter fördern. Dann wird sich erst zeigen, welche Bereiche durch die Fröste in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zurzeit ist ein sicheres Bestimmen noch nicht möglich. Zum Glück haben wir heuer noch nicht so früh gepflanzt wie in den vergangenen Jahren. Denn die frischen und bodennahen Triebe der Rebsetzlinge sind besonders empfindlich. Trotz der kalten Nächte in der vergangenen Woche liegen wir noch voll im Normalbereich mit den derzeitigen Rebstadien der „Knospen in der Wolle“ bzw. des „Knospenaufbruchs“. Allerdings könnte es hin und wieder schon etwas Niederschläge geben, der Boden ist in den oberen Bereichen schon sehr abgetrocknet. Daher freuen wir uns auf ein angekündigtes richtig feuchtes Wochenende rund um den ersten Mai. Und zum Wochenbeginn können wir bei schönem Wetter wieder an unsere Arbeit in den Weinbergen. Sorry, - aber wir sind halt so….
Mittwoch, 14. April 2010 Nach einem langen und kalten Winter, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten, tut sich draußen in den Weinbergen noch relativ zu wenig. Die ersten drei Monate des Jahres waren einfach zu kalt und eher etwas niederschlagsschwach. Die lang andauernde Schneebedeckung hat jedoch die Verdunstung stark eingeschränkt, so dass die Böden dennoch stark mit Wasser gesättigt sind. Trotzdem freuen wir uns auch über die Niederschläge der vergangenen zwei Tage, die der Natur einen frischen grünen Glanz verleihen. Die Rebenentwicklung jedoch verläuft weiterhin noch mit angezogener Handbremse. In jungen Anlagen oder bei frühen Sorten wie Burgunder und auf schnell erwärmbaren Standorten sind die Rebenknospen schon deutlich geschwollen. Das ist aber auch schon alles. Da die Temperaturen wohl auch in der nächsten Woche noch recht verhalten bleiben, sind große Sprünge in der Rebenentwicklung daher noch nicht zu erwarten. Den Rebschnitt haben wir schon seit vier Wochen abgeschlossen. Noch einige Tage wird es dauern bis wir die Reben in allen unseren Weinbergen niedergebunden haben. Das geht bei der aktuellen feuchten Witterung sehr gut. Die Fruchtruten sind sehr elastisch, lassen sich leicht biegen und brechen dabei nicht so schnell. Besonders viel Freude haben wir mit unserem neuen Projekt „Stiftsschöpple“ im Juspi mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenstifts und des Weingutes unserer Stiftung. Von den Frühjahrsarbeiten im Weinberg über die Traubenentwicklung im Sommer und die Weinlese im Herbst bis zur Abfüllung und Ausstattung des „Stiftschöpples“ in der Kellerei im darauffolgenden Jahr helfen uns die Bewohner des beschützenden Wohnbereichs unseres Seniorenstifts in den Weinbergen. Die Patin dieses innovativen Projekts, Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat es sich nicht nehmen lassen am 19. März mit dem Rebschnitt dieses Projekt zu starten. – Tolle Stimmung, feine Sache für einen guten Zweck, - hat wirklich Spaß gemacht. Schon jetzt freuen sich die Bewohner auf ihren nächsten Einsatz, um uns zu helfen. Daher kann es uns gar nicht schnell genug gehen mit der weiteren Entwicklung der Vegetation. Schließlich sind wir aus den vergangenen Jahren schon etwas verwöhnt.
Montag, 19. Oktober 2009 Geschafft! Eine bunt geschmückte Silvaner-Fuhre mit grandiosen 105° Oechsle der Weinlage Randersackerer Marsberg war bei ausgelassener Stimmung aller Weinleser und gegen 12:00 Uhr der glänzende (vorläufige) Abschluss eines phantastischen Weinherbstes mit vielen markt- und mundgerechten Weinen. Unsere 80 Lesehelfer hatten auch noch alle Hände voll zu tun, um vor dem eintretenden Regen in unsere hochmoderne Kellerei zu fahren. "Von 27° C Mitte vergangener Woche bis hart an die Frostgrenze in den Morgenstunden der letzten beiden Lesetage war heuer die ganze Bandbreite von Temperaturen an den 21 Lesetagen drin", stöhnte Weinbergsmeister Josef Schmitt, müde, aber sehr zufrieden. Während sein Kollege Weinbergsmeister Peter Rudloff den Reifefortgang der Trauben ständig kontrollierte und die Transportkette in die Kellerei am Laufen hielt, managte Josef Schmitt die Handlese der Gruppe Würzburg. Sein Kollege Lothar Flößer war mit seiner letzten Fuhre aus dem Iphöfer Kronsberg glatte zwei Stunden früher im Ziel bzw. am Kelterhaus. "Knappe siebzig Hektoliter pro Hektar", lässt sich Kellermeister Helmut Klüpfel auf Befragen eine erste, aber dennoch knappe Ertragsschätzung entlocken, "aber der ganze Keller ist voller feinster Aromen und von einem wunderbaren Weinduft." Konkreter will Helmut Klüpfel momentan noch nicht werden, vielmehr will er erst einmal die gesamte Erntestatistik zusammenstellen. Jedenfalls lag kein Mostgewicht Im Juliusspital unter 83° Öchsle und somit waren alle Weine als Prädikatsweine geeignet, auch wenn viele Kabinettweine wieder als knackig-frische Gutsweine den Markt erreichen werden. Daher zeigte sich auch Kellermeister Helmut Klüpfel spendierfreudig beim Federweißen für die Weinleser: "Ein Superjahrgang, eine Weinlese wie am Schnürchen und ein lesefreies Wochenende vor der Tür, da gibt's für die Leut` schon mal einen Schoppen Federweißen mehr." Sprach's und schenkte den Helfern noch einmal kräftig ein. Genauere Zahlen und einen Jahrgangsbericht gibt es ab 04. November. Wir haben für edelsüße Sachen noch einige „stille Reserven“ und am besagten Tag unsere Herbstabschlussfeier für alle Kolleginnen, Kollegen und Helfer des Weingutes in der Zehntscheune unseres Juliusspitals. Dann gibt es dazu den detaillierten Jahrgangsbericht. Gedulden Sie sich, die Ergebnisse lohnen es!
Montag, 12. Oktober 2009 Mit Riesenschritten geht es dem Ende unserer Weinlese zu. Ende der Woche werden wir wahrscheinlich die letzte Fuhre in unseren Keller einfahren. Die vergangene Woche war der Qualität sehr dienlich, hat jedoch die Erntemenge noch einmal reduziert. Wir wollen nicht klagen, schließlich trösten uns hervorragende Mostgewichte, harmonische Säurewerte und völlig gesundes Lesegut über eine „eher kleinere“ Erntemenge hinweg. Die Großen Gewächse und viele andere Premiumweine wie z. B. ein hervorragender Traminer oder auch ein wunderbarer Muskateller aus der Würzburger Abtsleite haben wir bereits gesichert. Das Wetter über das Wochenende war uns etwas zu unsicher, um noch etwas zu spekulieren und Mostgewichte über 100° Öchsle sind mehr als ausreichend. Schon die Traubensäfte schmecken wunderbar aromatisch und frisch. Da kommt Vorfreude auf den späteren Wein auf.
Alle unsere Weine liegen im Prädikatsweinbereich. Natürlich werden viele davon wieder als unkomplizierte und frische Gutsweine den Weg in den Bocksbeutel finden. Das hohe Qualitätsniveau garantiert schon jetzt viel Trinkfreude und Genuss auch bei diesen "einfacheren" Weinen.
Einige kleine Partien von Silvaner und Riesling in den verschiedenen Weinbergslagen lassen wir jedoch noch hängen. Hier reizt uns das Potenzial von edelsüßen Botrytisweinen bis hin zu Beerenauslesen oder gar Trockenbeerenauslesen. Wenn einem die Natur so viel Feines beschert, darf man es nicht einfach zurückweisen und muss noch etwas spekulieren.
Wir sind zuversichtlich, dass uns auch das letzte Schnäppchen gelingen wird. War uns doch das Wetter in der Vergangenheit im Großen und Ganzen hold.
Donnerstag, 01. Oktober 2009
In der Hektik und im Stress des Lesegeschäfts hätte ich Sie fast vergessen (.. nicht wirklich!).
Knall auf Fall ging es bei uns am Dienstag, dem 08. Oktober mit der Lese los. Am vergangenen Samstag haben wir die frühen Rebsorten wie Bacchus und Müller-Thurgau mit eher unterdurchschnittlichen Mengen und mit sehr schönen Gutsweinqualitäten - alle im Kabinettbereich - eingefahren. Das Lesegut ist sehr gesund und die Säurewerte haben sich stabilisiert.
