In der Abteilung für Urologie des Juliusspitals werden die Erkrankungen der Urogenitalorgane, also des Harntraktes und der männlichen Geschlechtsorgane behandelt.
Die Diagnostik dieser Erkrankungen erfolgt in mehreren Schritten. Nach Erhebung der Anamnese (Vorgeschichte) und des klinischen Befundes werden im Zentrallabor die chemische, mikroskopische und kulturelle Untersuchung des Urins sowie die gesamte Blutuntersuchung durchgeführt.
In der „Urologischen Funktion“ (s. dort) werden die Ultraschalluntersuchung, die Endoskopie (Spiegelung) und die interventionelle Radiologie des Urogenitaltraktes sowie die urodynamische Untersuchung erbracht.
Die konventionelle Radiologie, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) werden in der Abteilung für Röntgendiagnostik des Juliusspitals erstellt und befundet.
Schwerpunkte in der Therapie sind die Behandlung des Harnsteinleidens, der fortgeschrittenen und der spezifischen Infektion der Urogenitalorgane inkl. der Urosepsis, der Urogenital-Tuberkulose und der Fournier’schen Gangrän sowie die Behandlung von Tumorerkrankungen.
Bei der Therapie des Harnsteinleidens kommt sehr häufig die ESWL (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie bzw. berührungs- und schmerzfreie Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen) zum Einsatz. Dieses Verfahren bewährt sich insbesondere bei Nierensteinen, die nicht zu groß sind, und bei Harnleitersteinen im oberen Harnleiterabschnitt, die z.T. im Rahmen eines kleinen Zusatzeingriffs in die Niere zurückgepusht werden. Im Juliusspital wird der Lithotripter Compact Sigma der Fa. Dornier eingesetzt.
Sehr harte Steine können mit einem dünnen flexiblen Endoskop durch die Harnröhre und den Harnleiter auch in der Niere aufgesucht und mit dem Holmium-Laser zertrümmert werden. In unserer Abteilung kommt „die Cobra“ (Fa. Wolf) zum Einsatz, ein neu entwickeltes Endoskop, das nur 2 mm dünn und extrem flexibel ist.
Harnleitersteine, die näher bei der Blase liegen, können effektiv durch die Harnröhre hindurch minimal-invasiv endoskopisch im Harnleiter zertrümmert werden.
Bei großen Nierensteinen, also großer Steinmasse, hat sich die minimal-invasive Zertrümmerung und Entfernung der Nierensteine perkutan, d.h. durch die Haut hindurch, mit miniaturisierten Instrumenten bewährt. Auch hier bietet der Holmium-Laser große Vorteile.
Schnitt-Operationen wegen Nieren- oder Harnleitersteinen sind nur noch sehr selten erforderlich.
Bei Infektionskrankheiten hat die umgehende Ableitung entzündeten Urins bzw. gestauten Eiters Priorität. Ergänzt wird das Behandlungskonzept von einer kalkulierten bzw. Resistogramm-gerechten intravenösen Antibiose.
Die Therapie der Tumorerkrankungen wird individuell an die Dignität des Tumorleidens (Gutartigkeit bzw. Bösartigkeit), an das Alter und den Allgemeinzustand des Patienten sowie seine Co-Morbidität (Zusatzerkrankungen) angepasst. Soweit irgendmöglich, wird die Therapie unter kurativem Ansatz, also mit dem Ziel der Heilung, vorgenommen.
Dies bedeutet oft eine radikale Operation, z.B. beim Prostatakrebs die radikale Entfernung der Vorsteherdrüse samt Samenbläschen und regionärer Lymphknoten.
Beim Nierenkrebs muss nicht immer die gesamte Niere entfernt werden. Gelegentlich ist es möglich, den Tumor mit einem Saum gesunden Gewebes unter Erhalt der restlichen Niere zu entfernen und dennoch den Patienten zu heilen.
In der Blase ist die komplette Entfernung eines Tumors häufig minimal-invasiv durch die Harnröhre hindurch unter Erhalt der Harnblase möglich, da viele Blasentumore oberflächlich wachsen und nicht hochaggressiv sind.
Ist die Bestrahlung die Therapie der Wahl, wird der Patient in der Strahlenklinik der Universität Würzburg vorgestellt und dort weiter behandelt.
Hat ein Tumor schon in andere Organe gestreut und Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, wird die notwendige Chemotherapie von uns angeboten und durchgeführt.