Presse

02.10.2018

„Beeindruckende Beispiele einer aktiven Bürgergesellschaft“

„Die Bedeutung der Stiftungen in der heutigen Zeit“ – unter diesem Motto stand der diesjährige Tag der Stiftungen, den der Initiativkreis Würzburger Stiftungen zusammen mit der Regierung von Unterfranken in der Neubaukirche in Würzburg feierte.

Ein besonderes Datum in diesem Jahr, denn vor 70 Jahren, genau gesagt am 20. September 1948, wurde der Bundesverband Deutscher Stiftungen- der größte und älteste Stiftungsverband Europas - in Würzburg gegründet. In einer Stadt, die heute – gemessen an der Zahl der Stiftungen pro 100 000 Einwohner – als die Stiftungshauptstadt Deutschland gilt.

Der seit 2013 bundesweit stattfindende Tag der Stiftungen ist der deutsche Beitrag zum European Day of Foundations and Donors und wird für den Raum Würzburg von Beginn an durch den Initiativkreis Würzburger Stiftungen organisiert. Diesem gehören die Stiftungen Juliusspital und Bürgerspital zum Hl. Geist, die Blindeninstitutsstiftung, die Dirk Nowitzki Stiftung und die Stiftung SOS Familie der Ritaschwestern an. Zusammen mit der Regierung von Unterfranken haben sie den 70. Stiftungsgeburtstag zum Anlass genommen, Stiftungen aus Unterfranken zur Feier in die Würzburger Neubaukirche einzuladen.

426 öffentliche Stiftungen gibt es im Zuständigkeitsbereich der Regierung von Unterfranken, sagte Dr. Paul Beinhofer bei der Begrüßung der 200 Gäste. „Sie sind beeindruckende Beispiele einer aktiven Bürgergesellschaft, die volle Unterstützung verdient“, machte der Regierungspräsident deutlich. „Ihre Stiftungen bereichern auf unbezahlbare Weise das kulturelle, soziale, wissenschaftliche und wirtschaftliche Leben in unserer Region.“ Beinhofer hob in seiner Rede in diesem Zusammenhang auch die Wichtigkeit der staatlichen Stiftungsaufsicht der Regierung von Unterfranken hervor. Besonders am Herzen liege ihm, dass der Stiftungsgedanke auch in die nächsten Jahrzehnte weitergetragen werde. Dazu werde die Regierung von Unterfranken durch kompetente, unbürokratische und an den Bedürfnissen der Stiftung orientierte Beratung unterstützen.

Mit 22 500 Stiftungen ist Deutschland die erste Adresse was Stiftungstradition angehe, erklärte Prof. Dr. Joachim Rogall, der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, in seinem Festvortrag. In den vergangenen 30 Jahren kamen Stiftungsgründungen richtig gut voran. Acht von zehn Stiftungen wurden seit 1990 gegründet. „Stiftungen sind Ausdruck der freiheitlichen Verfassung eines Landes und wichtig für das gesellschaftliche Klima und die öffentliche Wahrnehmung. Sie sind wichtige Partner des Staates und werden in der Zukunft immer wichtigere Rollen einnehmen“, sagte Rogall.

Über „Die Herausforderungen für Stiftungen in der heutigen Zeit“ diskutierten Walter Herberth (Stiftung Juliusspital), Annette Noffz (Stiftung Bürgerspital), Johannes Spielmann (Blindeninstitutsstiftung), Silke Mayer (Dirk-Nowitzki-Stiftung), Ritaschwester Rita-Maria Käß (SOS Familie) sowie die unterfränkische Regierungsvertreterin Kathleen Regan und Generalsekretär Felix Oldenburg vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Stifter müssen auch unternehmerisch denken – das gilt heutzutage umso mehr, erklärte Felix Oldenburg, bei der  Podiumsdiskussion, die Annette Noffz und Walter Herberth moderierten. Und natürlich brauchen Stiftungen auch die Anerkennung durch Staat und Kommunen. „Stiftungen können für unser Gemeinwesen neue Wege anstoßen und inspirierend sein“, machte Johannes Spielmann, Vorstand der Blindeninstitutsstiftung deutlich. „Stiftungen sind ein ganz wichtiger Bestandteil einer Kommune, darauf können sie stolz sein.“

Er ist „Ermutiger“ von Beruf und fest davon überzeugt, dass die Menschen gerade in der heutigen Zeit mehr denn je Ermutigung benötigen um das Gute zu sehen und daraus folgend zu säen. Johannes Warth hat sich diesen Beruf zur Lebensaufgabe gemacht und begeisterte die Festgäste bei seinem „Motivationsimpuls“ mit Wortwitz, Bildersprache und komödiantischen Einlagen. Sein Ziel: festgefahrene Verhaltensweisen zu lösen und neue Denkanstöße und Perspektiven aufzeigen hatte er fest im Blick als er die Gäste aufforderte, „werden Sie Stifter im Kleinen und Sie werden staunen, was durch Sie ins Rollen kommt.“ Mut- und Friedensstifter würde er gerne auch jedem Menschen machen, denn „wir leben in Deutschland in einer Kultur des Neides“, was er bedauert. Außerdem gibt es drei Sätze, die den Schwaben in seinem ganzen Leben begleitet haben und die er Stück für Stück genüsslich zerlegt: „Des goat it“, „Des hommar aber immar so gmacht!“ und – der Knaller: „Was saget au d Leid!“ Übersetzt auf Deutsch: „Das geht nicht“, „Das haben wir schon immer so gemacht“ und: „Was sagen die Leute dazu?“ Werths Sicht der Dinge ist eine andere. „Wir sind das Land der Jammerer, der Angsthasen, der Angstsäer“, schüttelt er betrübt den Kopf und fordert: „Werden Sie Mutsäer und Friedenstifter, werden Sie Stifter im Kleinen und Sie werden staunen, was durch Sie ins Rollen kommt …“

 

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