Aufgrund der anhaltend trockenen und stabilen Schönwetterlage geht die Weinlese auch mit schnellen Schritten voran. Silvanerweine gibt es nicht unter 88° Öchsle und mit aufsteigender Tendenz. Die Kellermeister stöhnen unter der schweren Pressbarkeit des Silvaners. Ein Pressendurchgang dauert bei schonender Behandlung und mit Handsteuerung etwa 4-5 Stunden.
Draußen hingegen verwöhnen trockene Bodenverhältnisse, eine wunderbare Lesewitterung mit nicht zu heißen Temperaturen und eher kühlen Nächten die Weinbergsmeister. Mit durchwegs reifen und gesunden Beständen und den angesagten weiteren zwei Wochen Schönwetter für unseren unterfränkischen Raum können die Weinbergsmeister jetzt die einzelnen Weinpartien gerade nur so herauspicken. Bei Spitzenweinen wie bei den Großen Gewächsen oder auch unseren trockenen Traminern setzen wir jetzt noch auf einen kleinen "Rosineneffekt", d. h., die Beeren verdunsten Wasser über ihre Beerenhaut. Das führt zu kleineren, schrumpeligen Beeren mit einer erhöhten Konzentration aller Inhaltsstoffe ohne Botrytispilzeinfluss. Wir hatten so etwas schon in den Jahren 1990 und 1993 und und konnten uns später an den ausgezeichnet Weinen erfreuen.
Natürlich gibt es gute Qualitäten nicht umsonst, unsere Mengenerwartungen sind bei den frühreifen Sorten leicht unterschritten und bei den mittleren Sorten, insbesondere beim Silvaner weit unter unseren Ertragsschätzungen im Sommer oder gar unmittelbar vor der Weinlese. So wollten wir es auch wieder nicht haben, aber letztendlich werden wir auch nicht danach gefragt, sondern müssen uns nach den Gegebenheiten der Natur richten.
Ein zu erwartender guter Weinjahrgang mit schönen saftigen Qualitäten bei den frühreifen Sorten und gut balancierten kräftigen Silvanern und Rieslingen wird uns dafür entschädigen. Jetzt brauchen wir nur noch gute zwei Wochen, dann ist alles unter Dach und Fach.
Zufrieden sind wir aber erst, wenn alles eingefahren sein wird, dann gehen die Sorgen um die Jungweine los. Dass die auch ja halten, was die Trauben versprochen haben. Und selbst danach kann das Weinglas auf dem Tisch noch umfallen!
Wir Winzer sind halt so.... ;-)
Dienstag, 15. September 2009 Die Reifesituation in unseren Weinbergen ist wirklich sehr erfreulich. Das ist die wichtigste Nachricht aus unserer Herbstbegehung am vergangenen Freitag. Allerdings sind einige Rebsorten noch etwas von der sog. physiologischen Reife entfernt. Der kleine Regen am gestrigen Montag hat unseren Trauben eher gut getan. Da wir auch weiterhin eine stabile Wetterlage und nur ganz kleine Störungen erwarten, ist ein überstürztes Handeln nicht notwendig. Schließlich ist der Gesundheitszustand unserer Trauben sehr gut bis ausgezeichnet. Die Bacchus-Trauben kommen langsam, aber sicher in die Reifephase.
Unsere kleine Frühburgunderjunganlage wollen wir in den nächsten Tagen lesen. Sie wiegt bereits etwa 100° Öchsle. Wirklich eine hervorragende Ausgangssituation für einen fruchtigen Burgunder der feinen und eleganten Art.
Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Durch die geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen sind die Beeren noch relativ trocken und die Fruchtfleischauflösung erfolgt nur sehr zögerlich. Das bedeutet für uns zwar sehr gute Qualitäten, aber eben auch einen geringeren Ertrag.
Letztendlich sind wir zuversichtlich. Selten haben wir so schöne, einheitliche Reife und gesunde Trauben in dieser Bandbreite gesehen.
Mittwoch, 02. September 2009
In den vergangenen Wochen hatten wir einen geradezu rasanten Reifezuwachs der Beeren. Bei manchen Rebsorten sind die Öchsle innerhalb einer Woche um sage uns schreibe 10°-15° gestiegen und die Säurewerte haben stark abgenommen. Das spricht für eine frühe Lese, die sich jedoch im Juliusspital noch bestimmt 14 Tage hinziehen wird. Schließlich ist die physiologische Reife der Trauben noch nicht erreicht. Wegen des allgemein guten Gesundheitszustandes der Trauben sind wir guter Dinge und erwarten wieder einen sehr hochwertigen Jahrgang mit reifen Aromen und großer Bekömmlichkeit. Die vor uns liegenden und angekündigten gemäßigteren Temperaturen - insbesondere die kühleren Nachttemperaturen werden uns bei der Aromabildung in den Beeren unterstützen. Nun hoffen wir auch, dass die angekündigten Niederschläge in den nächsten Tagen nicht zu üppig ausfallen werden. Ein bisschen Regen können wir durchaus schon wieder vertragen. Allerdings bitte nicht zu viel! Mit konkreten Öchslewerten möchte ich Sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht belasten, sie schwanken von Weinbergsparzelle zu Weinbergsparzelle zu sehr und werden sich in den nächsten Wochen noch stark verändern. Nach den Ferien werden wir uns nun wieder verstärkt und öfter zur aktuellen Berichterstattung melden. Bleiben Sie dran, es sieht wirklich sehr gut aus!
Donnerstag, 23. Juli 2009 Gestern und vorgestern waren wir für die ersten konkreten Ertragsberechnungen in den Weinbergen. Die Herren Kellermeister waren auch dabei, um ja nichts anbrennen zu lassen. Mit 80-100 mm pro m² Regen bisher im Juli sind die Böden weiterhin gut durchfeuchtet. Die Reben wachsen zügig weiter, auch wenn die Temperaturen in der Vergangenheit nicht besonders sommerlich waren. Unseren notwendigen Pflanzenschutz haben wir gerade noch einmal so hin bekommen, damit die Reben für weitere Niederschläge, so wie gerade jetzt ein Gewitter, geschützt sind. In den meisten Anlagen ist der Traubenschluss erreicht, das heißt, die Beeren sind so groß, dass sie dicht beieinander liegen und das Stielgerüst nicht mehr zu sehen ist. Der Traubenbehang ist nach unseren Berechnungen für eine leicht unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Ernte gut. Nur ganz vereinzelt müssen wir Traubenkorrekturen vornehmen, um die Qualität zu sichern. In die Traubenberechnung fließen Stockzahl pro Hektar, Traubenanzahl, Beere pro Traube und schließlich das geschätzte Beerengewicht ein. Mit einigen Wiederholungen pro Weinbergsparzelle bekommt man dann schon einen guten Überblick über die aktuelle Situation. Die Trauben sind gleichmäßig in der Laubwand verteilt und unsere Weinbergsmeister haben die Traubenzone bereits schön entblättert. Damit können die Trauben gegen Botrytis-Pilz, Essigfäule und sonstige Attacken gut abhärten. Bei guter Witterung haben unsere Weinberge auch wieder richtig schön Farbe bekommen, nachdem die Chlorose vor wenigen Wochen noch etwas zu sehen war. Bis jetzt sind wir sehr zufrieden, aber wir fürchten mit den angekündigten starken Niederschlägen auch Hagelschäden oder auch Abschwingungen in unseren Weinbergen. Daher sind wir jetzt mit der Bodenbearbeitung ganz vorsichtig, auch wenn unsere Weinbergsmeister schon mit der Einsaat der Winterbegrünung spekulieren. Trotz eher mäßiger Witterung in den vergangenen zwei bis drei Wochen liegen wir z. Zt. etwa sieben Tage vor dem langjährigen Durchschnitt. Das hat uns selbst überrascht.
Drücken Sie uns daher die Daumen für die weitere Entwicklung unserer Trauben und Beeren.
