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Wirbelsäulenchirurgie

Bedingt durch die stetige Zunahme der Lebenserwartung der Bevölkerung sind wir immer häufiger mit  osteoporotischen (Osteoporose = Abnahme der Knochendichte und -festigkeit im Alter) Wirbelkörperfrakturen konfrontiert. Durch die verminderte Knochendichte steigt die Gefahr von Knochenbrüchen erheblich, so dass manchmal bereits eine harmlose Alltagsbelastung zu einem Wirbelkörperbruch führen kann.
Häufig ist die ausgeprägte Schmerzsymptomatik der Patienten durch eine alleinige konservative Therapie (Schmerzmittelgabe, Krankengymnsatik etc.) nicht beherrschbar, was bei einem älteren Patienten durchaus zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen kann.
In vielen Fällen kann dem Patienten hier durch eine Ballon-Kyphoplastie der betroffenen Wirbelkörper geholfen werden. Bei diesem modernen und minimalinvasivem Operationsverfahren ist es möglich, den gebrochenen Wirbelkörper über zwei lediglich 1cm messende Hautschnitte zuerst wieder aufzurichten und durch anschließendes Einbringen eines speziellen Knochenzementes zu stabilisieren. Das Operationsverfahren sorgt für eine schnelle Schmerzfreiheit, bei zugleich minimaler Belastung durch den operativen Eingriff. In den meisten Fällen können die Patienten schon am Abend des Operationstages schmerzfrei und selbstständig laufen.


Röntgenaufnahmen einer Lendenwirbelsäule
3. Lendenwirbelkörpers
nach Kyphoplastie des

Im Dezember 2009 ist im Juliusspital erstmals ein neues Verfahren zur Behandlung von Wirbelkörperbrüchen erfolgreich eingesetzt worden. Dabei wird minimal-invasiv (per “Schlüsselochtechnik“) von außen ein Titan-Stützkäfig in den Wirbelkörper eingeführt, dort exakt platziert, unter Röntgenkontrolle aufgespreitzt und schließlich mit Knochenzement aufgefüllt. Auf diese Weise kann der eingesackte Brust- oder Lendenwirbelkörper kontrolliert aufgerichtet und langfristig stabilisiert werden.
Dieses sogenannte OsseoFix System ist ein Implantat aus einer Kombination von Titanlegierungen und reinem Titan. Es stützt den Wirbelkörper im Bereich des Kompressionsbruches wie ein Gerüst. Die nur geringe Menge injizierten Zements verzahnt sich regelrecht mit dem „Knochenschwamm“ im Inneren des Wirbelkörpers und dem Titanimplantat. Durch eine Verzahnung von Knochen, Zement und dem Implantat ahmt die eingebrachte Materialkombination das schwammartige System aus Knochenbälkchen, die sog. Spongiosa, nach.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter: www.titankäfig.de

Selbstverständlich werden in unserer Abteilung auch unfallbedingte Verletzungen der gesamten Wirbelsäule konservativ oder operativ behandelt. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule  erfolgt dies zumeist mit einem winkelkstabilen Fixateur interne System über einen Operationszugang am Rücken. Die Entscheidung zur Durchführung solcher Eingriffe wird nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile mit dem Patienten zusammen getroffen. Ob im Verlauf noch weitere additive Verfahren von vorne (z.B. Stabilisierung des Wirbelkörpers von ventral) erforderlich sind, kann dann im weiteren Verlauf entschieden werden.