Die fränkische Weinprämierung 2010 bewies erneut, dass die Winzer den internen Vergleich mit ihren Kollegen nicht scheuen. 263 Erzeugerbetriebe beteiligten sich mit 2798 edlen Tropfen an dem seit 1951 durchgeführten Wettbewerb. Das ist die zweithöchste jemals erzielte Anstellquote. Während der „Gala des Frankenweins“ im ausverkauften Vogel Convention Center überreichte der Amtschef des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, Martin Neumeyer, drei Staatsehrenpreise. Außerdem erhielten weitere 15 Weinbaubetriebe Ehrenpreise.
Um einen der begehrten Staatsehrenpreise zu erhalten, muss ein Weinbaubetrieb in den vergangenen drei Jahren in seiner Klasse den höchsten Anteil prämierter Weine an seiner Gesamtproduktion aufweisen. Mit dieser Auszeichnung wird das konsequente Qualitätsstreben über einen langen Zeitraum honoriert.
In der Gruppe der Erzeugerbetriebe über 40 Hektar Anbaufläche hatte erneut das Würzburger Weingut Juliusspital mit seinem 2009er Würzburger Abtsleite Riesling Kabinett trocken die Nase vorn und erhielt zum wiederholten Mal den wertvollen Preis.
Erstaunlich und beindruckend, wie sich das ‚Team J‘ immer wieder auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich präsentiert. Wie kommt dieser kontinuierliche Erfolg zustande? Horst Kolesch, Weingutsleiter des Juliusspitals, beantwortet vier Fragen rund um das Thema Qualität.

Vier Fragen an den Ehrenpreisträger:1. Wie erzeugen Sie Ihre Qualität?Die drei wesentlichen Säulen der Weinqualität des Juliusspitals sind hervorragende Weinberge, ein begeistertes Team und
das Vertrauen der Stiftung in ihr Weingut.
Das Weingut Juliusspital besitzt Weinberge in sehr guten und ausgezeichneten Lagen in allen Bereichen Frankens. Damit können wir alle Terroirs der fränkischen Schichtstufenlandschaft optimal abbilden. Das macht unsere Weine unverwechselbar.
Mit Leidenschaft und Hingabe widmen sich unsere Fachleute im Weinberg, im Keller und im Vertrieb ihrem Auftrag, Weine mit Charakter und Stil zu erzeugen und am Markt zu positionieren.
Das Vertrauen der Gesamtstiftung in ihr Weingut gibt den Mitarbeitern im operativen Tagesgeschäft der Produktion und in der strategischen Entwicklung des Weingutes Sicherheit und Rückhalt.

2. Was ist Ihre Betriebsphilosophie?
Wir wollen mit niedrigen Erträgen und standortangepassten Rebsorten in allen Bereichen Qualitätsführer auf nationalem und internationalem Weinparkett sein. Wir pflegen Weinberge, die bereits seit 434 Jahren ununterbrochen im Besitz des Juliusspitals sind! Der schonende Ausbau im 250 m langen Holzfasskeller unter dem Fürstenbau steht für die Individualität unserer Weine. Die Mitarbeiter des Weingutes sind viele Jahre bei uns, die meisten tragen schon seit Jahrzehnten Verantwortung in Weinberg und Keller - das gewährleistet Kontinuität. Der weitgesteckte soziale Auftrag des Juliusspitals bestärkt uns in unseren wirtschaftlichen Antrieb.
Als Ergebnis stehen unverwechselbare, bekömmliche und trockene Speisenbegleiter vom Gutswein bis zu den Großen Gewächsen. Die Nische der edelsüßen Weine runden das Lagen- und Rebsortenportfolio ab. Die Weine des Juliusspitals stehen auf den Tafeln kundiger Weinkenner und Genießer.
3. Welche Bedeutung hat die Fränkische Weinprämierung für Sie?
Die fränkische Weinprämierung wirkt im Juliusspital mit einem Doppeleffekt:
Zum einen dient sie im Rahmen unseres Qualitätsmanagements als wertvolles Werkzeug der Qualitätssteuerung und der Qualitätskontrolle. Die fränkische Weinprämierung steht mit ihren geprüften Verkostern und ihrer absoluten Anonymität der Verkostung für die uneingeschränkte Objektivität. Das gilt für jeden einzelnen Wein und im Benchmark für die Gesamtleistung des Betriebes.
Andererseits sind fränkische Auszeichnungen der fränkischen Weinprämierung in der Kundenkommunikation am Point of Sale (POS) ein hoch geschätztes und weithin bekanntes Qualitätstestat. Durch die Fränkische Weinprämierung ausgezeichnete Weine vermitteln dem Verbraucher eine Qualitätsgarantie und Sicherheit bei seiner Weinauswahl. Prämierte Weine drehen sich daher spürbar schneller im Verkaufsregal und auf den Weinkarten.
4. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Weiteres qualitatives und quantitatives Wachstum, letzteres immer mit Augenmaß für ersteres. Die Signale unserer Kunden und des Marktes für Frankenwein machen uns viel Hoffnung.
Mit unseren Weinproben und Führungen durch Weingut und Stiftung, aber auch mit unserem Tagungszentrum „Tagen und Feiern im Weingut Juliusspital“ vermitteln wir unverwechselbare Erlebnisse rund um unseren Wein. Mit diesen Pfunden wollen wir emotional noch stärker punkten. Mit jedem Weingenusserlebnis im Juliusspital bekommt der Gast ein informatives Stück Historie, soziale Genugtuung und für sich selbst sein persönliches „Histörchen“ mit auf den Weg.
Dazu brauchen wir auch künftig eine prämierte Weinqualität im Glas und ein begeistertes Team, das sich aus den innovativen Konzepten und Impulsen des Fränkischen Weinbauverbandes und der Gebietsweinwerbung immer wieder neue Ideen zur Umsetzung im Betrieb ziehen kann.