Mittwoch, 01. Juli 2009 Der Juni verabschiedete sich mit schwülwarmer Witterung. Aber nun sind auch wieder Gewitter möglich. Wie unterschiedlich die Regenmengen ausfallen können, hat das vergangene Wochenende mit Niederschlägen von 0 l/m² in Randersacker bis zu 28 l/m² in Iphofen gezeigt. Die sehr wuchsfreudigen Bedingungen sorgen für eine schnelle Beerenentwicklung und ein kräftiges Geiztriebwachstum. Schwülwarme Witterung und heftiges Wachstum sind leider auch immer beste Voraussetzungen für einen Pilzbefall, z. B. Peronospora oder Oidium. Die Verrieselungsschäden an unseren Trauben können wir noch nicht ganz abschätzen. Die Unterschiede innerhalb der Anlagen und des einzelnen Stocks sind enorm. Mehr noch stören uns die unterschiedliche Entwicklung der Beeren vom Beginn der Fruchtbildung (Ende der Blüte) bis hin zu Erbsengröße. In unserer Paradelage, dem Würzburger Stein, haben wir in den heißesten Standorten schon den Beginn des Traubenschlusses. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Beeren schon eng aneinander liegen. Trotz großem Arbeitsanfall müssen jetzt unsere Winzermeister mit dem Befahren der noch feuchten Böden vorsichtig und vernünftig sein. Dies gilt vor allen Dingen in den schwereren und tonreichen Böden mit noch etwas mehr Feuchte. Schließlich wollen wir die Chlorose in den nächsten Jahren durch verdichtete Böden nicht noch mehr fordern. Fragen Sie uns jetzt bitte nicht nach den Ertrags- und Qualitätserwartungen. Um darüber eine vernünftige Aussagen treffen zu können wird noch viel Wasser den Main hinunter fließen. Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
Dienstag, 16. Juni 2009
Die endlich wärmeren Temperaturen, insbesondere am Wochenende haben den Fortgang der Blüte bzw. die Beerenentwicklung beschleunigt. Heute noch, dann ist auch bei den späten Sorten die Blüte so weit durch. Teilweise haben unsere Beeren schon die Größe von Stecknadelköpfen. Der ungleichmäßige Entwicklungsstand der Fruchtanlagen - die Blüte hat sich durch die verhaltene Witterung vor etwa acht Tagen ziemlich lange hingezogen - könnte im Herbst zu einer etwas ungleichen Reifung der Beeren in einer Traube führen. Das haben wir nicht so gerne.
Positiv sehen wir dagegen die leichte Traubenverrieselungen. Darunter verstehen wir vereinzelt abgeworfene Beeren in der Traube. Dadruch gibt es keine gravierenden Ertragsverluste, sondern nur eine lockere und damit gesündere Traube während der Reifephase. Sie erinnern sich, unser Ziel lautet: Nur physiologisch reife und gesunde Trauben dürfen ins Kelterhaus.
Da die Blüte im langjährigen Mittel liegt, rechnen wir heuer nicht mit einem sehr frühen Start der Weinlese und hoffen auf Ende September. Aber bis dahin kann sich ja noch viel tun.
Das Wachstum der jungen Triebe ist sehr kräftig, da die zurückliegenden guten Niederschläge den Wachstumsmotor immer am Laufen hielten. Zum Glück haben wir auch viel weniger gelbe Rebstöcke (Chlorose) als im Vorjahr 2008.
Die guten Wachstumsbedingungen halten natürlich unsere Winzerinnen und Winzer auf Trab. Jetzt geht es an das Gipfeln des überständigen Laubs, an die Ertragsregulierung und natürlich an das ständige Mulchen, d. h. Abmähen der Begrünungen.
Bei den schwül-warmen Temperaturen der letzten Tage dürfen wir auch den Pflanzenschutz nicht vergessen. So wenig wie möglich - und gerade so viel wie nötig. Schließlich ergeben nur gesunde Trauben letztendlich einen guten Wein.
Und insgesamt darf es jetzt ruhig wieder ein bisschen wärmer werden....
Sagen Sie jetzt aber bitte nicht gleich wieder: „Den Winzern kann man es nie recht machen.“
Freitag, 29. Mai 2009 Die angenehmen Temperaturen am vergangenen Wochenende haben unsere Reben gut vorangebracht. Die Abkühlung ab Wochenmitte und die kommenden kühlen Nächte bremsen die weitere Rebenentwicklung etwas ab. Und dennoch sind an ganz besonders warmen Standorten, z. B. an den Weinbergsmauern die ersten Blütenkäppchen schon abgeworfen. Jetzt werden aus den sog. "Gescheinen", das sind die Fruchtstände der Weinrebe vor der Blüte, Trauben (nach der Blüte). Die Hauptblüte wird etwa ab Mitte bis Ende nächster Woche einsetzen. Das ist etwas später als im vergangenen Jahr, liegt aber noch leicht vor dem langjährigen Blühbeginn, etwa in der zweiten Junidekade. Diese Entwicklung kommt uns sehr gelegen, weil wir dann nicht zu früh mit der Weinlese starten müssen.
Die kühlen Temperaturen sind auch der Pilzentwicklung nicht förderlich, so dass zur Zeit keine große Gefahr von Infektionen droht. Die geringen Niederschläge Anfang der Woche haben zwar nicht viel gebracht, aber wir haben wenigstens auch keine Unwetterschäden.
In dieser entspannten Situation kommen wir auch bei unseren Laubarbeiten gut voran.
Wir halten Sie auch weiterhin auf dem Laufenden.
Dienstag, 19. Mai 2009 Die kühle Witterung der vergangenen Woche hat das Rebenwachstum gebremst. Außerdem haben die kräftigen Niederschläge der vergangenen Tage die Böden tiefgehend durchnässt. Damit war die Befahrbarkeit der Anlagen in vielen Fällen nicht gegeben, um starke Strukturschäden, also Verdichtungen im Boden zu vermeiden. In einigen Anlagen, vor allen Dingen bei unseren Burgundern, sind einige Augen in der Entwicklung etwas zurückgeblieben. Vielleicht hatten wir doch etwas Winterfrostschäden. Aber der Ausfall wird unser Ertrags- und damit auch unsere Qualitätsziele nicht gefährden. Die Eisheiligen mit dem Abschluss der "kalten Sophie" am 18. Mai sind spurlos an uns vorüber gegangen. Im Übrigen vermuten wir die gefährlichen Eisheiligen auch nicht mehr wie früher Mitte Mai, sondern bereits in der letzten Aprildekade.
Mit dem Ausbrechen der Doppeltriebe und der überzähligen Knospen sind wir sehr gut vorangekommen und können uns bei dem erwartenden starken Wachstum der Triebe voll den anschließenden Laubarbeiten widmen. Frühsommerliche Temperaturen und das hohe Wasserangebot der Reben werden in den nächsten Tagen das Wachstum stark forcieren. Das bedeutet viel Arbeit.
Mit dem großen Wachstum ist ein hoher Bedarf am Mikronährstoff Eisen notwendig, damit die Weinberge nicht wieder so gelb werden (Chlorose) wie im Vorjahr. Hoffentlich klappt alles so wie wir uns das gedacht haben.
Die frisch gepflanzten Junganlagen am Randersackerer Marsberg und am Iphöfer Domherr haben einen guten Start und freuen sich ebenfalls auf warme Temperaturen.
Mittwoch, 06. Mai 2009 Die Reben haben einen mächtigen Satz nach vorne gemacht. Mittlerweile sind vier bis sieben Blätter an den jungen Trieben entfaltet. Die Niederschläge in der vergangenen Woche hätten ruhig etwas ergiebiger sein dürfen, aber wir wollen nicht unzufrieden sein. Weiterhin ist mit einem zügigen Wachstum zu rechnen. In nicht Spätfrost gefährdeten Anlagen haben wir mittlerweile die Frostruten entfernt.
Der Fruchtansatz ist einerseits erfreulich hoch, andererseits bedeutet dies für uns Mehrarbeiten in den Weinbergen, um die Qualität zu sichern und zu fördern. Zu diesem Zweck entfernen unsere Winzerinnen und Winzer mit geschickten Händen sog. Doppeltriebe, also Augen, aus denen zwei Triebe gleichzeitig ausgeschlagen haben. Neben der Qualitätssteigerung bedeutet dies gleichzeitig eine schöne Laubwandverteilung und somit einen gesunden Laub- und Traubenbestand in späteren Zeiten.
Etwas sorgenvoll schauen wir jeden Tag unsere jungen Triebe an. Wir fürchten, dass die im Vorjahr aufgetretenen massiven Chloroseschäden (Vergilbung der Blätter und Triebe) erneut greifen könnten. Gerade den Silvaner hat es im letzten Jahr und insbesondere auf unseren Muschelkalk-Standorten kräftig erwischt. Deshalb lassen wir jetzt gerne unsere Begrünungen etwas höher wachsen, denn die Wurzel dieser sog. Gründüngung sorgen gleichzeitig als Grobporenvolumen für eine spätere gute Durchlüftung des Bodens.
Ob das Konzept aufgeht, wissen wir nicht, aber lieber etwas getan als tatenlos zugesehen. Alles im allem schauen wir zuversichtlich in das neue Weinbaujahr 2009.
Mittwoch, 22. April 2009 Es geht los! Lange genug haben unsere Winzerinnen und Winzer draußen in den Weinbergen auf eine günstige Witterung warten müssen. Sogar der März blieb mit tiefen Nachttemperaturen und nur ganz wenig frühlingshaften Tagestemperaturen hinter seinen Erwartungen zurück. Das Blatt wendete sich jedoch schlagartig am 01. April und eine sonnige, milde bis teilweise sehr warme Großwetterlage ließ die Weinberge ergrünen. 20°-25° C bescherten uns nicht nur ein wunderschönes Osterwetter, sondern den Reben auch eine zügige Entwicklung.. Die reichlichen Niederschläge zwischen 30 bis 45 l/m² am vergangenen Wochenende haben die Bodenwasservorräte wieder gut gefüllt und werden unter unseren Begrünungen lange ausreichen. Wochenend-Regen haben wir besonders gern: Da hält uns der Regen nicht von der Arbeit im Weinberg ab, und am Wochenanfang geht es bei schönen Temperaturen wieder voll zur Sache. – Sorry, aber wir sind halt so.....! Die meisten unserer Rebanlagen befinden sich bereits im Drei-Blatt-Stadium, und "schimmern" bereits grün aus den Weinbergen. Das ist ein gutes Zeichen und ein Beleg für einen frühen Vegetationsbeginn. Die Witterung soll in dieser Woche sonnig und frühlingshaft - allerdings mit kühlen Nächten - bleiben. Eine ähnlich rasante Entwicklung wie in den vergangenen 14 Tagen wird es also nicht geben. Der bisherige Knospenaustrieb zeigt, dass die angenommenen Schädigungen durch den Winterfrost nicht so stark waren, wie wir ursprünglich einmal befürchtet hatten. Augenausfälle konnten wir kaum beobachten. Das freut uns natürlich. Wir gehen davon aus, dass uns die gefürchteten Eisheiligen mit ihren Spätfrösten verschonen und daher werden wir in den nächsten Tagen die sog. "Frostrute" als Reserve für mögliche Augenausfälle an den Fruchtruten entfernen. Das Restrisiko von Nachtfrösten erscheint uns angesichts der hohen Bodentemperaturen und der anhaltend guten Witterung eher gering. Außerdem befürchten wir, dass wir bei einer weiteren Turbo-Entwicklung der Reben mit unseren Arbeiten am Rebstock nicht mehr nachkommen könnten. Es gibt also viel zu tun für unsere Leute, und die packen´s an....! Ihr Weinbau-Team aus dem Juliusspital
Donnerstag, 22. Januar 2009
Zu Jahresbeginn und bis Mitte Januar hatte Väterchen Frost Franken fest im Griff. In den letzten Wochen zeigten die Thermometer Temperaturen zwischen minus 18° C und minus 22° C in unseren Weinbergen an. In der Regel vertragen unsere Reben bis zu minus 18° C ohne nennenswerte Schäden. Neben der Temperatur sind die Rebsorte, der Wuchs- und der Reservezustand des Stocks entscheidend. Auch wie schnell und mit welcher Feuchtigkeit die Kälte auf die „Augen“, also die Rebenknospen einwirkt ist von Bedeutung.
Erste Augenschnitte haben ein sehr unterschiedliches Bild gegeben: Von Null-Schäden bis hin zu Ausfällen von 30 % der Hauptaugen berichten uns unsere Weinbergsmeister. Darauf müssen wir mit unserem anstehenden Rebschnitt reagieren. Deswegen müssen wir bei empfindlichen Rebsorten, wie z. B. dem Silvaner in jedem gefährdeten Weinberg einige Hauptaugen zur Probe aufschneiden, um zu sehen, ob der darin liegende Vegetationspunkt mit den Traubenanlagen braun, also geschädigt oder noch grün und damit gesund ist.
Die Gefahr von weiteren Frösten ist ohnehin nicht ganz auszuschließen und deshalb belassen wir bei frostgefährdeten Weinbergen immer eine Reserve-Rute (Frostrute) zusätzlich.
Nach und nach kehren auch unsere Weinbergsmeister und unsere Winzer in die Weinberge zurück, um nun den Rebschnitt fortzusetzen. Längere Tage, ein helleres Licht und hier und da schon ein aufmunterndes Vogelzwitschern machen wieder richtig Lust auf die bevorstehende Saison. Viele Spaziergänger und Wanderer genießen schon in diesen Tagen unsere Weinberge mit den höheren Wärmewerte und die gute Sicht auf eine wunderschöne fränkische Weinlandschaft mit Dörfern, in denen sich die Winzer schon wieder auf Ihre Arbeiten im Grünen freuen.
Mittwoch, 22. Oktober 2008 Geschafft - Jede Stunde zählte! Zum regelrechten Endspurt mit viel Handarbeit im Steilhang der Würzburger Inneren Leiste steigerte sich die Weinlese zu guter Letzt, um noch rechtzeitig gestern, am Dienstag, 21. 10. 2008 um 14.00 Uhr, vor der herannahenden Schlechtwetterfront die wertvollen Riesling-Trauben mit 88° Öchsle einzufahren. Gerade noch am vorausgegangenen Donnerstag hatten unsere Lesehelfer mit Schauern schwer zu kämpfen und mussten deshalb pausieren. Umso mehr strahlten daher die Gesichter der verantwortlichen Winzer- und Kellermeister, dass nun mit ca. 62 hl pro Hektar auf den 130 Hektar Ertragsrebfläche der Stiftung eine zwar kleine, aber piekfeine Ernte mit bester Sortierung eingefahren wurde. Von den frischen, pikanten Schoppenweinen, insbesondere beim Müller-Thurgau über gut balancierte Kabinettweine bis hin zu phantastischen Spätlesen oder gar den Großen Gewächsen war heuer wirklich alles dabei. Freilich mussten die Winzer dieses Ergebnis das ganze Jahr hindurch den Weinbergen abringen. Das sehr saubere und vollreife Lesegut ist aber wieder die beste Basis für fruchtige und kräftige Weine, die in den nächsten Wochen überwiegend fränkisch trocken ausgebaut werden. Hilfreich waren auch die kühlen Lesetemperaturen und das gesunde Lesegut im Keller. Ein sehr schöner Gärverlauf verspricht wieder sehr reintönige und belebende Weine. Besonders beeindruckt sind unsere Kellermeister um unseren Chefönologen Benedikt Then von den spätreifen Rebsorten wie Silvaner, Riesling und Burgunder, die sich ausschließlich für Prädikatsweine qualifizieren. Jetzt kehrt wieder etwas Ruhe in die Weinberge ein. Das sich verfärbende Herbstlaub zeigt unverkennbar den Abschluss der Vegetationsperiode 2008 an. Nur noch hin und wieder fahren unsere Weinbergsschlepper für die notwendige Winterbodenbearbeitung durch die Rebzeilen. Einige Parzellen alter und abgetragener Weinberge roden wir, um sie für die nachfolgenden Junganlagen vorzubereiten. Dann dürfen sich die Böden unter einer sog. Brache, also unter einer Begrünung ohne Weinreben etwas ausruhen, damit sie wieder gut gestärkt für die nächste Rebengeneration sind. So funktioniert das bei uns in der Stiftung nun schon seit 432 Jahren!
Mittwoch, 09. Oktober 2008 Die Pferde saufen wieder – die Oechsle laufen wieder! Rund 80% der Ernte haben wir nun eingebracht. Das Wetter ist bis auf weiteres tro-cken und warm vorausgesagt, somit sind sehr gute Bedingungen für eine weitere Mostgewichtsentwicklung gegeben. Bei intakter Laubwand hoffen wir noch auf einen kleinen Oechsle-Sprung übers Wochenende. Das Säuregerüst der spätreifen Sorten wie Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder, ist noch sehr gut. Teilweise haben wir schon Top-Lesegut im hohen Premium-Bereich einfahren können. Und da sind noch Reserven drin! Auch die Voraussetzung für eine schöne Botrytis für ein edelsüßes Finale, insbesondere bei Rieslaner, Silvaner und Riesling ist gegeben. Wir pokern weiter. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch. Die Erntemenge wird 15 – 20% unter der Letztjährigen des Juliusspitals liegen. Das tut schon ein bisschen weh. Dafür haben wir jedoch piekfeine Qualitäten, die schon jetzt sehr viel Freude im Keller machen. Wir berichten weiter .......
Mittwoch, 01. Oktober 2008 Sauwetter zur Halbzeit! Mit aller Kraft haben wir jetzt gut die Hälfte unserer Ertragsrebfläche von immerhin ca 130 ha eingefahren. Es hätte ruhig so weitergehen können wie bisher, aber das Tiefdruckgebiet mit nasskalter Witterung zwingt uns jetzt zum Pausieren. Mit dem bisherigen Ergebnis können wir sehr zufrieden sein. Mehr als 90 % der frü-hen Rebsorten liegen im Prädikatsweinbereich und versprechen herzhafte, frische Schoppen. In den nächsten Tagen werden wir die Rotweine mit unseren Premium-Spätburgundern abschließen. Rotweine haben sich heuer sehr gut geschlagen. Wie bereits vor 10 Tagen angekündigt, glänzt der Silvaner mit Qualitäten von Kabi-nett an aufwärts. Allerdings muss man sich diese Erfolge mit einer selektiven Lese und mit einer großen Risikobereitschaft erarbeiten und erkämpfen. Nur gesunde Trauben kommen in den Leseeimer - natürlich. Die goldgelben Beeren zeigen eine schöne Reife und sind sehr schmackhaft. Die Säurewerte sind sehr ausgeglichen. Unsere vorweg gelesenen Weißen und Grauen Burgunder liegen bei 92° Öchsle und mehr. Das ergibt kräftige, nachhaltige und mineralstoffreiche Kabinettweine als „kleine Brüder“ der Großen Gewächse. Und jetzt geht es ans Eingemachte: Die ersten Silvaner Großen Gewächse haben wir schon gesichert. Wir fahren beim Lesetermin für diese Qualitäten gerne zweigleisig, um bei dem enormen Arbeitaufwand und den geringen Erträgen das Risiko der Leseentscheidung in Grenzen zu halten. Die zweite Ernte unseres Sauvignon Blancs aus Retzstadt haben wir gestern mit ei-ner pikanten Säure und mit einem Mostgewicht von 95° Öchsle eingefahren. Die Trauben riechen angenehm nach frisch gemähter Wiese und frischem Heu. Heuer profitiert das Juliusspital ganz besonders vom weit gestreuten Lagenbesitz von Bürgstadt am Untermain bis nach Iphofen am Steigerwald. Letzterer wird wohl heuer der Gewinner im Wettbewerb der spitalsinternen Weinberge sein. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, und knapp die Hälfte der Trauben unserer Flächen hängen ja noch draußen. Nach einigen stressigen Tagen wird es wohl im Kelterhaus etwas ruhiger zugehen. Das anziehende Tiefdruckgebiet wird uns wohl erst wieder am Wochenende in die Weinberge lassen. Bis dahin können unsere Kellermeister etwas Schlaf nachholen oder vorschlafen für die „nächste Welle“. Bei unserer nächsten Berichterstattung können wir Ihnen vielleicht schon etwas über die ersten Müller-Thurgau-Weine erzählen. Es duftet bereits wunderbar im Keller. Bleiben Sie uns treu! Wir informieren Sie aus erster Quelle!
Freitag, 19. September 2008 Die Weinlese hat begonnen! Seit vergangenem Dienstag, 16. September sind wir ganz vorsichtig in die Weinlese eingestiegen. Ursprünglich wollten wir ja noch etwas schneller sein, aber einerseits haben uns die Niederschläge am vorausgegangenen Wochenende einen Strich durch die Rechnung gemacht und andererseits helfen uns jetzt die kühlen Nachttemperaturen und die sonnigen, hellen Tage bei der Abtrocknung der Traubenbestände und bei der nun etwas langsamer voranschreitenden Traubenreife. Unsere aufwändigen Vorarbeiten haben sich bei den Frühsorten gelohnt. Goldgelbe Müller-Thurgau und Bacchustrauben im hochwertigen Qualitätsweinbereich und leichten Kabinettbereich versprechen gefällige, blitzsaubere und fruchtige Weine zum „Schöppeln“ oder im Einstiegsbereich. Aber wir wollen mehr: Daher zögern wir noch etwas mit dem weiteren Fortgang der Lese und lassen gerade unsere Kabinettqualitäten der frühen Sorten, z. B. Müller-Thurgau noch übers Wochenende hängen. Das gibt eine zusätzliche physiologische Reife und vielleicht hier und da noch das eine oder andere Grad Öchsle mehr. Anfang nächster Woche geht es dann in die Vollen. Und wenn uns das Wetter zur Seite steht, werden wir bis Mittwoch mit den frühreifen Sorten fertig sein und bereits schon den einen oder anderen Rotwein im Keller haben. Apropos Rotwein: Als ersten Ertrag („Jungfernwein“) haben wir bereits im Volkacher Karthäuser einen Frühburgunder mit ca. 100° Öchsle lesen können. Natürlich ist die Menge klein, aber die Farbdichte und das supersaubere Lesegut lassen ein feines „Versucherle“ erwarten. Große Hoffnungen setzen wir in den Silvaner, unserem Paradepferd. Der liegt nämlich in den Mostgewichten bereits höher als die frühreifen Rebsorten und die noch recht pikante Säure zeigt, dass wir hier noch einige Reserven haben. Unsere Kellermeister Benedikt Then und Helmut Klüpfel wagen sogar noch einen Schritt weiter: „Bei Silvaner, Riesling und Weißburgunder darf unter Kabinettqualitäten uns nichts in den Keller kommen!“ Die vergangenen Niederschläge am Freitag und am Samstag waren wohl die letzten Ausläufer vom Tief Gustav. Mittlerweile beobachten wir die weitere Entwicklung der Tiefausläufer, die uns der Hurrikan Hanna und später Eyk wohl über kurz oder lang ins Land schicken werden. Mehr Zeit hab` ich jetzt nicht für Sie, - ich muss jetzt wieder raus! (hoko)
Freitag, 05. September 2008 Wir haben Ihnen auch mit unseren Informationen aus unseren Weinbergen eine kleine Ferienpause gegönnt. Auch dort ist es in den letzten Wochen etwas ruhiger geworden. Maßnahmen zur Verbesserung der Bestandshygiene wie z. B. Trauben entfernen, Entblättern und damit Trauben frei stellen sowie das Einkürzen unnötiger Nebentriebe waren die vorläufig letzten Arbeiten vor der Weinlese. Durch die Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen ist auch die Trockenheit gewichen. Die Trauben haben an Größe und natürlich an Mostgewicht (° Öchsle) zugelegt. Schon jetzt sind die Aromen der frühreifen Rebsorten wie Müller-Thurgau und Bacchus aber auch der Silvaner in den besten Lagen gut schmeckbar. Allerdings ist das Fruchtfleisch noch nicht genügend in den Saft gegangen und die Beerenhäute sind noch etwas zu dick. Sie schmecken noch etwas „pelzig“. Die angesagte Witterung mit mäßig warmen Tagen und eher kühlen Nächten ist gut für die Trauben. Kühlere Temperaturen und helle Tage zur Zeit der Aromenbildung kurz vor der Lese sind nämlich sehr vorteilhaft. Wenn es regnet, sollte möglichst kompakt regnen, so dass die Laubwand und die Trauben auch bald wieder abtrocknen können. Im Boden gehen mittlerweile die Einsaaten für die Winterbegrünung langsam auf. Sie sind eine gute Voraussetzung für die Humusbildung und die organische Verbauung in den Böden. Vielleicht werden wir in der nächsten Woche mit unserem Frühburgunder aus dem Volkacher Karthäuser beginnen. Die anderen Sorten werden wohl eine Woche später folgen. Aber jetzt kommt die spannende Zeit, wo morgen schon alles wieder anders sein kann als heute. Drücken Sie uns die Daumen!
Donnerstag, 24. Juli 2008
Trotz der Trockenheit geht die Rebenentwicklung weiter. Erste Verfärbungen bei Rotweinsorten wie Regent und Spätburgunder und glasige Beeren beim Weißwein konnten wir schon beobachten. Da keine nachhaltigen Niederschläge zu erwarten sind, müssen wir jetzt unsere Weinberge von überzähligen Trauben weiter entlasten, um sie nicht zu sehr dem Trockenstress auszusetzen. Zum Glück hat sich die Chlorose etwas gebessert. Aber so wie heuer ist sie noch nie aufgetreten. Diese Eisenmangelerscheinung geht wahrscheinlich auf den feuchten Winter und die anschließende, sehr wüchsige Witterung im Frühjahr und im Sommer zurück. Hoffentlich sind die Anlagen nicht nachhaltig geschädigt. Mit unserer gestrigen Weinbergsbegehung haben wir unsere Qualitäten, unsere Ertragsziele und die Weinstile festgelegt. Wir haben dabei alle ertragsbestimmenden Faktoren wie Traubenanzahl, Beerenanzahl pro Traube, und das wahrscheinliche Beerengewicht der einzelnen Rebsorten und Weinbergslagen stichpunktartig gemessen und auf den Weinberg hochgerechnet. - Klingt zwar kompliziert und ist sehr arbeitsaufwändig, klappt aber sehr gut und hat sich sehr bewährt. Hoffentlich kommt bald ergiebiger Regen.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Der Hochsommer scheint in den kommenden Tagen zunächst einmal vorüber zu sein. Nur in den jüngeren Anlagen zeigen sich die ersten Auswirkungen eines Wasserdefizits. Auf der anderen Seite wünschen wir uns jetzt eine etwas langsamere Entwicklung der Trauben, damit wir keine zu frühreife Entwicklung haben werden.
