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Institut für Pathologie der Universität Würzburg


Prof. Dr. J.G. Müller Prof. Dr. A. Rosenwald

Institut für Pathologie der Universität Würzburg

Tel. 09 31 - 201 - 4 74 24
Fax 09 31 - 201 - 4 74 40
path041@uni-wuerzburg.de


Im Institut für Pathologie werden Gewebeproben untersucht. Die behandelnden Ärzte sagen dem Patienten meistens, „ . . . daß eine Gewebe-Probe für die feingewebliche Untersuchung . . . “ eingeschickt wurde. Im Pathologischen Institut werden diese Proben fixiert, eingebettet, und können dann mit einer breiten Palette von Methoden untersucht werden:

# HE-Färbung im Paraffinschnitt
# zahlreiche weitere Färbungen: PAS, Giemsa, van Gieson, Ziehl-Neelsen
# Immunhistochemie zum Protein - Nachweis
# direkte Untersuchungen von DNA und RNA
# intraoperative Schnellschnitt - Untersuchungen
# Zytologie
# Elektronenmikroskopie
 

Das zentrale Arbeitsgerät des Pathologen ist das Mikroskop. In dünnen Schnitten können die Zellen, ihre Veränderungen und die Zusammensetzung des Gewebeverbandes, sehr genau analysiert werden. Für viele - bei weitem nicht für alle - Erkankungen ist die pathologische Untersuchung die sicherste Methode, um die Diagnose einer Erkrankung zu stellen. Und die Diagnose ist die Voraussetzung für die Behandlung, die Therapie.

Die Fragestellungen sind sehr unterschiedlich und betreffen Entzündungen, Infektionen, Stoffwechselerkankungen, Durchblutungsstörungen, degenerative Erkrankungen, und viele andere. Untersucht werden auch alle Operationspräparate.
Es gibt aber auch die anderen Biopsien, bei denen klinisch der Verdacht auf ein Tumorleiden besteht. Hier wird vom Pathologen die Einstufung vorgenommen, ob es sich um ein Vorstadium oder bereits um eine manifeste Krebserkrankung handelt. Das Ziel wäre natürlich, die Bevölkerung zu motivieren, die Vorsorge - Untersuchungen, speziell beim Dickdarmkarzinom, in Anspruch zu nehmen. Dann könnten sehr viele Tumorerkrankungen des Dickdarms in Vorstadien erfaßt und geheilt werden. Leider nehmen nur 10 - 15% der Bevölkerung diese Möglichkeit wahr, Krebs zu verhindern.

Wenn ein maligner Tumor vorliegt, kann der Pathologe in dem Gewebe Marker für das Ansprechen auf bestimmte Therapien untersuchen, das Tumorstadium festlegen, und untersuchen, ob Risikofaktoren für eine lokale Ausbreitung des Tumors oder eine Metastasierung vorliegen. Diese Informationen helfen dem Kliniker, die für den jeweiligen Tumor optimale Therapie im Tumorboard festzulegen. Hierzu werden häufig molekulare Techniken angewandt, wie z.B. bei der K-ras Mutationsanalyse des Dickdarmkarzinoms.
Mit heutigen Techniken ist es möglich, Gewebe aus allen Regionen des Körpers für eine pathologische Untersuchung zu gewinnen. Hier ein paar ganz wenige Beispiele:

# endoskopische Biopsien in der Gastroenterologie
# radiologische Punktionen z.B. aus der Lunge (z.B. CT-gesteuert)
# Leberpunktionen (intraoperativ, oder perkutan mit Ultraschall-Steuerung, etc.)
# gezielte Punktionen von allen übrigen Körperorganen und -geweben

Dies war zu den Gründerzeiten der Pathologie, als 1845 in Würzburg der erste Lehrstuhl für Pathologie Deutschlands im Gartenpavillon des Juliusspitales gegründet wurde, noch nicht möglich. Der zweite Lehrstuhlinhaber in Würzburg war Rudolf Virchow. Er hat in Würzburg 1849 - 1856 die Cellularpathologie weltweit begründet, und damit die Grundlage für die nun gut 150jährige Entwicklung des Faches gelegt.

Heute werden im Pathologischen Institut der Universität Würzburg etwa 200 Autopsien und etwa 60.000 Biopsiebefundungen pro Jahr durchgeführt. Das Institut versorgt derzeit drei Brustzentren und drei Darmzentren.
Würzburg ist weiterhin eines der Referenzzentren für Lymphknoten- und Knochenmarksuntersuchungen Deutschlands.