Presse

10.12.2013

13.02.2012 Laufen ist das Ziel

Daumen hoch heißt: Alles ok – Prof. Dr. Alexander Beck, Chefarzt der Unfallchirurgie des Krankenhauses Juliusspital behandelt seit Februar einen Elfjährigen aus Afghanistan.

laufen
Seit dem 18. Februar ist ein elfjähriger Junge aus Afghanistan zur Behandlung im Krankenhaus Juliusspital. Seit über 20 Jahren behandeln die Ärzte der Unfallchirurgie des Würzburger Krankenhauses Kinder aus Krisengebieten. Vermittelt werden diese durch die Initiative „Friedensdorf International“ Oberhausen, die kranke Kinder, denen in ihrer Heimat medizinisch nicht geholfen werden kann, nach Deutschland holt, um sie hier behandeln zu lassen.

Im Juliusspital kümmern sich Prof. Dr. Alexander Beck und sein Team um den Elfjährigen, der aus einem Dorf in der Nähe von Kandahar kommt, noch keine Schule von innen gesehen hat und zusammen mit Großvater und Eltern als Schafhirte arbeitet. Er kam mit einer chronischen Osteitis (durch Bakterien verursachte Infektion des Knochens) am rechten Oberschenkelknochen ins Juliusspital. Eine Verletzung hat Beck nicht feststellen können. „Wahrscheinlich hat ein Infektionsherd im Körper des Jungen gestreut und sich am Oberschenkel festgesetzt“, erklärt der Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie, der im Juliusspital für die Kinder des Friedensdorfs zuständig ist.

Eine offene Stelle am Oberschenkel des Elfjährigen eiterte, die Muskulatur seines Beines ist degeneriert. „Mit dem Bein hat er sicher in den vergangenen Jahren nicht laufen können“, vermutet der Facharzt und schätzt, dass der Junge die schwere Osteitis schon seit fünf Jahren hat. Nicht behandelt kann diese zum Tod führen.   In ersten Operationen stabilisierte Prof. Beck den Oberschenkel mittels eines äußeren Spanners entfernte ein großes Knochenstück, das in Eiter schwamm, brachte Antibiotikazement ein und leitete eine Vakuumversiegelungstherapie ein. Weitere Operationen werden folgen um das Bein des Jungen zu stabilisieren und die Fehlstellung zu beheben, die sich im Laufe der Krankheit ergeben hat.

Außerdem müssen die Muskulatur des Beins und die Beweglichkeit des Kniegelenkes, das auch weitgehend eingesteift ist, wieder trainiert werden.   „Wir wollen erreichen, dass der Junge wieder vernünftig laufen kann“, erklärt Beck. Dazu muss der afghanische Patient noch mindestens drei Monate im Juliusspital bleiben. Die Unterbringung und Verpflegung des Jungen trägt die Stiftung Juliusspital. Der kleine Patient spricht gut an auf die Therapie. 

Betreut wird er von ehrenamtlichen Helferinnen aus der Region. Gaby Meurer aus Retzstadt ist eine davon. „Er ist ein ganz Lieber, nett und höflich, lacht viel und ist zufrieden“, erzählt sie. Auch die Sprachbarriere habe man im Griff durch einen Dolmetscher und einem provisorischen Wörterbuch, das die Frauen angefertigt haben. „Oder ganz einfach mit Händen und Füßen“, lacht Maurer, wenn sie von der Kommunikation erzählt.

Prof. Beck hat auch keine Schwierigkeiten mit der Unterhaltung. Der Junge ist das siebte Kind, das der Unfallchirurg während seiner Zeit im Juliusspital behandelt. Ein Dolmetscher informiert den kleinen Patient vor Operationen über die wichtigen Dinge, die er wissen muss. „Ansonsten unterhalten wir uns so“, sagt Beck und hebt den Daumen.          Weitere Information: Seit 45 Jahren kümmert sich die Hilfsorganisation Friedensdorf International um kranke und verletzte Kinder aus Kriegsgebieten. Am 18. Februar kam eine Maschine aus Kabul mit Kindern, die in zwei bayerischen Krankenhäusern aufgenommen wurden. Link zum vollständigen Artikel in BR.deexterner Link: