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Hernienchirurgie

Durch frühe Spezialisierung in der Chirurgie der Bauchwandbrüche steht am Juliusspital ein in hohem Maße spezialisiertes Team erfahrener Chirurgen und Pflegekräfte zur individuellen und kompetenten Behandlung der Hernie zur Verfügung.
Eine Hernie ist ein „Bruch“ der Bauchwand bei dem sich durch eine Lücke das Bauchfell in Form einer sackartigen Ausstülpung nach außen vorwölbt. Die Lücke kann angeboren oder erworben sein. In die entstandene Bauchfellausstülpung können Eingeweide (großes Bauchnetz, Dünn- und Dickdarmanteile) rutschen und einklemmen. Diese Situation kann lebensgefährlich sein. Daher ist es erforderlich die entstandene Lücke rechtzeitig (am besten geplant) operativ zu verschließen. Dies geschieht entweder durch feste Nähte oder mit einem Kunststoffnetz, das die Lücke verschließt.

Folgende Hernien werden im Hernienzentrum versorgt:
                        - Leistenbruch
                        - Nabelbruch
                        - Narbenbruch
                        - Bauchwandbruch
                        - Zwerchfellbruch

Die differenzierte Therapie des Leistenbruchs reicht von der netzfreien offenen Methode durch eine Kunststoffnaht nach Shouldice, über die offene spannungsfreie Reparation mit Netz nach Lichtenstein bis hin zur minimalinvasiven total extraperitonealen Netzimplantation (Schlüssellochoperation) die vor allem bei Rezidiv- oder doppelseitigen Leistenbrüchen angewandt wird. Leistenbrüche werden, insbesondere bei jüngeren Patienten, in der Regel ambulant versorgt. Ältere Patienten mit multiplen Begleiterkrankungen werden ebenso, wie Patienten mit sehr großen, doppelseitigen oder wieder aufgetretenen Brüchen kurzstationär 3 bis 5 Tage behandelt.

Die operative Therapie der großen und kleinen Bauchwandbrüche incl. dem Narbenbruch erfolgt in der Regel durch die offene Netzeinlage in der Sublay-Technik. Hier wird nach Verschluss der Bruchlücke zwischen Bauchfell und Bauchdeckenmuskulatur ein Kunststoffnetz zur Verstärkung eingelegt. Durch die Verwendung von Kunststoffnetzen hat sich die Rückfallquote bei Bauchwandbrüchen deutlich reduzieren lassen. Kleinere Brüche, wie z.B. Nabelbruch und „Trokarhernie“ werden nur mit einer Kunststoffnaht versorgt.

Im Rahmen der chirurgischen Therapie der Refluxkrankheit wird der Zwerchfellbruch minimal-invasiv durch Nähte verschlossen.


Narbenbruch