In Anbetracht der fortschreitenden Entwicklung der Trauben (Traubenschluss) beginnen wir jetzt mehr und mehr mit dem Ausdünnen in den Rebanlagen. Insbesondere die lockerbeerigen Rebsorten dünnen wir jetzt schon aus, da wir hier nicht mit einem Aufplatzen von Beeren durch Abquetschen während der Reife rechnen müssen. Mit den dichtbeerigen Trauben warten wir lieber noch etwas.
Zur Entlastung unserer Rebanlagen und zur Steigerung der Qualität entfernen wir insbesondere die übergroßen Trauben am Ende einer Rebe. Mit allen laufenden Arbeiten wie Gipfeln, Entblättern, Mulchen der begrünten Rebgassen sind wir gut dabei. Nur etwas Regen könnten wir jetzt gut gebrauchen.
Freitag, 27. Juni 2008 Die Triebe und Beeren wachsen in den meisten Weinbergen sehr stark. Nur bei jüngeren Anlagen und etwas flachgründigeren Böden ist die Austrocknung zu spüren. Die gewittrigen Niederschläge der letzten Tage haben sehr unterschiedliche Regenmengen zwischen 0 und ca. 22 mm gebracht. Die Beeren sind in den günstigen Standorten schon so weit gewachsen, dass die Trauben „in den Hang gehen“. Das heißt, die vorher aufrecht an den Reben stehenden Fruchtansätze haben sich durch das zunehmende Gewicht der Beeren gedreht und hängen jetzt an den Reben. Je nach weiterem Witterungsverlauf rechnen wir bald mit Traubenschluss. Dann sind die Beeren etwa so groß wie Wicken oder kleine Erbsen. Alles in allem liegen wir noch sehr gut in der Zeit. Es ist noch alles drin. Bleiben Sie dran!
Dienstag, 17. Juni 2008 Leider haben nur einige unserer Weinberge in den vergangenen Tagen etwas Was-ser bekommen. Die Reben wachsen zügig weiter, auch wenn die Temperaturen kurz vor dem offiziellen Sommeranfang noch nicht sehr sommerlich sind. In den meisten Anlagen ist das Stadium „abgehende Blüte“ überschritten und die Fruchtknoten fangen an zu wachsen. Erst jetzt sprechen wir von Trauben. Vorher waren es noch Gescheine. Einige Fruchtstände, die noch in der Blüte stecken, werden durch die Abkühlung wohl etwas verzögert abblühen. Die vermehrten Geiztriebe (Seitentriebe der Reben) im Bereich der Traubenzone müssen wir jetzt ausbrechen und die Laubwand richten. Das fördert eine gute Durchlüftung und die Abtrocknung sowie die Belichtung der Traubenzone. Außerdem bedeutet dies ein vorsorgender Pflanzenschutz, eine Abhärtung der wachsenden Beeren und damit ein Schutz vor dem Sonnenbrand.
Dienstag, 10. Juni 2008 In den frühen Lagen (Stein) und bei frühen Sorten (Müller-Thurgau) ist die Blüte so gut wie abgeschlossen. Die meisten anderen Weinberge werden wegen der sommerlich warmen Tage dieses Stadium bis Ende der Woche erreicht haben. Somit dürfte die Blüte rechtzeitig vor der stärkeren Abkühlung („Schafskälte“) in der zweiten Wochenhälfte beendet sein. In Randersacker und in Bürgstadt hatten wir genügend Regen (leider teilweise auch mit Hagel). Alle anderen Weinlagen leiden mehr und mehr unter Trockenheit. Laubarbeiten haben noch immer Vorrang. Schließlich gehört eine schöne, gepflegte und gut durchlüftete Laubwand zu den wichtigsten Qualitätsparametern für ein gesundes und gleichzeitig reifes Lesegut.
Montag, 02. Juni 2008
In Bürgstadt und in Thüngersheim hat es uns erwischt. Am Wochenende haben heftige Gewitter in Bürgstadt und in Thüngersheim zum Ab-schlagen von Trieben und Gesteinen geführt. Besonders getroffen hat es unsere Mainhölle in Bürgstadt, wo innerhalb von 30 Minuten ca. 45 l Regen pro m² gefallen sind. Taubeneigroße Hagelkörner haben ca. 30-40 % aller Triebe abgeschlagen und die Ertragsaussichten damit deutlich reduziert. Nicht weniger schlimm sind die gro-ßen Abschwemmungen bzw. Erosionsschäden in den Weinbergszeilen. Die restlichen Weinberge wurden meist nur von starken Sturmböen heimgesucht, die an druckempfindlichen Sorten viele Triebe abbrechen ließen. Auch in dieser Woche muss mit starken gewittrigen Niederschlägen gerechnet werden. Sicher, wir wollten ja Regen, aber bitte doch nicht so.....
Freitag, 30. Mai 2008 Sowohl die heißen Tages- als auch warme Nachttemperaturen lassen die Rebtriebe sichtbar wachsen. Die Wasserversorgung aus dem Unterboden ist zum Glück noch gesichert. Allerdings brennen unsere Gründüngungseinsaaten zusehends aus. Gravierende Änderungen an der weiteren Temperaturwicklung erwarten wir nicht. Dabei könnten wir ein kleines Gewitter – natürlich ohne Abschwemmschäden und Hagel jetzt gut gebrauchen. Den Blütebeginn erwarten wir in ca. eineinhalb Wochen. Hier und da haben wir auch gelbe Rebstöcke in unseren Weinbergen. Das liegt an dem sehr großen Wachstum der Triebe. Die Wurzeln im Boden kommen für die Aufnahme von Eisen nicht in dem Maße mit, wie oben die Triebe durch die gute Witterung „davonwachsen“. Ja, auch das soll es geben. Aus dem heißen Franken grüßt Sie Ihr Weinbau-Team des Juliusspitals
Montag, 19. Mai 2008 Mittlerweile sind an den Reben unserer Weinberge zwischen fünf bis sieben Blätter, in bestimmten Sorten und Lagen bis zu acht Blätter entfaltet. Die Gescheine, so nennt man den Fruchtansatz vor der Rebblüte, vergrößern sich beständig. Die Reb-blüte könnte Ende der ersten Juniwoche beginnen. Mittlerweile sind unsere Winzer mit den Ausbrecharbeiten, d. h. das Entfernen von sog. Doppeltrieben an den Reben beschäftigt, um den künftigen Ertrag zu begrenzen und die Qualität zu fördern. Die obere Bodenschicht ist mittlerweile auch schon etwas ausgetrocknet. Daher mul-chen wir jetzt unsere Begrünungen, um die Wasserverdunstung einzuschränken. Mit dem Pflanzenschutz haben wir noch etwas Zeit. Durch die trockene Witterung in den vergangenen Wochen konnten Oidium- und Perenosporapilze die noch jungen Blätter und Triebe nicht befallen. Über die weitere Entwicklung werden wir Sie auf dem Laufenden halten; bleiben Sie dran – wir tun es auch!
