Die Herkunft und Ableitung des Names ist historisch nicht genau zu deuten, es werden daher vielfach mehrere Mög-lichkeiten genannt:

Bugsbeutel“     Feldflasche, die am Leib oder Buggert getragen wurde

Bookesbeutel“ Niederdeutscher Gebetsbeutel.

Bocksbeutel“   Ähnlichkeit mit dem „capri sacculus“ des Ziegenbocks!

Zeittafel  
  
1400 v. Chr.  keltische Flachkugelflasche aus Ton. Fundort
                     Wenigumstadt, Lkr. Aschaffenburg.
  
15. Jhr.  Beginn der Naturglasproduktion.
  
1576  Steinrelief des Juliusspitals mit dem Stiftungsauftrag zeigt
          eine bocksbeutelähnliche Flasche.
  
1659  Im „Handwerker- und Oekonomiebuch“ des Glasmachers
          Mathis Wenzel von Wertheim findet sich der Hinweis auf
          eine „ronde Flasche“ vom Aussehen eines Bocksbeutels.
  
1688  Im Produktenverzeichnis einer Hohlglashütte des Johann
          Wenzel aus Rechtenbach im Spessart findet sich eine
          Rechnung über einen Bocksbeutel.
  
1726  Ein Würzburger Ratsprotokoll berichtet, dass der Stadtrat
          Beschloß, Steinweine des vorzüglichen Jahrgangs 1718 in
          gläserne Bocksbeutel von 1 Maß (1,22 l) abzufüllen und
          mit einem Stadtsiegel zu versehen.
          Die Ursache waren zunehmende Handelsmissbräuche.
  
1819 - 1821  E.T.A. Hofmann erwähnt den Bocksbeutel im Roman
                     „Kater Murr“.
  
1989  Der Bocksbeutel wird nach langen Rechtsstreitigkeiten
          für Qualitäts- und Prädikatsweine aus Franken und einiger
          anderer eng abgegrenzter Weinbauregionen in der
          Europäischen Gemeinschaft geschützt.

Bocksbeutel – Beratungsteam Weinbau - 2000