Julius-Blog

14.08.2018

Neue Spitzentechnologie im Kelterhaus

Auf den Punkt genau zur Lese eingetroffen: Juliusspital Weingut investiert 150 000 Euro in neue Weinpresse

In zwei Stunden waren rund viereinhalb Tonnen Edelstahl und Technik millimetergenau bewegt und eingerichtet worden. Jetzt ist die funkelnagelneue Weinpresse im Kelterhaus des Juliusspital Weinguts betriebsbereit. Auf den Punkt genau zur Lese, die – wenn das Wetter hält – Ende des Monats beginnen soll.

Da strahlen die Gesichter

Strahlende Gesichter gab es bei den Mitarbeitern des Weinguts am Dienstagmittag als die neue Kelter auf dem 19,5 Meter langen Tieflader angeliefert wurde. Die FWP 12000 der Firma Flath Weinpressen-Technik aus Brombachtal im Odenwald ersetzt die Bucher Traubenpresse aus dem Jahr 1988 mit 7000 Litern Fassungsvermögen und erhöht das bisherige Gesamtpressvolumen im Kelterhaus von bisher 240 auf jetzt 290 Hektoliter. Walter und Andreas Flath sorgten selbst mit dafür, dass ihre Presse im Kelterhaus ihre neue Heimat fand, bauten neue Lager in die Förderschnecke ein und den Elektromotor auf Hydraulik um.

Mit ganz viel Gefühl eingeparkt

Zuvor hatten sie die Presse mit einem Hebekran auf Rollen gestellt und mit ganz viel Gefühl ins Kelterhaus gezogen und geschoben. Gar nicht so einfach, denn es geht eng zu auf unserem Stiftungsgelände. Auf dem Gabelstapler unterstützte unser Kellermeister Helmut Klüpfel die Arbeiter.

Neben der schnellen und schonenden Verarbeitung kann die neue Presse im Kelterhaus auch vor- und zurückgefahren und somit direkt beschickt werden mit Trauben, Maische und vergorener Rotweinmaische. Das spart erneut Zeit bei der Verarbeitung und Zeit ist kostbar, während der Lese, wenn die vollbepackten Traubenanhänger wie am Fließband im Juliusspital einfahren und ihre kostbare Ladung in den 2004 eingerichteten und im weiten Umkreis einzigartigen Traubenaufzug kippen, der neun Tonnen Trauben in 13 Meter Höhe transportiert. Von dort gelangen das Lesegut und der Most dann nach dem Prinzip der Schwerkraft schonend und ohne Pumpen 18 Meter hinunter bis in die temperaturgesteuerten Edelstahltanks des Weinguts.

Die Entscheidung für die neue Traubenpresse war eine logische Konsequenz sowohl der gestiegenen Weinbergsflächen des Juliusspitals als auch des gestiegenen Silvaneranteils, verdeutlicht unser Weingutsleiter Horst Kolesch die Anschaffung der rund 150 000 Euro teuren neuen Kelter.

Anspruchsvoller Silvaner braucht Zeit

Der Silvaner ist nämlich sehr anspruchsvoll und braucht mehr Zeit bei der Verarbeitung. Von eineinhalb Stunden Presszeit beim Müller-Thurgau bis zu vier Stunden und mehr beim Silvaner sind die drei Pressen des Weinguts während der Lese im Dauereinsatz. Je mehr Volumen eine Kelter dabei leisten kann, umso effizienter geht die Arbeit vonstatten.

Die neue Weinpresse ist sechseinhalb Meter lang und jeweils zwei Meter dreißig breit und hoch. Sie zeichnet sich durch eine besonders schonende Verarbeitung der Trauben zu Most aus. „Das bedeutet für die anschließende Weinbereitung noch weniger Eingriffe in den Wein und damit eine zusätzliche Steigerung der Qualität“, erklärt der Weingutsleiter, der sich freut, dass „die neue Presse unsere Spitzentechnologie im Kelterhaus ergänzt“.

Die älteste ist jetzt die kleinste

Vor sechs Jahren hatte das Weingut schon eine 12000-Traubenpresse eingebaut. Die älteste und kleineste mit 5000 Litern stammt aus dem Jahr 1996. „Das ist die nächste, die ausgetauscht wird“, sagt Kolesch und deutet auf das jetzt fast schon Küken im Kelterhaus des Juliusspitals.

„Die Traubenpresse kommt in allerletzter Minute, weil wir schon auf der Lauer liegen für den neuen, frühen Lesebeginn in den letzten Augusttagen“, sagt Kolesch und scharrt schon mit den Hufen: „Jetzt brauchen wir nur noch ein paar günstige Niederschläge und dann kann es losgehen.“

 

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