Montag, 05. Mai 2008 Die letzten warmen und trockenen Tage der vergangenen Woche haben einen enormen Schub in unseren Weinbergen gebracht. Die Rebenknospen sind bereits offen und in den besten Lagen ist bereits das erste Blattgrün zu erkennen. Die frühlingshafte Witterung bleibt bis weit in die nächste Woche hinein beständig. Damit wird auch die stetige Entwicklung der Reben anhalten – sehr schön!Der Austrieb ist im Allgemeinen sehr gut. Daher können unsere Weinbergsmeister im Vertrauen auf eine weitere Erwärmung der Böden und ohne Spätfrostsorgen die sog. Frostrute, also die Reserverebe für evtl. Frostausfälle (Eisheilige) herausnehmen. Gewiss ist das auch ein bisschen ein Risiko, aber wenn wir jetzt nicht dicht dranbleiben, wird uns die Vegetation in den Weinbergen überrollen. Weinbau betreiben heißt immer auch ein gewisses Risiko eingehen. Drücken Sie uns daher die Daumen, dass alles gut geht. Und außerdem gilt: „No risc, no fun!“
Montag, 28. April 2008 Es will einfach nicht so recht Frühling werden. Wechselhaft wie die Witterung sind auch die verschiedenen Vorhersagen. In einer Aussage herrscht allerdings Einigkeit. Die frühlingshafte Witterung vom vergangenen Wochenende ist für den Rest der Woche vorbei. Es wird wieder wechselhaft, mit Schauern und kühler. Unsere Weinbergsmeister scharren derweil mit den Füßen: Jetzt stehen wichtige Pflanzarbeiten im Würzburger Stein, am Iphöfer Domherr und am Randersackerer Teufelskeller an. Niederschläge hatten wir in den vergangenen Monaten jedenfalls genug. Hoffentlich bekommen wir im anstehenden Sommer auch noch ein bisschen vom vielen Regen ab. Die Böden sind wassergesättigt. Daher lassen wir in unseren Weinbergen die Winterbegrünung noch etwas länger stehen. Das bringt viel organisches Substrat und stabilisiert das Ökosystem Weinbersboden.
Mittwoch, 14. April 2010
Nach einem langen und kalten Winter, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten, tut sich draußen in den Weinbergen noch relativ zu wenig. Die ersten drei Monate des Jahres waren einfach zu kalt und eher etwas niederschlagsschwach. Die lang andauernde Schneebedeckung hat jedoch die Verdunstung stark eingeschränkt, so dass die Böden dennoch stark mit Wasser gesättigt sind.
Trotzdem freuen wir uns auch über die Niederschläge der vergangenen zwei Tage, die der Natur einen frischen grünen Glanz verleihen. Die Rebenentwicklung jedoch verläuft weiterhin noch mit angezogener Handbremse. In jungen Anlagen oder bei frühen Sorten wie Burgunder und auf schnell erwärmbaren Standorten sind die Rebenknospen schon deutlich geschwollen. Das ist aber auch schon alles. Da die Temperaturen wohl auch in der nächsten Woche noch recht verhalten bleiben, sind große Sprünge in der Rebenentwicklung daher noch nicht zu erwarten.
Den Rebschnitt haben wir schon seit vier Wochen abgeschlossen. Noch einige Tage wird es dauern bis wir die Reben in allen unseren Weinbergen niedergebunden haben. Das geht bei der aktuellen feuchten Witterung sehr gut. Die Fruchtruten sind sehr elastisch, lassen sich leicht biegen und brechen dabei nicht so schnell.
Besonders viel Freude haben wir mit unserem neuen Projekt „Stiftsschöpple“ im Juspi mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenstifts und des Weingutes unserer Stiftung. Von den Frühjahrsarbeiten im Weinberg über die Traubenentwicklung im Sommer und die Weinlese im Herbst bis zur Abfüllung und Ausstattung des „Stiftschöpples“ in der Kellerei im darauffolgenden Jahr helfen uns die Bewohner des beschützenden Wohnbereichs unseres Seniorenstifts in den Weinbergen. Die Patin dieses innovativen Projekts, Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat es sich nicht nehmen lassen am 19. März mit dem Rebschnitt dieses Projekt zu starten. – Tolle Stimmung, feine Sache für einen guten Zweck, - hat wirklich Spaß gemacht. Schon jetzt freuen sich die Bewohner auf ihren nächsten Einsatz, um uns zu helfen.
Daher kann es uns gar nicht schnell genug gehen mit der weiteren Entwicklung der Vegetation. Schließlich sind wir aus den vergangenen Jahren schon etwas verwöhnt.
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital
Mittwoch, 14. April 2010
Nach einem langen und kalten Winter, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten, tut sich draußen in den Weinbergen noch relativ zu wenig. Die ersten drei Monate des Jahres waren einfach zu kalt und eher etwas niederschlagsschwach. Die lang andauernde Schneebedeckung hat jedoch die Verdunstung stark eingeschränkt, so dass die Böden dennoch stark mit Wasser gesättigt sind.
Trotzdem freuen wir uns auch über die Niederschläge der vergangenen zwei Tage, die der Natur einen frischen grünen Glanz verleihen. Die Rebenentwicklung jedoch verläuft weiterhin noch mit angezogener Handbremse. In jungen Anlagen oder bei frühen Sorten wie Burgunder und auf schnell erwärmbaren Standorten sind die Rebenknospen schon deutlich geschwollen. Das ist aber auch schon alles. Da die Temperaturen wohl auch in der nächsten Woche noch recht verhalten bleiben, sind große Sprünge in der Rebenentwicklung daher noch nicht zu erwarten.
Den Rebschnitt haben wir schon seit vier Wochen abgeschlossen. Noch einige Tage wird es dauern bis wir die Reben in allen unseren Weinbergen niedergebunden haben. Das geht bei der aktuellen feuchten Witterung sehr gut. Die Fruchtruten sind sehr elastisch, lassen sich leicht biegen und brechen dabei nicht so schnell.
Besonders viel Freude haben wir mit unserem neuen Projekt „Stiftsschöpple“ im Juspi mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenstifts und des Weingutes unserer Stiftung. Von den Frühjahrsarbeiten im Weinberg über die Traubenentwicklung im Sommer und die Weinlese im Herbst bis zur Abfüllung und Ausstattung des „Stiftschöpples“ in der Kellerei im darauffolgenden Jahr helfen uns die Bewohner des beschützenden Wohnbereichs unseres Seniorenstifts in den Weinbergen. Die Patin dieses innovativen Projekts, Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat es sich nicht nehmen lassen am 19. März mit dem Rebschnitt dieses Projekt zu starten. – Tolle Stimmung, feine Sache für einen guten Zweck, - hat wirklich Spaß gemacht. Schon jetzt freuen sich die Bewohner auf ihren nächsten Einsatz, um uns zu helfen.
Daher kann es uns gar nicht schnell genug gehen mit der weiteren Entwicklung der Vegetation. Schließlich sind wir aus den vergangenen Jahren schon etwas verwöhnt.
Ihr Weinbauteam aus dem JuliusspitalFreitag, 21. Mai 2010
Die bisher gemessenen Temperaturen kann man nicht als der Jahreszeit angemes-sen betrachten, zumindest, wenn wir an die zurückliegenden Jahre denken, die uns allerdings auch reichlich verwöhnten. Die unterschiedlichen Niederschläge im Mai in Höhe von etwa 20-50 l/m² haben in verschiedenen Weinbaugemeinden die oberflächlich ausgetrockneten Böden wieder angenehm befeuchtet. Aber nach wie vor geht die Rebenentwicklung nur im Schneckentempo voran.
Sorgen bereitet uns ein ungleichmäßiger Austrieb in vielen Anlagen, den die kühle Witterung noch verstärkt. Hinzu kommen Spinnmilben, Kräuselmilben oder Pockenmilben als Schwächeparasiten, die das verhaltene Wachstum noch weiter beeinträchtigen.
Über die Pfingstfeiertage sind endlich Temperaturen von über 20° C zu erwarten. Uns und den Reben wird die Wärme und Sonne gut tun. Damit wird hoffentlich auch der Schneckengang bei der Rebenentwicklung enden und die Trieblängen werden normale Werte erreichen.
Schwerpunktmäßig sind wir jetzt mit der Beseitigung von sog. Stockaustrieben, also Stammausschlägen, die das oberirdische Triebwachstum verzögern könnten, be-schäftigt. Bei den konkreten Ausbrecharbeiten trauen wir uns vorerst nur an die gu-ten, ertragssicheren und zuverlässigen Anlagen heran.
Sollte jetzt noch ein schnelles Wachstum der Reben einsetzen, kann das Wurzel-wachstum durch die noch niedrigen Bodentemperaturen nicht mithalten. Dann werden wir es wieder mit Chloroseerscheinungen, also mit Aufhellungen der Blätter und der Triebe zu tun haben.
Alles in allem, bisher also ein wenig gelungener Start in einen guten Weinjahrgang. Dennoch wird uns der Optimismus nicht ausgehen. Drücken Sie uns die Daumen!
Dienstag,15. Juni 2010
Nach ein paar heißen Tagen und einer grandiosen Entwicklung in den Weinbergen sind die Temperaturen hier in Franken wieder etwas zurückgegangen. Das Turbo-wachstum der Reben wird daher auf ein normales Maß zurückgehen.
In unseren guten Lagen und auf einigen leichteren Böden haben wir bereits die ersten blühenden Gescheine (Fruchtstände vor der Blüte) gefunden. In den meisten Anlagen rechnen wir im Verlauf der Woche mit der Blüte. Die Wetteraussichten für das fränkische Anbaugebiet sind für die kommenden Tage jedoch sehr schwer vorherzusagen, da wir an der Grenze zwischen regnerischer Witterung im Süden und freundlicher Witterung im Norden liegen.
Und ab dem kommenden Wochenende ist ein Einzug der Schafskälte nicht ganz auszuschließen. Das würde uns bei der anstehenden Blüte überhaupt nicht passen. Nun gut, daran drehen können wir ohnehin nicht. Dienstag,15. Juni 2010
Nach ein paar heißen Tagen und einer grandiosen Entwicklung in den Weinbergen sind die Temperaturen hier in Franken wieder etwas zurückgegangen. Das Turbo-wachstum der Reben wird daher auf ein normales Maß zurückgehen.
In unseren guten Lagen und auf einigen leichteren Böden haben wir bereits die ersten blühenden Gescheine (Fruchtstände vor der Blüte) gefunden. In den meisten Anlagen rechnen wir im Verlauf der Woche mit der Blüte. Die Wetteraussichten für das fränkische Anbaugebiet sind für die kommenden Tage jedoch sehr schwer vorherzusagen, da wir an der Grenze zwischen regnerischer Witterung im Süden und freundlicher Witterung im Norden liegen.
Und ab dem kommenden Wochenende ist ein Einzug der Schafskälte nicht ganz auszuschließen. Das würde uns bei der anstehenden Blüte überhaupt nicht passen. Nun gut, daran drehen können wir ohnehin nicht. Donnerstag, 01. Juli 2010
Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit.
Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte.
Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser.
Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital Donnerstag, 01. Juli 2010
Donnerstag, 01. Juli 2010
Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit.
Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte.
Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser.
Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital Donnerstag, 01. Juli 2010
Donnerstag, 01. Juli 2010
Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit.
Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte.
Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser.
Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital Donnerstag, 01. Juli 2010
Donnerstag, 01. Juli 2010
Das zog sich vielleicht hin!
Die Blüte in unseren Weinbergen ist endlich abgeschlossen. Die sommerlich-heiße Witterung soll die ganze Woche über anhalten. Mit regional begrenzten Gewittern rechnen wir zum Wochenende. Momentan können wir noch nicht richtig die Stärke der Verrieselung durch die verzögerte Weinblüte abschätzen. Erst wenn die Beeren ein stärkeres Wachstum zeigen, erhalten wir hierüber eine größere Sicherheit.
Die kühle Witterung mit den kalten Nachttemperaturen vor zwei bis drei Wochen wird aber sehr wahrscheinlich zu Verrieselungen führen. Einzelne Weinberge zeigten eine ins Gelb gehende Färbung der Triebspitzen. Dies ist ein Zeichen von Energiemangel aufgrund der damaligen Kälte.
Die vereinzelten Niederschläge haben die Bodenwasservorräte wieder etwas ver-mehrt, so dass wir die gegenwärtige Hitze in den Weinbergen noch gut überstehen können und der gute Wuchs sich wahrscheinlich weiter fortsetzen wird. Zur Zeit brauchen die Reben noch nicht so viel Wasser.
Der Traubenansatz ist nicht übermäßig. Sorgen bereiten uns die Spätburgunder in Bürgstadt, die unter starken Winterfrösten (minus 20° C) und unter den Spätfrösten (minus 3° C)mit starkem Reif gelitten haben. Hier wird die Aufbauarbeit an den Be-ständen sich auch bis ins nächste Jahr fortsetzen. – Schade!
Ihr Weinbauteam aus dem Juliusspital Donnerstag, 01. Juli 2010
Freitag, 09. Juli 2010
Gestern hat sich das Oberpflegamt, die Stiftungsleitung des Juliusspitals einen aktuellen Überblick in den Weinbergen verschafft.
Leider waren die Aussichten auf einen guten Ertrag schon einmal besser. Der zu-rückliegende verzettelte und ungünstige Blüteverlauf hat zu zahlreichen Verrieselungen, insbesondere beim Riesling geführt. Demnach haben wir unsere Ertragserwartungen zunächst einmal stark nach unten korrigiert. Jetzt gilt es die am Stock verbliebenen Beeren und Trauben zu sichern.
Der angesagte Witterungsverlauf für das kommende Wochenende ist ein Abbild des vergangenen Wochenendes. Temperaturen um 35° C sind wieder vorhergesagt. Die Wasservorräte des Bodens gehen schnell zurück. Erste vergilbte Blätter an der Triebbasis und an den jüngeren Anlagen oder an flachgründigen Standorten zeigen die angespannte Situation. Die Beeren wachsen kräftig weiter. In der kommenden Woche dürften je nach Sorte die Beeren Wicken- bis Erbsen-groß werden.
Nur regnen müsste es dringend einmal.Freitag, 09. Juli 2010
Gestern hat sich das Oberpflegamt, die Stiftungsleitung des Juliusspitals einen aktuellen Überblick in den Weinbergen verschafft.
Leider waren die Aussichten auf einen guten Ertrag schon einmal besser. Der zu-rückliegende verzettelte und ungünstige Blüteverlauf hat zu zahlreichen Verrieselungen, insbesondere beim Riesling geführt. Demnach haben wir unsere Ertragserwartungen zunächst einmal stark nach unten korrigiert. Jetzt gilt es die am Stock verbliebenen Beeren und Trauben zu sichern.
Der angesagte Witterungsverlauf für das kommende Wochenende ist ein Abbild des vergangenen Wochenendes. Temperaturen um 35° C sind wieder vorhergesagt. Die Wasservorräte des Bodens gehen schnell zurück. Erste vergilbte Blätter an der Triebbasis und an den jüngeren Anlagen oder an flachgründigen Standorten zeigen die angespannte Situation. Die Beeren wachsen kräftig weiter. In der kommenden Woche dürften je nach Sorte die Beeren Wicken- bis Erbsen-groß werden.
Nur regnen müsste es dringend einmal.Freitag, 30. 07. 2010
Gestern und vorgestern waren wir mit unseren Weinbergs- und Kellermeistern und der Fachberatung in den Weinbergen, um die jährlichen Ertragsschätzungen und notwendigen Maßnahmen für gute Qualitäten festzulegen. - Unsere Enttäuschung war groß. Die Trauben haben sich zwar hervorragend entwickelt, aber die Ernteaus-sichten mussten wir erneut nach unten korrigieren. Winterfrostschäden und Früh-jahrsfrostschäden, insbesondere in unserer Rotweinlage Bürgstadter Mainhölle, aber auch in anderen guten Lagen machen uns schwer zu schaffen. Im Raum Würzburg haben wir durch das schlechte Blütewetter viele und sehr große Verrieselungen, vor allem bei Riesling und Silvaner. Das schmerzt.
Andererseits haben die teils reichlichen Niederschläge (80-100 l/m²) in der vergan-genen Woche die ausgetrockneten Böden in vielen Bereichen wieder gut durch-feuchtet. Die Wuchsbedingungen für die Reben liegen somit wieder im optimalen Bereich und die Entwicklung der Beeren und Trauben wird flott voranschreiten. Durch das schnelle Wachstum sind öfters auch aufgeplatzte Beeren an den Trauben zu finden. Und das ausgerechnet heuer, wo es doch ohnehin schon so wenig gibt!
Zum Glück haben unsere Weinbergsmeister die notwendigen Pflanzenschutzmaß-nahmen noch rechtzeitig vor der Schlechtwetterphase abschließen können. Die „schauerige“ Witterung in den letzten Tagen hat eine Befahrung der Anlagen nämlich nicht zugelassen.
Auch für die kommende Woche sind wieder Niederschläge vorausgesagt und die Temperaturen bewegen sich in einem angenehm wachstumskräftigen Bereich. Daher werden wir nach ausreichender Abtrocknung der Böden die Einsaat einer Winterbegrünung ins Auge fassen, die bei den gegenwärtigen Bedingungen eine gute Startposition hat.
Einen Vorteil hat die geringe Ertragserwartung bei unseren vieljährigen Rebenkulturen: Der geringe Traubenbehang und die vitale Entwicklung unserer Bestände macht aus dem Weinjahr 2010 – ähnlich wie 2009 – ein sogenanntes „Gesundungsjahr“ zur Stabilisierung der Rebanlagen. Ausgeglichene Rebanlagen mit langen Standzeiten sind ein wichtiger Baustein für einen guten Wein.
Nach den vorgeschilderten Maßnahmen gönnen wir uns und unseren Reben noch ein paar Tage Urlaub. Die Sorge über die weitere Entwicklung der Trauben und der Reben werden wir jedoch nie ganz ablegen können.
Wir melden uns wieder!
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